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Viele Köche? Viele Köche! Und Bio pur.

Nein, die vielen Köche verdarben ebenso wenig den berüchtigten Brei wie die Kalbszunge mit Milzbavesen oder die veganen Bulgur-Kartoffelpflanzerl. Ihnen gelangen vielmehr Kalbshaxe auf Gemüsebett mit Semmel(okay: Brötchen)auflauf und das zungenschmeichelnde Sanddornparfait! All diese Köstlichkeiten fertigten die von den Bio Hotels eingeladenen Hobbyköche und Genussmenschen am ersten Tag des Kochlust PUR III-Events an. Und ich war eine davon! „Sinn und Sinnlichkeit in 6 Gängen“ lautete das Motto an Herd und Esstisch. Genau das setzten wir auch mit allen Sinnen an den beiden Tagen im Alten Wirt in Grünwald bei München um: Da wurde gewaschen und geschnibbelt, entgrätet und geschält, gerührt und geschmolzen, überbacken und gebraten, frittiert und gekühlt, was das Zeug hielt. Und in vielen Dialekten gesprochen, denn wir waren eine bunte Mischung aus vielen österreichischen und deutschen Bundesländern, die bei allen Unterschieden in Alter, Beruf, Geschlecht und Zungenkocherfahrung doch eines einte: Wir lieben echte Lebensmittel. Echt heißt in diesem Falle: regional, saisonal, aus Bio-Anbau oder Bio-Haltung. Also nix mit Bindern und Rieselhilfen, Farbstoffen und Aromazusätzen, keinen Genveränderungsgedöns und kein Schnelltollsuperbilligwenigerkohlenhydratekaumfettabervollerersatzstoffenmist. Von dem ich nichts …

Vom Essen und der Kunst des Speisens

In besonders stressigen Zeiten ertappe ich mich manchmal dabei, über den Status banaler Nahrungsaufnahme gar nicht so richtig hinweg zu kommen. Ein müslibeflockter Joghurt beim Mailcheck, ein leicht chaotischer Resteteller beim Zeitunglesen. Doch meistens – zum Glück – esse ich, wenn ich esse. Der Begriff des Speisens kam mir schon lange nicht mehr in den Sinn. Das Verb „speisen“ hat ja auch irgendwie einen faden Beigeschmack: irgendetwas fürchterlich gediegenes, auch langweiliges – irgendwie veraltet Spießiges. Wie es eben auch das verstaubte Wort „Speisesaal“ bereits verheißt. Doch kürzlich wurde ich eines Besseren belehrt: Speisen beinhaltet Ruhe. Entspannung. Eine Prise Noblesse ist auch dabei und die obliegt ja bekanntermaßen. Zum genussvollen Speisen gehört ein adäquat stilsicheres Ambiente, zuvorkommende Servicekräfte, gaumengebildete Co-Gäste, die nicht als erstes nach der Ketchup-Flasche und dem kostenlosen Refill des Softgetränks schielen oder gar fragen – und eine Speise- sowie Getränkekarte, die aus ihrer puren Hülle bereits die Genussmomente verheißen, die der Gaumen im Laufe des Besuchs erleben darf. Ja, auch wenn es fast ein bisschen merkwürdig klingt: Beim Speisen wird zelebriert, was Körper, …

Wo Münchens neues Konzerthaus wächst: Einblicke auf die Ausblicke des Werksviertels

Seit Jahren insistiert Mariss Jansons, Chefdirigent des wunderbaren Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (abgekürzt BRSO), es müsse endlich ein eigenes Zuhause für sein Orchester geben. Und es stimmt: Die Philharmonie im Gasteig, Heimat der Münchner Philharmoniker und somit des städtischen Orchesters, ist mit ihren 30 Jahren zwar fast noch jung zu nennen – die Akustik ließ jedoch schon immer wünschen übrig. Und das Sitzvergnügen … nun ja: auf vielen Plätzen sitzt man schräg verdreht und eine stundenlange Dauertorsion ist nicht wirklich etwas, das den Kunstgenuss erhöht. Ich kenne die meisten der Sitzplatzblocks: manche sind einfach nur zum Heulen schlecht, andere haben ihre Vorzüge – brillant für die Werke von Albinoni bis Zemlinsky ist vermutlich keiner. Ein Hin und ein Her gab es also, das Thema wurde politisch und wirtschaftlich rauf- und runterdiskutiert. Es gibt Gegner, die einen weiteren Kulturtempel in München für reichlich überflüssig halten und die benötigten Gelder anderweitig investieren würden (ja – da gibt’s es sicherlich viele Ecken und Enden, die mal angepackt werden sollten!). Und es gibt die Befürworter. Nicht, weil es chic wäre, eine …