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Schuhtrends. Und: Alles so schön bunt hier.

Die Frage aller Fragen für mich am heutigen Abend zuerst: Warum kann einen jedes Gebeinchen und jeder Muskel spürbar an seine Gegenwart erinnern, wenn man nur im Museum war und ein paar Kilometer durch eine Stadt gelaufen ist? Die Antwort  kennt der vermutlich auch diesmal nur der Wind. Und von dem gibt’s hier ja grad genug. Was er sicherlich also auch kennt, ist eine Lieblingsbeschäftigung der Herren zur Mittagszeit. Mir war sie neu. Aber durchaus verständlich. Ich hätte mich vermutlich sogar dazugesellt, hätte ich nicht als einzige ein zweites X-Chromosom mit in den Laden gebracht. Die Schuhpflege also ist’s, der man sich widmet. Zumindest im Rockefeller Center. Schuhe machen Männer. Und Männer lassen Schuhe pflegen. Wenn wir schon beim Thema Schuhe sind: meine Damen, in New York trägt nach den unvermeidbaren Winter-Uggs und Übergangsgummistiefeln demnächst nun also Modell Römerin. Mal aus der Affordable-Kollektion und dann wohl auch als Manolo. Mir ging es heute aber nicht um Schuhe, sondern um ein weiteres Museum. Das junge, trendige, neue Museum New Yorks: MoMA. Ein wenig voll des Ingrimm …

Zeitreise reloaded. Und: In Ägypten mit James Bond.

Manche Tage müssen einfach mit einem guten Frühstück beginnen. Heute also bei Keko, einem richtig netten Coffeeshop (121 Madison Ave / 30th St).  Hier schmeckt ein Cappuccino noch nach Italien und man wird auch nicht nach 326 Flavour- oder Dietmöglichkeiten befragt. Eine Wohltat. Auf dem Weg zum Museum zunächt ein weiser Gedanke von Thomas von Aquin… … wieder mal die Möglichkeit, ein wenig Geld auszugeben… … gepaart mit der Erkenntnis, dass man mit ein bisschen Deko aus jedem Hauseingang etwas machen kann: Dann also ein tagefüllendes Faszinosum dieser Stadt: das Metropolitan Museum. Wichtigstes ziel ist zunächst die ägyptische Sammlung. Da ist noch eine Rechnung offen, denn vor 18 Jahren beim Erstbesuch, blieb uns der Tempel von Dendur ganze drei Male verschlossen. Der letzte Anlauf scheiterte kläglich, weil Mr. Trump dort des Abends eine Party feierte und so das Catering aufgebaut werden musste. Heute also offen. Und recht leer. Als ich – etwas überrascht – frevelhaftes Touristenverhalten im 19. Jahrhundert  – fotografiere, ertönt neben mir eine außerordentlich angenehme Stimme: „Look at all the graffitis in here – …

Schreckliches. Schönes. Und noch mehr.

Man muss die Tage feiern, an denen kein Schnee fällt. Raus also auf die 5th Avenue und erstmal hinauf zur 75th Ecke Madison zum Whitney Museum http://www.whitney.org/ . Dort biennalisiert man gerade. Leider manchmal auch sehr banal. Und manchmal schockierend offen –  gerade für das politisch doch so korrekte Amerika recht ungewöhnlich. An zwei Sälen also werden die Kinder von ihren Eltern vorbeigezerrt:  einmal sind es die ehrlichen Fotos vom Leben des im Irakkrieg bis zur Unendlichkeit entstellten Tyler kurz vor seiner Hochzeit, die schockieren. Und die aus der Zeit nach seiner Scheidung. Wenn man die Hochzeitsfotos sieht, diesen ängstlichen, ja leeren Blick seiner Braut, dann verwundert es nicht, dass die Ehe nur drei Monate hielt. Dann die schonungslosen Bilder junger afghanischer Frauen, ebenfalls entstellt durch schwerste Verbrennungen, die sie sich selbst beigebracht haben. Aus Verzweifelung, aus Angst. Bilder, die schmerzen. Die Fragen aufwerfen und zugleich beantworten. Kunst? Kann diese Dokumentation Kunst sein? Ich hab mir die Frage noch nicht beantworten können. Wichtig sind sie – keine Frage. Aber Kunst? Dann: Eine Klanginstallation, die die Museumwächter an die Grenzen …