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Komponist. Ein Beruf, den ich wohl nie verstehen werde.

Mein viellieber Vater, heute wirst Du 85 Jahre alt. 85 Jahre, von denen ich 49 mit Dir teile. Irgendwie ging ich als Jugendliche und junge Erwachsene nie davon aus, denn Du sprachst in unserer Kindheit und Jugend immer wieder vom frühen Tod Deiner Eltern, die wir leider nie kennenlernen durften. Wir waren Halbwaisen großelterlicherseits, sozusagen. Sie waren zwei Schwarz-Weiß-Fotos auf Deinem Flügel, die den lebenden anderen Großeltern lange Zeit nur sehr wenig entgegen zu setzen hatten. Bis wir anfingen, über sie zu sprechen. 85 war damals auch für Dich eine unvorstellbare Zahl. Und wenn ich Dich heute erlebe, so zweifle ich selbst manchmal an der Wahrhaftigkeit dieses Alters-Status. Ja, die Spaziergänge werden ebenso wie manche anderen Dinge des täglichen Lebens bedächtiger. Aber der Wortwitz – diese blitzschnellen Punktlandungen, die gibt es wie eh und je. Denke ich über Dich und uns nach, so gibt es einen Punkt, den ich erst heute ansatzweise in seiner Bedeutung verstehen kann. Mit 15 hat man Dich Deiner Jugend beraubt. Man ist dieser verschissene, schreckliche, überflüssige 2. Weltkrieg. Sie haben …

Postberlineske Gedanken.

Die re:publica 2013 ist vorbei, unzählige Reports, Rezensionen und Gedanken gab’s dazu, Sessions und Speaker wurden gelobt und zerrissen. Was wirkt bei mir nach? 
Wie immer sind es vor allem auch die persönlichen Begegnungen. Unvermutete Erst- und Wiederbegegnungen, das Sich-in-den-Arm-fallen mit Sehnsuchtsmenschen, die ich längere Zeit nicht traf. Diesmal auch die Momente der Herzenswärme, die mir halfen, nach Monaten der Zurückgezogenheit auch Menschenmassen wieder erträglich finden zu können. Die Erkenntnis, wirklich klar zu spüren, was wann gut tut und wann eben auch Grenzen erreicht oder überschritten wurden. Berlin per se. Trotz. Und auch wegen. Und natürlich einige Sessions. Weil sie amüsieren, weil sie berühren, weil sie aufwecken, weil sie anders sind. Dieses Jahr bleiben mir insbesondere das Quadratkotzen der Haeuslers, Mr. Spooky und Mr. Weltverbesserer in Erinnerung. Und @marthadears Zusammenfassung der Genese und Entwicklung von #Aufschrei. Natürlich habe ich viele Tweets unter dem Hashtag Aufschrei „damals“ gesehen, wahrgenommen oder gelesen. Als ich aber im Vortrag saß, veränderte sich meine Wahrnehmung und Betroffenheit noch mal deutlich. Plötzlich liefen zahlreiche innere Kurzfilme ab – wahrnehmbar bei vielen …

Wenn Verstand, Wissen, Herz, Gewissen und Genuss zusammentreffen.

„Sinnvoll genießen“. Ein Thema, das mich inhaltlich schon lange Jahre begleitet – insbesondere bei Lebensmitteln und Wein. Gute Qualität beinhaltet für mich Wertschätzung für die Natur, ihr Angebot, dessen Veredelung und die Menschen, die das Produkt von seinem Urzustand bis hin zu mir begleiten. Meine frühere PR-Arbeit für Winzer und Lebensmittelhersteller lehrte mich das Wort und auch das Gefühl der Demut wieder. Wieder, weil es uns mitteleuropäischen Erfolgsstädtern leider ein wenig verloren ging. Ich bin überzeugter Bio-Lebensmittel-Käufer und empfinde die Bio-Schienen der Discounter als  Schmierenkomödie. Zu viele Details habe ich im Laufe der vergangenen 20 Jahre vernommen und erlebt, als dass ich urteilslos diese Me-too-Entwicklung akzeptieren könnte. Und so fühlte ich mich angesprochen, als hessnatur mit seinen Kooperationspartnern Sonnentor, Delinat und Naturhotel Mohren ein Langwochenende unter dem Motto „Sinnvoll genießen“ ausschrieb und bewarb mich. 4.000 weitere Bio-Öko-Nachhaltigkeitsinteressierte füllten die umfangreichen Unterlagen um die 15 Plätze ebenfalls aus – ein schöner Erfolg für die Initiatoren dieses Projekts der hessnatur-Insider. Am Palmwochenende reisten also Frauen und Männer aus drei Lebensjahrzehnten und drei Ländern (D-A-CH) ins beschauliche Deggenhausental nördlich des …