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Frühling läßt den Feudel schwingen. Oder: Outmisting befreit.

Er nähert sich mit zögerlichen, aber wahrnehmbaren Schritten. Er lässt die Saat der Hoffnungen und Wünsche dieses Jahres behutsam keimen. Er bahnt sich einen zarten Weg durchs Wintergrau, indem er Vögel zu ersten Morgenplaudereien veranlasst. Er wird sich sicherlich noch etwas Zeit lassen und wie eine verführerisch gestimmte Frau nur ab und an ein kleines, nahezu beiläufiges Zeichen für die kommende Nähe setzen. Der Schelm mit seinem berühmten blauen Band. Der Mutmacher unter den Jahreszeiten. Der verheißungsvolle Säfte-Mobilisator. Der Frühling eben. Vielleicht liegt’s doch am zunehmenden Alter, dass er mir so wichtig wird. Vielleicht liegt’s auch an viel zu viel Weiß und Grau-in-Grau des gefühlt nicht enden wollenden Novembers 2009. Oder an der Tristesse der Themen dieses Winters. Egal, denn sie neigt sich ihrem Ende zu. Und mit ihr die Anwesenheit des ein oder anderen Gegenstandes in meiner Wohnung. Raus mit überflüssigem Ballast! Und mehr Platz für… ja, wofür? Für Neues? Egal. Erstmal raus mit den Uralt-Reiseführern, die es damals im Verlag im Rahmen des Vertrags gratis gab, für Regionen und Städte, ich auch in …

Schnee. Kälte. Kargheit. Erdung.

Es ist der erste Winter, den ich so wahrnehme. So puristisch, so klar, so befreiend. So erfrischend karg und faszinierend beruhigend für’s Gemüt wie früher nur die Feuerberge Lanzarotes auf mich wirkten. Still wie die Feuerberge. Abwechlungsreich in seinen Weiß-Schattierungen – wie die Feuerberge in ihren Grau-, Braun- und Schwarztönen zu bezaubern beginnen, so man es nur zuläßt. Ich lasse sie diesmal zu, diese Weißtöne. Ich kann sie zulassen. Die Kälte, die ich plötzlich sehen kann. Die mich nicht mehr schreckt, sondern die einfach jetzt dazu gehört. Wie die hörbare Stille einer Winterlandschaft. Fahr ich Richtung Tegernsee, bekommt meine innere Ruhe ihre Chance. Innere Ruhe. Bis hin zur Ausgeglichenheit. Seltene Tugend Wohlgefühl. Musik spielt da auch ihre Rolle – wie immer in meinem Leben. Passen Blick und Gehörtes zusammen, kann ich atmen. Durchatmen. Komme zur Ruhe. Kann ausatmen. Will weiteratmen, wo mir gerade noch die Luft fehlte. Schneelandschaft ist puristisch und heroisch zugleich. Tut gut. Leichter Schneefall, der zwar nach einer Stunde seine Spuren auf Straßen, Feldern, Häusern und Bäumen hinterläßt, aber im Moment doch …