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Hoppe hoppe Prinzipienreiter. Wenn Du fällst…

Man macht das nicht. Das auch nicht. Das schon gar nicht. Ich? Nie! Schon aus Prinzip nicht. So gelernt. So verinnerlicht. So gelebt. So überzeugt. So lange. Und dann kommt sie, die Nie-im-Leben-Situation. Du hältst fest an dem, was Du richtig nennst. Wirst mehr und mehr zur Gefangenen Deiner Überzeugung. Verhedderst Dich in den Fäden dieses Grundsatz-Netzes. Sie schlingen sich um Deinen Hals, Deine Seele, Dein Herz. Sie ranken sich um Deine Zehen, Füße und schließlich Beine. Ziehen ihr Gespinst immer dichter. Bis Du spürst, wie sie Deine Schritte schwerer werden lassen. Bis Du spürst, dass sie Dir den Atem nehmen. Bis Du spürst, dass Dich die Tränen Deiner inneren Stimme würgen. Ergibst Du Dich? Oder erwägst Du das nicht mal? Schon aus Bestemm nicht. Oder? Wagst Du den Schritt? Den Sprung? Was würde der Absprung aus dem Dich rasend machenden Galopp des Prinzipiengauls nur bringen? Kleine oder große Blessuren? Bricht es Dir das Genick? Oder das Herz? Schließlich hast Du es gelernt: Wenn Du fällst, dann schreist Du! Schrei! Schrei laut! Aus tiefster Seele. …

Ja. Oder doch nicht? Doch! Ja! Vielleicht…

Will ich das? Ja ja ja ja. Ist es wirklich das Richtige? Ja ja ja ja. Sagt der Bauch. Sagt die Wärme, ja eigentlich ist es sogar Hitze, die in mir aufsteigt. Ja! Sagt das Gefühl. Und auch der Verstand, diese immer so gern sich einmischende Kontrollinstanz meiner Selbst. Mach es. Tu es. Und doch. Da ein Gramm Abwartenwollens, dort fünf Millimeter Bedenken. Abwarten? Again? Nein, das tu ich doch schon seit zwei Jahren. Vielleicht aber doch noch mal ein paar Mal drüber schlafen? Dabei ist’s doch erwiesen: die schnellen, weil intuitiven Entscheidungen waren oft die besten. Diejenigen, die ich am wenigsten bereute. Die, die was voran getrieben haben. Schmeiß ihn weg, diesen hinderlichen Verstand! Diesen Bremser. Diese widerliche Zweifelinstanz. Du hast das Geld. Hier ist es sinnvoll angelegt. Sinnvoller als für mich und meine Weiterentwicklung kann ich es nicht nutzen. Und: So klar wie gestern war etwas selten. Und doch… Nein! Bitte keine Zweifel. Bitte nur Zutrauen in die Richtigkeit der Entscheidung. Loslassen. Habe doch erfahren, wie gut das tut. Wird es wieder tun. Ja. Ja …

Cache 1.0 leeren. Runterfahren aufs Ich.

Erholung war vonnöten. Und nach all der Kommunikation nach außen und mit vielen nun mal wieder der Mono-Dialog mit mir. Fragen und Antworten kommen lassen – von sich aus. Ohne Zeitnot, ohne Vorgaben von außen. Kein Internet, keine Tageszeitung, kein Radio. Schlafen, lesen, wenig sprechen. Reduktion. Heilfasten. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass es mir ab und an gut tut, geleert in den Alltag zurück zu gehen. Dieser Verzicht auf vieles bringt mich wohl wieder ein Stück näher zu mir. Alle drei Male war das Erleben bisher unterschiedlich und auch bei diesem vierten Mal bewies sich, dass jede dieser Innenreinigungen ihren ganz eigenen Verlauf nimmt. Der Start war verdächtig selbstverständlich: das letzte, schon vorbereitend schonende Abendessen the day before. Die beim ersten Mal schier unmöglich erscheinende Aufgabe, um 5 Uhr früh die Zitronensaft-Glaubersalz-Mischung mit einem Liter Wasser zu trinken – diesmal fiel’s mir leicht. Macht man eben. Die Anwendungen, die Massagen, die mittäglichen Leberwickel mit Heu… hat man eben. Tun gut. Fünf bis sechs Liter Wasser und Kräutertee. Trinkt man eben – diesmal auch ohne Aggressionsentwicklung bei Betrachtung des stets gut gefüllten Wasserkrugs. Der …