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Wenn Leitung fehlt, kann Leid rasch folgen.

Am vergangenen Samstag Abend saß ich Abo-bekartet wieder einmal im Münchner Gasteig. Auf dem Programm standen ein zeitgenössisches Kurzwerk eines ungarischen Komponisten, ein Klavierkonzert von Beethoven sowie eine Symphonie von Antonín Dvořák. Natürlich ging es mir in erster Linie um einen genussvollen musikalischen Abend in angenehmer Begleitung – nur diesmal kam ein lehrreicher Nebeneffekt hinzu. Nach der Pause. Da stand Dvořáks Symphonie an. Ein schönes und für diesen Komponisten typisches Werk. Nicht wirklich atemberaubend, aber immerhin Wiederhörensfreude auslösend. Dachte ich. Bisher. Und musste erstaunt feststellen, das es diesmal recht anstrengend wurde. Denn der Dirigent führte nun durch, was offensichtlich seine große Passion ist: einen überaus blumigen Dirigier-Stil. So tänzelte und schwang er sich mehr oder minder anmutig von Note zu Note zu Note zu Note. Und Dvořák sparte in seinem Opus weder an Noten noch an musikalischen Motiven noch an der Besetzung oder gar an Tempi. Im Gegenteil: es lebt, es bebt, es quirlt sich durch das Orchester. Bunt und facettenreich. Und so tanzte und tanzte und tanzte der Dirigent und schwang Hüften und Arme und Beine …

Kreativität. Mehr als eine Worthülse.

Seit Jahren tagt und tanzt der Kommunikationskongress, die Fachtagung für Public Relations, Ende September im Berliner Congress-Centrum. Gut 1.600 zumeist in Grau- und Schwarztönen betuchte Kommunikatoren aus Unternehmen, Verbänden, NGOs und Agenturen besuchten also soeben zwei Tage lang Vorträge, Workshops und Diskussionspanels. Sie lernten aus Best Case-Präsentationen von Kollegen, schüttelten die Köpfe über die Krisen und Skandälchen des vergangenen Jahres, tuschelten über Branchennews, warteschlängelten sich an Kaffee- oder Frozen Yoghurt-Ständen, hofften auf den Gewinn eines iPads und feierten mehr oder minder das Wiedersehen mit ehemaligen Kollegen. 2012 scheint es, als sei das Gros der Kollegen nun auch wirklich in den ehemals so geschmähten Niederungen der Digital Relations angekommen. Dafür ein aufrichtiges Danke! Es ging zudem um die soziale Verantwortung von Unternehmen, die Reputation vor, während und nach Krisenzeiten oder auch um die Bemühungen von Unternehmen, sich als attraktiven Arbeitgeber darzustellen. Die schönsten und mir wichtigsten Momente erlebte ich in den Diskussionen und Keynote-Reden, in denen zu mehr Reflexion und Besonnenheit aufgerufen und für die gute alte Tugend des Zuhörens geworben wurde. Herrlich ehrlich zeigten sich manche Teilnehmer des Workshops „Zur erfolgreichen …

Aus tiefer Überzeugung entscheiden. Wahrhaftiger leben.

Vor gut zwei Jahren schrie das Gefühl schon „JA!“ und der Verstand grummelte noch vor sich hin und warf das ein oder andere „Wozu denn – das braucht’s doch nicht“ ins Rennen. Nachlesbar hier. Wieder ein Grund, meine Bloggerei als für mich wichtig zu empfinden – aber das ist nur ein Nebeneffekt. Es dauerte noch eine ganze Weile, bis das Gefühl sich wieder aus dem Bauschutthaufen des Verstandes heraus gewühlt hatte. Bis Mut hinzu kam. Und damit das äußere Bejahen des tiefen inneren Wissens um die Richtigkeit der Entscheidung. Die nötige Prise Glück kam auch noch hinzu, denn just an dem Abend, an dem ich mein „Ja – jetzt tu ich es!“ klar gezogen hatte, lief auch die Anmeldefrist aus. Und trotz weiterer widriger Umstände habe ich es geschafft, meine Bewerbung noch vor Mitternacht einzureichen. Die Einladung zum Auswahlgespräch fühlte sich dann an wie eine Oscar-Nominierung. Und Wochen später folgte dann das „Ja – wir freuen uns auf Sie“. Wow. Nun konnte ich also das Handwerkszeug des Systemischen Coaching erlernen und dies bei artop, einer überaus …