Alle Beiträge, die unter kultur gespeichert wurden

Auf Goethes Spuren an der Lahn

[Werbung | Kooperation] Wandeln im damals, in Goethes Zeiten – das gelingt an der Lahn und in den an ihren Ufern gelegenen Orten und Städten. So auch in Wetzlar, wo Johann Wolfgang Goethe den Sommer 1772 verbrachte, um auf Drängen seines Vaters am dortigen Reichskammergericht ein juristisches Praktikum zu absolvieren. Gern war der 23-jährige dieser „Bitte“ zunächst wohl nicht nachgekommen, war die Juristerei doch nur lästige Pflicht für ihn. Geschickt wählte er sich für den Aufenthalt die Ferien des Reichskammergerichts und fand so wohl auch ausreichend Muße, die Gegend zu erkunden und in Ruhe zu schreiben. Dann aber begegnete er der 18-jährigen Charlotte Buff, Lotte genannt, und verliebte sich in sie. Allerdings blieb seine Leidenschaft unerwidert, da Lotte bereits einem Anderen versprochen war – für Goethe selbst ein Drama, für abertausende Liebhaber_innen seiner Werke jedoch ein echter Schlüsselmoment. Denn er verarbeitete sein Liebesleid schriftlich und es entstand daraus sein erster „Bestseller“: Der 1774 veröffentlichte Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“. Das Frappierende für mich als Coach daran ist: Goethe dissoziierte das eigene Erleben und übertrug …

Die schönen und die neuen Künste von Nancy

[Unbezahlte Werbung ⎥ Pressereise] Nancy verfügt über viele Museen, einige davon wie die Villa des Möbeldesigners Louis Majorelle oder das Musée Lorrain d’Art et d’Histoire im Herzogpalast werden zurzeit aufwändig renoviert. Umso schöner, dass auch die geöffneten ihren Besuchern viel zu bieten haben. Das 1793 gegründete Musée des Beaux-Arts Nancy (MBAN) zählt zu den ältesten Museen Frankreichs. Man betritt es über die Place Stanislas, es umfasst jedoch drei Gebäude aus unterschiedlichen Epochen, allen voran den Pavillon unmittelbar an der Place Stanislas, der somit Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Place Stanislas ist. 1936 wurde der Art déco- Flügel angebaut und 1999 zeitgenössisch von Laurent Beaudouin erweitert. Die Grundmauern des Musée des Beaux-Arts stehen auf den Befestigungen der Stadt (15. bis 17. Jahrhundert) – in den Räumlichkeiten des Untergeschosses sieht man Reste der Stadtmauern, wenn man die mehrere hundert Exponate umfassende Collection Daum mit Werken der bedeutendsten Glaskünstler des Art Nouveau besichtigt. Leider waren diese Räumlichkeiten allerdings im Sommer 2018 aufgrund eines Wasserschadens noch geschlossen – heftige Regenfälle hatten Überschwemmungen der tiefliegenden Gebäudeteile zur Folge. Alle Objekte konnten zum Glück gerettet …

Worms und die Vielfalt von Open-Air-Events

[Werbung | Kooperation] Imposant ist bereits die Kulisse der Nibelungenfestspiele – sie finden unmittelbar am Dom zu Worms statt. Die 85.000 Einwohner-Stadt in Rheinhessen weiß ihre Themen zu setzen und Feste zu feiern. Siebzehn Tage im Juli und August standen erneut im Zeichen von Siegfried, Etzel, Gunther und Hagen, Kriemhild, Brunhild & Co., zum vierten Mal unter der Intendanz von Nico Hofmann. Auch dieses Jahr wagte er eine Uraufführung, denn nicht die bekannte Sage stand auf dem Programm, sondern vielmehr deren (mögliche) Fortsetzung: Siegfrieds Erben. Das Stück, das am Tag nach dem grausamen Gemetzel an Hunnenkönig Etzels Hof beginnt, wurde vom Autorenduo Feridun Zaimoglu und Günter Senkel geschrieben, Roger Vontobel führte Regie. Jürgen Prochnow stand im Alter von 77 Jahren erstmals auf einer Open-Air-Bühne und überzeugte als schwer gezeichneter Etzel. Das gut drei Stunden dauernde Stück bietet viele Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit den Themen Macht und Ohnmacht, Habgier und Rache. Etzel will den Tod seines jüngsten und letzten Sohnes rächen, Brunhild (dargestellt von Ursula Strauss) ist schwer gezeichnet vom Verrat Siegfrieds und der Vergewaltigung durch …