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Vom Mittendrin des Außenstehenden: Die Philharmonie de Paris

Ein Kulturtempel namens Philharmonie liegt üblicherweise recht zentral – so kennt man es von vielen Metropolen. Nicht so in Paris: Die Fahrt zur 2015 eröffneten Philharmonie de Paris, die Bestandteil der City de la musique ist, wirft zunächst die Frage auf, ob unser Fahrer tatsächlich ortskundig ist oder vielleicht doch eher nur geschäftstüchtig. Es geht vorbei an Gewerbegebieten und den überall hässlichen, weil gesichtslosen Riesenwohnblocks, von einer Stadtautobahn gefühlt auf mindestens vier weitere und dann wieder in zwei Kurven und noch einer Brücke entlang. Und plötzlich blitzt es seitlich metallern auf und was das Auge erblickt, lässt den Anfahrtsweg vergessen: Eine Trutzburg aus der Welt des Darth Vader (was bei Sonnenschein sicherlich anders wirkt als an unserem grautrüben Besuchstag), die mal glänzt und dann wieder matt ist und Elemente enthält, die umgehend an Zeichnungen von M. C. Escher erinnern. Erst im Inneren des Gebäudes, das man über Treppen, langsam ansteigende Rampen oder Rolltreppen erreichen kann, wird klar, dass das Konzept mehr beinhaltet als ein auffälliges Äußeres mit einem reinen Konzertsaal sowie ein paar kleinere Proberäume. Es ist ein kulturelles Gesamtkonzept, …

Happy Birthday, Centre Pompidou!

40 Jahre ist das Centre Pompidou nun schon unübersehbarer Bestandteil von Paris – dieser Koloss aus Stahl, Plexiröhren, Stahlröhren, Röhrenröhren, Schächten, Gestängen und vor allem dauervielen Besuchern! Auf der Abi-Fahrt (seinerzeit™) konnte ich es kaum erwarten, das damals erst wenige Jahre alte Gebäude, dessen Namen wie ein Lauffeuerwerk durch meine damalige Welt des kunst- und kulturorientierten Gymnasiums ging, endlich live zu sehen – es schien mir damals eine Art Nabel der Welt zu sein. Als ich schließlich davor stand und an ihm entlang äugte, war es genau so faszinierend unangepasst wie erwartet. Erfrischend anders. Und doch wirkte es auch irgendwie monströs und bedrohlich auf mich. Als würden die Öffnungen der Röhren am Gebäude und auf dem Platz davor irgendwann den gewaltigsten Rülpser ausstoßen, den die Welt je vernommen hatte. Warum auch immer. Zumindest lässt der Kosename „Raffinerie“, den die Pariser dem Gebäude gaben, vermuten, dass es auch andere Menschen auf erstaunliche Assoziationen brachte. Im Inneren birgt es wahre Vielfalt in sich: Das Museum für Moderne Kunst, Sonderausstellungsräume, das Zentrum für Industriedesign, ein Kino, die umfangreiche öffentliche Bibliothek, Konzertsäle, ein Musikforschungszentrum, die Kinderwerkstatt, ein Restaurant sowie ein Café und …

Wo Münchens neues Konzerthaus wächst: Einblicke auf die Ausblicke des Werksviertels

Seit Jahren insistiert Mariss Jansons, Chefdirigent des wunderbaren Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (abgekürzt BRSO), es müsse endlich ein eigenes Zuhause für sein Orchester geben. Und es stimmt: Die Philharmonie im Gasteig, Heimat der Münchner Philharmoniker und somit des städtischen Orchesters, ist mit ihren 30 Jahren zwar fast noch jung zu nennen – die Akustik ließ jedoch schon immer wünschen übrig. Und das Sitzvergnügen … nun ja: auf vielen Plätzen sitzt man schräg verdreht und eine stundenlange Dauertorsion ist nicht wirklich etwas, das den Kunstgenuss erhöht. Ich kenne die meisten der Sitzplatzblocks: manche sind einfach nur zum Heulen schlecht, andere haben ihre Vorzüge – brillant für die Werke von Albinoni bis Zemlinsky ist vermutlich keiner. Ein Hin und ein Her gab es also, das Thema wurde politisch und wirtschaftlich rauf- und runterdiskutiert. Es gibt Gegner, die einen weiteren Kulturtempel in München für reichlich überflüssig halten und die benötigten Gelder anderweitig investieren würden (ja – da gibt’s es sicherlich viele Ecken und Enden, die mal angepackt werden sollten!). Und es gibt die Befürworter. Nicht, weil es chic wäre, eine …