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Sculpture meets Couture – Bourdelle meets Balenciaga. Der Zauber der Farbe Schwarz.

Cristóbal Balenciaga (1895–1972) kam im Baskenland als Sohn eines Fischers und einer Näherin zur Welt. Bereits mit 12 Jahren begann er eine Schneiderlehre – gefördert von einer adeligen Kundin seiner Mutter, die 1919 auch seinen Schritt in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Modesalon unterstützte. Nach der Lehre arbeitete er zunächst bei einem lokal gefragten Damenschneider und hatte das Glück, einige Male ins Zentrum der damaligen Modewelt, nach Paris, reisen zu dürfen und sich dort inspirieren zu lassen und austauschen zu können. Der erste eigene Modesalon (welch schönes Wort, by the way!) in San Sebastián war ein Erfolg, denn was sicherlich auch vor einem Jahrhundert keine Selbstverständlichkeit war: Im Nu zählte die spanische Königsfamilie zu seinen Kunden. Als die Monarchie gestürzt wurde, erlebte Balenciaga eine kurze Phase der Pleite – schon im Jahr darauf eröffnete jedoch neue Salons in Barcelona und Madrid. Als jedoch einige Jahre später der Bürgerkrieg ausbrach, suchte er zunächst in London und schließlich in Paris neue Möglichkeiten, weiter als Modeschöpfer die Herzen der Damen und Portemonnaies der Herren zu erobern. Was ihm …

Mehr Vermeer geht kaum: Das Sahnehäubchen des Louvre

Als wäre der Louvre als eines der größten und meistbesuchten Museen der Welt nicht ohnehin schon voller Kunstdelikatessen – nun hat er sich noch ein besonderes Schmankerl geholt: Die Ausstellung „Vermeer und die Meister der Genremalerei“ zeigt noch bis zum 22. Mai gleich zwölf der Werke von Jan Vermeer (1632–1675). Zwölf Bilder, das mag manch einem nicht wirklich viel vorkommen. Bedenkt man aber, dass weltweit überhaupt nur 37 Gemälde des Niederländers existieren, so gewinnt die Pariser Ausstellung weiter an Bedeutung. Um die ausgestellten Bilder sonst zu sehen, müsste man nach Dublin, London, Washington, New York, Amsterdam, Berlin und Frankfurt reisen – natürlich alles per se lohnenswerte Städte. Und auch wenn es immer viele Gründe für einen Paris-Besuch gibt: Man kann die Seine-Metropole durchaus auch mal wegen eines sehr alten Niederländers besuchen! Vermeer, der in Delft lebte, ist berühmt für seine ganz individuelle Art, mit Licht zu spielen und seinen Werken so das gewisse Etwas zu verleihen. Der amerikanische Erfinder Tim Jenison versuchte, dem Geheimnis der nahezu fotografischen Anmutung auf die Spur zu kommen und setzte …

Vom Mittendrin des Außenstehenden: Die Philharmonie de Paris

Ein Kulturtempel namens Philharmonie liegt üblicherweise recht zentral – so kennt man es von vielen Metropolen. Nicht so in Paris: Die Fahrt zur 2015 eröffneten Philharmonie de Paris, die Bestandteil der City de la musique ist, wirft zunächst die Frage auf, ob unser Fahrer tatsächlich ortskundig ist oder vielleicht doch eher nur geschäftstüchtig. Es geht vorbei an Gewerbegebieten und den überall hässlichen, weil gesichtslosen Riesenwohnblocks, von einer Stadtautobahn gefühlt auf mindestens vier weitere und dann wieder in zwei Kurven und noch einer Brücke entlang. Und plötzlich blitzt es seitlich metallern auf und was das Auge erblickt, lässt den Anfahrtsweg vergessen: Eine Trutzburg aus der Welt des Darth Vader (was bei Sonnenschein sicherlich anders wirkt als an unserem grautrüben Besuchstag), die mal glänzt und dann wieder matt ist und Elemente enthält, die umgehend an Zeichnungen von M. C. Escher erinnern. Erst im Inneren des Gebäudes, das man über Treppen, langsam ansteigende Rampen oder Rolltreppen erreichen kann, wird klar, dass das Konzept mehr beinhaltet als ein auffälliges Äußeres mit einem reinen Konzertsaal sowie ein paar kleinere Proberäume. Es ist ein kulturelles Gesamtkonzept, …