All posts tagged: Frühling

Blick auf Florenz vom Rosengarten aus 
(© casowi)

Elf Florenz-Tipps für angenehmes Stadterleben

Ich bin kein Fan dieser ubiquitären 10 Punkte-Listen, die einem vorschreiben wollen, wie man sich als Bewerber, Social Media-Verantwortlicher, Reisender oder Abnehmwilliger zu verhalten habe, um möglichst toll, perfekt und richtig wichtig zu sein. Und doch erscheint es mir für all diejenigen, die in den anstehenden Pfingstferien einige Tage in Florenz verbringen wollen, ganz hilfreich, ihnen ein paar Tipps an die Hand zu geben, die dienlich sein könnten. Florenz ist umwerfend und einzigartig (ebenso wie Rom oder Venedig und viele weitere Städte in Italien oder dem Rest der Welt) – die Stadt ist aber ebenso überfüllt von Touristen. Ich werde in den kommenden Tagen (oder arbeitsvolumenbedingt vielleicht auch Wochen) noch meine neu oder wieder entdeckten Lieblingsorte und auch empfehlenswerte Restaurants  vorstellen und möchte hier nur erste kurze Ratschläge geben, um den Aufenthalt angenehm zu gestalten. 1. Attenzione al traffico! Florenz Straßen sind im Centro meist Gassen und somit sind eng, die Bürgersteige zum Teil kaum vorhanden. Die Motorini (Roller), Fahrradfahrer und zahlreiche Elektro-Taxis brettern aber dennoch mit hoher Geschwindigkeit und erhabener Rücksichtslosigkeit um die Ecken und durch die Gassen. Es …

Hofkirche Grünes Gewölbe

Altstadt. Neustadt. Dresden hat was.

Wie in früheren Dresden-Posts erwähnt, gibt es familiäre Bindung an Dresden. Sie liegen lange zurück: Mein Ururgroßvater Ferdinand Böckmann war von 1861 bis 1911 Solo-Cellist der damaligen Königlichen Musikalischen Kapelle (heute Staatskapelle Dresden). Der junge Richard Strauss wohnte während seines Dresden-Aufenthalts 1883 bei Böckmann − die beiden führten auch gemeinsam Strauss‘ Cellosonate op. 6 auf. Dass noch heute sein Foto auf der Homepage der Staatskapelle Dresden zu finden ist, erfüllt mich schon mit latentem (wenn auch völlig unbegründeten) Stolz. Böckmanns Töchter feierten eine Doppelhochzeit − die Einladungen und Menükarten haben irrwitzigerweise beide Weltkriege überstanden und so hielt ich sie vor kurzem in den Händen. Marie, genannt Mimi, heiratete Alexander Wilhelm, meinen Urgroßvater und zog mit ihm nach München, wo sie 1949 starb. Ihren akribischen Aufzeichnungen zu 61 Jahren Theater-, Oper- und Konzertbesuchen von 1881 bis 1942 kann ich allerdings entnehmen, dass „die O“ (wie mein Vater und Onkel sie liebevoll sächselnd nannten) immer wieder die Familie in Dresden besuchte. Ich kann’s verstehen, die Stadt hat einfach einen unglaublichen Charme. Dieses alte Foto (leider nicht datiert) ist sicherlich auch aus …

Hofheiliger Bad Wiessee

Winterkurzurlaub, die Zweite: Ein halber Tag am Tegernsee.

Erstmals (zumindest gefühlt) in diesem Jahr verhieß der Wetterbericht zweistellige Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein. Grund genug, die für heute geplanten Punkte auf der To-do-Liste aufs Wochenende zu verschieben und mittags raus zu düsen an den Tegernsee. Bad Wiessee war das Ziel − nach jahrezehntelanger Abstinenz war ich diese Woche erstmals anlässlich eines Locationchecks wieder dort gewesen und empfand die Seepromenade als überaus angenehm, um einen halbwegs eisplattenfreien Spaziergang am See in der Sonne zu genießen. Bei Wärmeprickeln im Gesicht und leisem Wellenschlag spaziert es sich frühlingsahnend hoffnungsfroh entlang der Seepromenade, vorbei an geschlossenen Hotels, besetzten Parkbänken und mehr oder minder alten Bauernhöfen, meist mit Blick auf den Wallberg und all seine Nachbarn. Im Fischerei-Bistro genießen wir wunderbare Variationen vom Saibling mit Blick auf den Ort Tegernsee am gegenüber liegenden Ufer. Bayern hat schon Glück gehabt bei der Vergabe von Natur. Unterwegs begegnen wir Entenpärchen voller Zuversicht auf Gründelerfolge und Frischgrasfreuden, einzelgängerischen Duckantn (außerhalb Bayerns als Blässhühner bekannt), dem erwarteten Posten Möwen auf einem Steg, zwei Dackeln, 150 Labradore(ttine)n und erstaunlich wenigen Freitagnachmittagsspaziergängern. Das Klischee vom überparfümierten, best-agenden Touristen aus dem Rheinland, der sich in all …