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Einfach mal Fontainebleau machen – fürs kaiserkönigliche Gefühl

Zack, ist der Sommer schon vorüber und leider war bei mir zu viel los, um einen schönen Sommerurlaub genießen zu können. Ein paar Am-Stück-Tage Abstand von Alltag und Job tun aber not und so habe ich mir neben dem Plan, dieses Jahr nun doch endlich mal den niederländischen „Red Head Day“ zu besuchen, ein paar Gedanken gemacht, wohin es mich ziehen könnte. Die Paris-Eindrücke meiner beiden Frühjahrsbesuche sind immer noch sehr präsent und es wäre durchaus verlockend, aller guten Reisen auch mal drei sein zu lassen und noch eine Herbst-Tour in Richtung Seine anzutreten. Da ich ja seit einigen Jahren das früher so geliebte Wohnwirrwarrgewimmel der Stadt gegen die (manchmal auch Pseudo-)Ruhe eines Vororts eingetauscht habe und dabei insbesondere viel Grün, die Beschaulichkeit des Dorfs und etwas Entschleunigung genieße, stünde diesmal neben so mancher Kulturverlockung der Stadt auch wieder ein Ausflug ins Umland auf dem Programm. Im Frühjahr führte die von Atout France und seinen Partnern initiierte Kulturreise unsere internationale Journalisten- und Bloggergruppe auch nach Fontainebleau. Bei bleauestem Strahlewetter ging’s etwa eine Stunde lang raus …

Sculpture meets Couture – Bourdelle meets Balenciaga. Der Zauber der Farbe Schwarz.

Cristóbal Balenciaga (1895–1972) kam im Baskenland als Sohn eines Fischers und einer Näherin zur Welt. Bereits mit 12 Jahren begann er eine Schneiderlehre – gefördert von einer adeligen Kundin seiner Mutter, die 1919 auch seinen Schritt in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Modesalon unterstützte. Nach der Lehre arbeitete er zunächst bei einem lokal gefragten Damenschneider und hatte das Glück, einige Male ins Zentrum der damaligen Modewelt, nach Paris, reisen zu dürfen und sich dort inspirieren zu lassen und austauschen zu können. Der erste eigene Modesalon (welch schönes Wort, by the way!) in San Sebastián war ein Erfolg, denn was sicherlich auch vor einem Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit war: Im Nu zählte die spanische Königsfamilie zu seinen Kunden. Als die Monarchie gestürzt wurde, erlebte Balenciaga eine kurze Phase der Pleite – schon im Jahr darauf eröffnete jedoch neue Salons in Barcelona und Madrid. Als jedoch einige Jahre später der Bürgerkrieg ausbrach, suchte er zunächst in London und schließlich in Paris neue Möglichkeiten, weiter als Modeschöpfer die Herzen der Damen und Portemonnaies der Herren zu erobern. Was ihm …

Mehr Vermeer geht kaum: Das Sahnehäubchen des Louvre

Als wäre der Louvre als eines der größten und meistbesuchten Museen der Welt nicht ohnehin schon voller Kunstdelikatessen – nun hat er sich noch ein besonderes Schmankerl geholt: Die Ausstellung „Vermeer und die Meister der Genremalerei“ zeigt noch bis zum 22. Mai gleich zwölf der Werke von Jan Vermeer (1632–1675). Zwölf Bilder, das mag manch einem nicht wirklich viel vorkommen. Bedenkt man aber, dass weltweit überhaupt nur 37 Gemälde des Niederländers existieren, so gewinnt die Pariser Ausstellung weiter an Bedeutung. Um die ausgestellten Bilder sonst zu sehen, müsste man nach Dublin, London, Washington, New York, Amsterdam, Berlin und Frankfurt reisen – natürlich alles per se lohnenswerte Städte. Und auch wenn es immer viele Gründe für einen Paris-Besuch gibt: Man kann die Seine-Metropole durchaus auch mal wegen eines sehr alten Niederländers besuchen! Vermeer, der in Delft lebte, ist berühmt für seine ganz individuelle Art, mit Licht zu spielen und seinen Werken so das gewisse Etwas zu verleihen. Der amerikanische Erfinder Tim Jenison versuchte, dem Geheimnis der nahezu fotografischen Anmutung auf die Spur zu kommen und setzte …