Alle Beiträge, die unter Wein gespeichert wurden

Viele Köche? Viele Köche! Und Bio pur.

Nein, die vielen Köche verdarben ebenso wenig den berüchtigten Brei wie die Kalbszunge mit Milzbavesen oder die veganen Bulgur-Kartoffelpflanzerl. Ihnen gelangen vielmehr Kalbshaxe auf Gemüsebett mit Semmel(okay: Brötchen)auflauf und das zungenschmeichelnde Sanddornparfait! All diese Köstlichkeiten fertigten die von den Bio Hotels eingeladenen Hobbyköche und Genussmenschen am ersten Tag des Kochlust PUR III-Events an. Und ich war eine davon! „Sinn und Sinnlichkeit in 6 Gängen“ lautete das Motto an Herd und Esstisch. Genau das setzten wir auch mit allen Sinnen an den beiden Tagen im Alten Wirt in Grünwald bei München um: Da wurde gewaschen und geschnibbelt, entgrätet und geschält, gerührt und geschmolzen, überbacken und gebraten, frittiert und gekühlt, was das Zeug hielt. Und in vielen Dialekten gesprochen, denn wir waren eine bunte Mischung aus vielen österreichischen und deutschen Bundesländern, die bei allen Unterschieden in Alter, Beruf, Geschlecht und Zungenkocherfahrung doch eines einte: Wir lieben echte Lebensmittel. Echt heißt in diesem Falle: regional, saisonal, aus Bio-Anbau oder Bio-Haltung. Also nix mit Bindern und Rieselhilfen, Farbstoffen und Aromazusätzen, keinen Genveränderungsgedöns und kein Schnelltollsuperbilligwenigerkohlenhydratekaumfettabervollerersatzstoffenmist. Von dem ich nichts …

In vino complexitas. Und der Schlaf im Salz.

Ich hatte das große Vergnügen, an der Verkostung der Best of Bio – Wine 2016 unter dem Motto „Wein und Salz“ teilnehmen zu dürfen. Dabei gingen 420 Weine aus sieben Ländern (Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Südafrika) ins Rennen um die beliebtesten Bio-Weine und stellten sich dem Urteil der 22-köpfigen Jury. „Wir sind Bio, wir sind Salz“, titelt die Hauszeitschrift unseres Gastgebers Bayerischer Wirt in Augsburg, der sich den Standards und Werten der Bio Hotels angeschlossen hat. Schnell wird klar: Die Eignerfamilie lebt ihr Motto. In jedem Raum begegneten wir Gegenständen aus Himalaya-Salz, seien es Vasen oder andere Dekorationsgegenstände, kleine Salzfäßchen zum Selberschaben an den Tischen, Lampen, mit Salzkacheln verkleidete Säulen oder Fensterbretter. Und doch: Nichts ist es irgendwie aufdringlich, vielmehr fällt es an manchen Ecken erst auf den dritten oder vierten Blick auf. Salzschlaf ist aufregend – und entspannend Wirklich einzigartige Nächte verspricht das Salzzimmer, in das ganze sechs Tonnen (!) Salz verbaut wurden. Ein bisschen skeptisch waren wir beim Betreten des Zimmers schon – immerhin ist es im Keller gelegen und verfügt auch nur über zwei kleine Fenster …

Die Weinfreuden Italiens und der Rotkrebs

30 Jahre ist er nun schon alt, der berühmte und immer wieder heiß diskutierte rote Weinführer Italiens. Lange hieß er „Vini d’Italia“, wurde aber schon damals meist „der Gambero Rosso“ genannt. Was nur zum Teil stimmte, da das jährlich verlegte Werk eine Coproduktion der italienischen Lebensmittelkoryphäen Gambero Rosso (übersetzt „Roter Krebs) mit Sitz in Rom und Slow Food im piemontesischen Bra war. Es kam irgendwann, wie es wohl in so manch italienischer Ehe üblich ist, zu Meinungsverschiedenheiten, Kompetenzgerangel und schließlich im Jahr 2009 sogar zum Bruch. Seit 2012 bringt nun Gambero Rosso das Werk in Eigenregie auf den deutschen Markt, mittlerweile als „Weine Italiens“. Jahr für Jahr werden in den Sommermonaten mehrere zehntausend Weine von den Verkosterteams (etwa 60 Personen stark) blind verkostet und beschrieben – 2016 gelang etwa der Hälfte der ursprünglich 44.000 eingereichten Weine von 2.400 Winzern der Einzug ins Buch. Die begehrte Top-Prämierung der Drei-Gläser-Wertung („trebicchieri“) erhielten diesmal satte 421 Weine (vor zehn Jahren waren es noch 246). Und um das Top noch mal zu toppen, werden jährlich Sonderpreise für den besten Schaum-, Rot-, Weiß- und Dessertwein sowie an das Weingut, den Önologen und das Nachwuchstalent …