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Der Klang des Val di Fiemme. Oder: Gut Holz will Weile haben.

  Mehr als die Hälfte des Trentino sind Waldflächen. Etwa 80 Auto-Minuten von Trento entfernt liegt das Val di Fiemme und in ihm ein Forst besonderer Güte: Der etwa 2.800 ha große Naturpark von Paneveggio. Dort wächst, was seit dem 18. Jahrhundert die Musik-Freunde in aller Welt bis in die höchsten Töne erfreut: Holz für Streich- und Saiteninstrumente. Genauer gesagt sind es Rotfichten, die zwischen 150 und 250 Jahre alt werden, bevor sie zu den Resonanzdecken von Gitarren, Geigen, Bratschen, Celli, Kontrabässen oder sogar Klavieren, Cembali oder Flügeln verarbeitet werden. Etwa 2.000 Bäume werden jeden Winter geschlagen, nur ein Prozent weist die perfekte Qualität auf, die weltweit für den Instrumentenbau benötigt wird. Die Stämme werden in Handarbeit zu Scheitern zerkleinert und lagern zunächst ein halbes Jahr im Freien. Dem weiteren Trocknungsprozess erliegen sie einige Jahre gut belüftet (und mit hübschem Ausblick) in den Holzregalen der Xylothek. Jeder Jahrgang wird mit einer speziellen Farbe von Reißzwecke gekennzeichnet – ein wunderbar einfaches und doch effektives Farbleitsystem. Die Reife und Qualitätsmerkmale der Holzscheite werden regelmäßigen Sinnesprüfungen unterzogen. Zunächst …

Hot hot hot: Trento, Hauptstadt des Trentino

Diese Reise würde viele neue Eindrücke und Erkenntnisse bringen, das war mir schon vorab klar. Erstmals fuhr ich per Bahn nach Italien, genauer gesagt ins Trentino. Der EC war bei Juli-Temperaturen um die 40 Grad auch für Frostbeulen wie mich angenehm klimatisiert, die Sitze in der 2. Klasse waren überaus komfortabel, die Durchsagen verständlich, die Fahrzeit mit knapp viereinhalb Stunden ab München überschaubar – und der Zug pünktlich! Ich muss gestehen: Ich habe es richtig genossen, mich weder um Tempolimits noch Mautstellenstaus oder die Kilometerangabe bis zur nächsten Tankstelle kümmern zu müssen. Sehr empfehlenswert und zu Angebotspreisen wie aktuell ab 39 EUR noch dazu bedeutend günstiger als eine Autofahrt. Endlich ließ ich auch Trento, die Hauptstadt der Region Trentino, die mit etwa 115.000 Einwohnern entlang der Etsch liegt, einmal nicht auf der Durchfahrt zum Gardasee oder gen Süden links oder rechts liegen. Vielmehr war sie der Auftakt einer dreitägigen Trentino-Erkundung. Nur wenige Schritte nach dem Verlassen des architektonisch eher eigenwilligen Bahnhofs offenbart sich die Stadt als typisch italienisches Kleinod. Dazu gehört – wie beinahe immer – ein Denkmal des Dichters Dante Alighieri, der allerdings nie in Trento …