(un)sinniges, Coaching, Kommunikation
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Aus tiefer Überzeugung entscheiden. Wahrhaftiger leben.

Vor gut zwei Jahren schrie das Gefühl schon „JA!“ und der Verstand grummelte noch vor sich hin und warf das ein oder andere „Wozu denn – das braucht’s doch nicht“ ins Rennen. Nachlesbar hier. Wieder ein Grund, meine Bloggerei als für mich wichtig zu empfinden – aber das ist nur ein Nebeneffekt.

Es dauerte noch eine ganze Weile, bis das Gefühl sich wieder aus dem Bauschutthaufen des Verstandes heraus gewühlt hatte. Bis Mut hinzu kam. Und damit das äußere Bejahen des tiefen inneren Wissens um die Richtigkeit der Entscheidung.

Die nötige Prise Glück kam auch noch hinzu, denn just an dem Abend, an dem ich mein „Ja – jetzt tu ich es!“ klar gezogen hatte, lief auch die Anmeldefrist aus. Und trotz weiterer widriger Umstände habe ich es geschafft, meine Bewerbung noch vor Mitternacht einzureichen. Die Einladung zum Auswahlgespräch fühlte sich dann an wie eine Oscar-Nominierung. Und Wochen später folgte dann das „Ja – wir freuen uns auf Sie“. Wow. Nun konnte ich also das Handwerkszeug des Systemischen Coaching erlernen und dies bei artop, einer überaus fundierten und renommierten Adresse in diesem Bereich.

Was dann folgte, teilte sich klar in zwei Lager: das innere Wohlgefühl und auch die überaus positive  Bekräftigung der wenigen Menschen in meinem Umfeld , denen ich von meinem Schritt erzählte. Und zum Anderen einem oft auch schmerzhaften Lernprozess. Denn als Kommunikatorin hielt ich es für selbstverständlich, meinen Chef (in diesem Fall den Geschäftsführer) zu informieren, dass ich mir in den kommenden Monaten einen gewachsenen Wunsch erfüllen und die Kunst des Coachens erlernen wolle. Selbstverständlich auf eigene Kosten und natürlich in Nutzung meiner Urlaubstage. Aus Interesse und ohne konkrete Absicht. Mit der Vermutung, Inhalte durchaus auch im täglichen Job einfließen lassen zu können. Offenheit schafft Verständnis – so lautete mein Credo. Organisationen haben jedoch ihre ganz eigenen Regeln und folgen einer eigenen Kommunikationskultur.

In den Augen des Geschäftsführers hatte ich als Person durch die Offenlegung meines Fortbildungsinteresses klar signalisiert, meine Rolle in der Organisation nicht mehr so überhundertprozentig wahrnehmen zu wollen, wie er das bis dahin erfahren hatte. Er sah also die Funktion „Pressesprecher“ gefährdet. Und so wurde mit der Zeit aus Vertrauen Misstrauen und viele weitere Punkte kamen hinzu. Sicherlich für beide keine einfache Situation. Mich führte sie mehr und mehr über die Grenzen meines Wohlbefindens hinaus und mein Körper gewöhnte sich an, mich lauter und lauter anzuschreien, um mir zu signalisieren, dass ich längst nicht mehr im Gleichgewicht war. Irgendwann konnte ich erkennen, wie sehr ich mich verdreht und verschraubt hatte und so letztlich auch die Konsequenzen ziehen.

So sehr vieles auch ins Wanken geraten war und mir viel Zeit in Wartezimmern von diversen Ärzten abverlangte, so gab es doch auch meine Insel. Sie war klein, sie lag im Prenzlauer Berg und ich konnte jeden Monat mich  an drei Tagen dort auftanken. Auch dort beutelte es mich, immer wieder flossen Tränen, Ohnmachtsgefühle kamen und gingen wie auch Selbstzweifel oder sogar mal Wut. Und doch wusste ich immer: „Das hier ist richtig.“

„Entwicklung passiert außerhalb der Komfortzone“ – das war einer der Sätze in der Ausbildung, deren Wahrheitsgehalt ich selbst deutlich prüfen durfte.

Zum März habe ich das Unternehmen verlassen. Die Krankheitssymptome des vergangenen Jahres haben sich nun von dannen gemacht. Mein Briefkasten und sicherlich auch die Krankenkasse erfreuen sich des Abebbens der Arztrechnungen, die Papiertaschentuch-Industrie dürfte noch an der Analyse deutlicher Einbußen in den vergangenen Monaten sitzen.

Seit Ende Juni halte ich mein Zertifikat für Systemisches Coaching in den Händen. Viel wichtiger noch: seit einigen Wochen spüre ich, dass ich angekommen bin. Wieder. Bei mir. In meinen Talenten, meinen Fähigkeiten und meinem Stil. Und das Schönste daran ist, dass meine ersten Klienten mir genau das widerspiegeln und sich mit Hilfe meiner Begleitung ihren Themen stellen und selbst in ihre Lösungen finden.

Wahrhaftige Lösungen.
Es gibt nicht Besseres.
Ich spüre es deutlich.
Auch dank der Hilfe meines sehr guten Lehr-Coachs, deren Fragen und Interventionen mich einige neue Facetten in mir selbst haben erkennen lassen und mir über diese Erkenntnisse auf den Weg in meine nächsten Schritte geholfen haben. Das ist das Wunderbare am Coaching: man arbeitet an Ressourcen und Lösungen orientiert und hilft dem Coachee so, aus sich selbst heraus voran zu schreiten.

Ich werde meine nächsten Schritte gehen können.
Aus meinen inneren Lösungen heraus.

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