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Six days in Berlin. Genial.

Ich mag die Stadt. Ich mag ihre prunkvollen Seiten, ihre abgeranzten Ecken und Kanten, ihre Originale, ihre Hackfressen, das Zuwanderwirrwarr, ihre Undurchschaubarkeit, ihre Wichtigkeit und ihre Scheißegal-Mentalität. Ich mag die Größe der gefühlten 523 Stadtteile, die Unberechenbarkeit der Straßenführung, die Kaputtgehwege und Edelanlagen, die Zufallskneipen und Bio-Läden. Berlin ist übrigens die einzige Stadt, in der die Anreise IMMER länger dauert als die Abreise. Warum auch immer. Nun also endlich mal nicht nur eine Dreitages-Stippvisite mit festem Programm. Diesmal also buntes Allerlei. Meine Berlin Sixdays. Gestartet mit einer wirklich einzigartigen Geburtstagsfeier, bei der der Gastgeber seine Gäste und sich mit einem Konzert beschenkte. Es wurden ausschließlich Eigenkompositionen gespielt, stilistisch und thematisch von hier nach da vom Eigenliebelied bis hin zum Grillmeister. Ja, genau zu dem Grillmeister. Happy Birthday, young chap! Und danke für einen unvergesslichen Abend, lieber Jonny! Dann der 1. Mai. Ein Strahletag von A bis Z. Ein Tag des Mich-Treiben-Lassens. Schlangestehen macht bei gutem Wetter auch mehr Spaß. Und für die Gerhard Richter-Ausstellung ist’s gut machbar. Mein Eindruck nach dem Besuch der Neuen Nationalgalerie: …

Jahreswechsel. Perspektivwechsel.

So vieles in diesem Jahr ging oft so nahe ans Unerträgliche. Und manchmal auch darüber hinaus. Die Erinnerung an diese Pein wird wohl noch eine Weile wach bleiben – und vermutlich soll sie es auch. Es ist an der Zeit für mich, dampfende Scheißehaufen nicht länger hübsch zu formen, mit Edelschokolade zu überziehen und Goldblättchen zu verzieren, um sie dann freundlich – den Basisgeschmack überlächelnd – zu verzehren. Es war und ist an der Zeit, Schrecken als solche zu benennen. Auch laut. Auch deutlich. Dieses Jahr 2011 hat mich gefordert wie sonst keines. Alte Wunden aufgerissen, neue hinzugefügt, kaum Zeit gelassen, dass sich etwas Narbengewebe bilden konnte. Wieder und wieder und wieder hat es mich niedergestreckt. Vom Anfang bis zum Schluss. Schmerzen verursacht, Tränenschleusen geöffnet, innerste Fassadenteile ins Bröckeln gebracht. Schwierige und deshalb wichtige Fragen aufgeworfen, die noch lange nicht alle Antworten gefunden haben – und vielleicht auch nicht so schnell finden lassen. Und deshalb ist mir wichtig, all das Positive des Jahres zu benennen, dass mir zu Inseln der Kraft und des Wohlgefühls wurde. …

Stelen. Wahr. Nehmen.

Irgendwo im Nirgendwo der Woche 11. Noch regiert dieser dauerstumpfe Schmerz. Weckt mich viel zu früh und gibt Alberich und seinen perfiden Kumpels Gelegenheit, meinen Brustkorb von innen wund zu tanzen und die Gedankenräume auszukleiden mit ätzendem Übelgut. Die sommerliche Unbeschwertheit des Flip-Flop-Zehengefühls scheint noch nahezu unerreichbar. Kapitän Ahab beharrt auf seinen Kampf gegen Mobby Dick, obwohl er ihn doch längst verloren weiß. Irgendwo, auf dem Weg in den September, der erste Schmerzfreiheit verheißen soll, stehen große Worte. Die Stelen des Durchhaltens. Zufriedenheit.
Erfolg.
Zeit.
Selbstgefühl.Lebensfreude.
Wohlbefinden.
Authentizität.Strahlkraft.Glück.