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Schuhtrends. Und: Alles so schön bunt hier.

Die Frage aller Fragen für mich am heutigen Abend zuerst: Warum kann einen jedes Gebeinchen und jeder Muskel spürbar an seine Gegenwart erinnern, wenn man nur im Museum war und ein paar Kilometer durch eine Stadt gelaufen ist?
Die Antwort  kennt der vermutlich auch diesmal nur der Wind.
Und von dem gibt’s hier ja grad genug.
Was er sicherlich also auch kennt, ist eine Lieblingsbeschäftigung der Herren zur Mittagszeit. Mir war sie neu. Aber durchaus verständlich.
Ich hätte mich vermutlich sogar dazugesellt, hätte ich nicht als einzige ein zweites X-Chromosom mit in den Laden gebracht.
Die Schuhpflege also ist’s, der man sich widmet. Zumindest im Rockefeller Center. Schuhe machen Männer. Und Männer lassen Schuhe pflegen.

Wenn wir schon beim Thema Schuhe sind: meine Damen, in New York trägt nach den unvermeidbaren Winter-Uggs und Übergangsgummistiefeln demnächst nun also Modell Römerin. Mal aus der Affordable-Kollektion und dann wohl auch als Manolo.

Mir ging es heute aber nicht um Schuhe, sondern um ein weiteres Museum. Das junge, trendige, neue Museum New Yorks: MoMA.

Ein wenig voll des Ingrimm – immerhin stand unser damaliges Hotel „The Dorset“ früher auf diesem neuen Museumsgelände – betrete ich also die überfüllte Halle. Kunstmassenabfertigung – das spürt man hier sofort. It’s oh so trendy to be here! Und das in allen Sprachen. Anfangstwens mit Louis Vuitton-Taschen (ich hab nachgefragt – es waren keine Fakes). Die hyperstylten Japan-Yuppies mit ihren Lustig-Teuerfrisuren. Und endlich auch mal Schulklassen. Wo käme man denn als Museum hin, wenn sich nicht auf jedem Stockwerk mindestens 13 Teenager vor Kunstwerken posierend für ihr Facebook-Profil knipsen lassen würden.
Okay. Ich bin hier und ich muss da durch.

Und es lohnt sich.
Picasso.
Ganz viel Picasso aus ganz vielen Schaffensperioden.

Ein Edvard Munch. Selten zu sehen.

Egon Schiele.

De Chirico, Modigliani und Giacometti.

Rothko, bevor er so wurde wie man ihn landläufig kennt.

Was auch für Piet Mondrian gilt (unvergessen: die Ausstellung in der Wiener Albertina).

Ein junger Franzose, versunken ins Weiß ums Weiß.

Bei Frieda traf ich ihn wieda.

Daneben noch mal Frieda Kahlo.
Und eine Ähnlichkeit, die mich verblüffte.

Ein Tässchen von Meret Oppenheim.

Und eines von einigen Beuys-Werken.
Die mir gerade im Ausland immer ein wenig peinlich sind.
Aber nun gut: vielleicht find ich irgendwann noch den Zugang zu seinen Arbeiten. In diesem Fall ist’s halt ein verstaubtes Tragl Bier. Ja mei, sagt da der Münchner. Und wundert sich.

Pop-Art darf natürlich auch nicht fehlen – neben allen Campbell-Suppen und der güldenen Marilyn von Andy Warhol gibt’s auch dieses Werk von Stuart Davis.

Hier ein Ausschnitt aus dem berühmten Bild von Jasper Johns, der u.a. auch Wachs für das Bild einsetzte.

Nach der Designabteilung und dem Stockwerk mit den Fotografien musste frische Luft her.
Die auch durch viel Buntes führte.
Und keineswegs ruhig war.

Danach dann Schneegestöberlärm auf dem Empire State Building.
Aber so prächtig wie dort oben funkelt einem die Welt selten zu Füßen.

Und um nicht in den Ruf zu verfallen, ich sei ein Kulturmonster: ganz nebenbei fielen zwei Hosen, eine Jeans und eine Bluse meiner Beutefreude zum Opfer.
Oh so trendy.
Und absolutely unbunt.

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