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Spalten und Kerne. Innenbetrachtungen eines großen Apfels.

  Hot. Crazy. Trendy. Fashionable. Der Big Apple. Einblicke in Teile seines Gehäuses. 50 cm Neuschnee im Central Park – da muss man doch nen Schneekratzer bauen. Mr. Snowman muss in New York ein bisschen größer sein. Und vor allem ein Gemeinschaftswerk mehrerer Zettelinhaber. Melting Pot, irgendwie immer. Für Aktionskünstler: Ceci n’est pas un Magritte. Und immer very fashionable! Auch 2010 wieder im Trend: Hosen in perfekter Passform. Neu: Kleider im Serviettenlook. Und formschöne Hausschuhe für den Herrn von Geld. Für die Gespielin dürfen es ruhig ein paar Reißzwecke mehr sein. Wer was auf sich hält, lebt ohnehin möglichst weit oben. Sollte die Dame umknicken, keine Sorge – bis sie es merkt und um Hilfe bittet, sind auch diese Fahrzeuge wieder schneebefreit. Außerdem kann mn die Zeit bis zum Abtauen auch mit der duften(den) Darreichung einer Essenz der Marke „No making Scents“ überbrücken. Ein wirksames Riechsalz findet bei Millionärstöchterchen übrigens auch im kleinsten Abendhandtäschlein seinen Platz. Tipp: während der Revitalisierungsphase platziere man die gefallene Dame auf einem stilvoll friedvollem Sitzmöbel. Aber bitte nicht gegenüber einem Porzellangeschäft – Dekorationen wie diese könnten ihren Puls …

Wieder daheim. Und immer noch dort.

Abreisetage sind amputierte Tage. Es fehlt ihnen die Gelassenheit eines eigentlichen Urlaubstages. Das mag in erster Linie daran liegen, dass zunächst mal mir die Gelassenheit fehlt. Aber wenn dann alles verstaut ist und ich einigermaßen sicher sein kann, die Waage des Check-Ins nicht umgehend in ein Elefantinarium zu verwandeln, dann kehrt sie zurück: die Neugier auf die Letzterfahrungen in der Stadt. Los also zur Central Station. Weil sie einfach schön ist und ich beim ersten Vorbeigehen zu müde war, um sie ihrer würdig wahrzunehmen. Und weil ich den Tipp bekam, doch unbedingt bei Dishes zu lunchen – wie ein echter New Yorker eben. Amerika weiß sich immer wieder zu inszenieren – so auch in diesem schönsten aller Bahnhöfe. Man flaggt eben. Was bei diesem Flaggendesign auch wahrlich leicht fällt. Gleiszugänge möchte ich eigentlich ab sofort auch nie wieder anders sehen müssen als eichenlaubbekränzt. Und man weiß in CT auch zu genießen. Genießen. Frisches also. Sicherlich Deliziöses. Bei Dishes war es mir dann zu voll und zu laut. Die Alternative für last lunch lautete dann Blake & Todd und …

Allerlei Nebensächliches. Weil’s schön ist.

Es sind ja immer die kleinen Nebenbei-Dinge des Lebens, die meine Seele an Tagen wie diesem hüpfen lassen. Heute waren es zunächst die beiden Mitsechzigerinnen, die seit den 70er Jahren in Amerika leben und in wunderbarstem Norddeutsch ihre Erfahrungen austauschten. Am Nachbartisch des Mittags-Delis. Nicht ahnend, dass ich… ja, ich hatte fast ein schlechtes Gewissen, mich nicht als der Sprache kundig enttarnt zu haben. Aber ihre „ich hätte das Apartment in den 80ern kaufen sollen“ und „ich hab ja auch ne Wohnung in China“-Geschichten waren ebenso unterhaltsam wie das Wissen, dass die Damen sich völlig unzugehört fühlten und so erfrischend fröhlich über Gott un die Welt debattierten. Beim Einkauf im benachbarten Designerschnäppchen-Taiwanmüll-Restegerümpelladen TJ Maxx dann die Freude über ein Glas Breitsamer Honig in einem Regal nahe der Kasse. Heimischer Honig also, mitten in New York. Einsamer und hier sehr unheimischer Honig. Kein Mensch wollte ihn wohl. Ich übrigens auch nicht. Er genießt aber immerhin einen netten Ausblick. Auf der anderen Straßenseite dann eine Fassade, die von diesem hübschen Motiv geziert wird. Auf dem weiteren Weg dann …