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Buchschwanger. Oder: Warum man als Autor nicht in der Jogginghose schreiben sollte.

Herrlich: Es frühjahrt endlich! Die Wetter-Apps stellen sogar erste Annäherungen an die 20° Grad-Marke in Aussicht und auch, wenn wir in Bayern statt Ostern schon häufig „Weißtern“ gefeiert haben und manchmal eher Christbaumkugeln als Ostereier an die Palmkätzchen hängen müssen, manifestiert sich der Wunsch, die Wintermäntel und Schneestiefel in den wohlverdienten Sommerschlaf schicken zu wollen. Oha … da wulstet sich was! Für mich stellt sich die Frage nach passender Kleidung ohnehin gerade intensiver, da ich in wenigen Tagen mit weiteren Journalisten und Bloggern nach Paris auf eine Kulturpressereise entschweben werde, zu der Atout France eingeladen hat. Wie aufregend und frühjahrsfrisch: Große und kleine Museen, die Oper und die Philharmonie, zwei Châteaux, verlockende Gaumengenüsse, ein Ballettabend, Cineastisches und auch die hohe Kunst der Mode – all das werde ich nächste Woche erleben, bestaunen und genießen (wer mir und uns live folgen will, kann dies unter #feelfrenchculture auf Instagram, Twitter & Co. ). Und klar: Da will ich nicht ausschauen wie Hulle (wer war das eigentlich?). Da liegt doch eher der Satz nahe „Ich kann so nett ausschauen, wenn …

Alles eine Frage des Blickwinkels. Richtig.

Ich gebe es offen zu: Ich bin kein Bergaufläufer. Ist sicher auch eine Konditionssache, aber per se: es ist einfach nicht meines, Hügel oder Berge zu besteigen. Ich laufe gerne, durch Landschaften und durch Städte. Zum Genuss und um diese zu erkunden. Nur dieses „hinauf“ überlasse ich gerne anderen Menschen. Nun waren wir jüngst in Barcelona. Und wir sind viel gelaufen. Sehr viel. Und dann war da dieser Abend. Und er wollte nun also unbedingt an diesem Abend noch prüfen, ob die Seilbahn fährt. Sicherlich war das auch der perfekte Zeitpunkt, denn nach Regentagen zeigte sich nun endlich das, was man auch von Barcelona erwarten würde: Sonne. Nennen wir es eher „vereinzelte Sonnenstrahlen“. Jedenfalls war es eine traumhafte Stimmung. Und so machten wir uns auf, um die Seilbahn zu finden. Nun haben ja Seilbahnen eine Voraussetzung. Und die heißt: Berg. Und: Tal. Taliger als auf Meereshöhe kann man kaum sein. Schön, dachte ich mir: dann wird nun nahe der entsprechenden U-Bahnstation auch die Talstation liegen. Weit gefehlt: eine Zahnradbahn führt nun also erst den Berg hinauf. Und von dort …

Luxus ist nur ein Chamäleon.

Oh, wie waren sie wichtig, diese kleinen und großen Belohnungen für stressige Arbeitstage! Seelentröster, Eigenbelobiger, Fluchtkäufe. Einige waren verbunden mit längeren Brauch-ich-das-wirklich-Überlegungen, andere klare Das-hab-ich-mir-verdient-und-gönns-mir-jetzt-einfach-Spontankäufe. Klassisch reduzierte Das-krieg-ich-nie-wieder-für-das-Geld-Schnäppchen hielten ebenso triumphalen Einzug in die heimischen Wände wie Seelenkitsch-initiierte-(Kurz-)Urlaubsmitbringsel, die das dem-Alltag-Fernsein möglichst dauerhaft verlängern sollten. Vor dem Urlaub noch schnell das Wochenende mit dem Gschpusi in einer Romantikmetropole. Oder überhaupt einfach mal ein paar Tage in einer anderen Stadt. Nach langem Drumrumgeschleiche und mit einer Mischung aus Schlechtgewissen und Besitzerinnenstolz musste es dann auch irgendwann die Tasche aus bedrucktem Segeltuch sein, deren Monogramm auch für „Lebensverarsche“ stehen könnte. Immer wieder diese „Ich muss mir jetzt was Gutes tun“-Sätze – als Rechtfertigung für den Moment des Luxusgut-Erwerbs. Die doch letztlich nichts als mir selbst gegenüber unehrliches Kompensationsgehabe waren. Natürlich verdiente ich sehr gut in meinem Stabsstellenjob im Großkonzern. Aber es war ein Knochenjob, bei dem wirklich jedes Wort – intern wie extern – auf die Goldwaage zu legen war. Neben Dauerbeschuss mit „Wir müssen mal“-(also: „mach mal“-)Mails und unendlich vielen Themen auf dem Tisch kosteten mich vor …