(un)sinniges, Coaching, Innenreise
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Frühling läßt den Feudel schwingen. Oder: Outmisting befreit.

Er nähert sich mit zögerlichen, aber wahrnehmbaren Schritten.
Er lässt die Saat der Hoffnungen und Wünsche dieses Jahres behutsam keimen.
Er bahnt sich einen zarten Weg durchs Wintergrau, indem er Vögel zu ersten Morgenplaudereien veranlasst.
Er wird sich sicherlich noch etwas Zeit lassen und wie eine verführerisch gestimmte Frau nur ab und an ein kleines, nahezu beiläufiges Zeichen für die kommende Nähe setzen.

Der Schelm mit seinem berühmten blauen Band.
Der Mutmacher unter den Jahreszeiten.
Der verheißungsvolle Säfte-Mobilisator.
Der Frühling eben.

Vielleicht liegt’s doch am zunehmenden Alter, dass er mir so wichtig wird.
Vielleicht liegt’s auch an viel zu viel Weiß und Grau-in-Grau des gefühlt nicht enden wollenden Novembers 2009.
Oder an der Tristesse der Themen dieses Winters.
Egal, denn sie neigt sich ihrem Ende zu.

Und mit ihr die Anwesenheit des ein oder anderen Gegenstandes in meiner Wohnung.
Raus mit überflüssigem Ballast!
Und mehr Platz für… ja, wofür?
Für Neues?
Egal.

Erstmal raus mit den Uralt-Reiseführern, die es damals im Verlag im Rahmen des Vertrags gratis gab, für Regionen und Städte, ich auch in den nächsten zwei Jahren nicht  besuchen werde!
Raus mit den Guides aus den Jahren 2005 bis 2008 zu Restaurants, Weinen, Ölen und weiteren Lebensmitteln!
Raus mit alten Zeitschriften!
Raus mit Büchern, die ich nicht noch mal oder nie lesen werde!
Raus mit dem elf Jahre alten Brotbrett, dass in seiner Verzerrung nur noch meinen Nostalgie-Anfällen an die schöne Zeit in Hamburg dient!
Raus mit… gut, mit CDs fällt’s dann schon schwerer. Ich könnte ja mal wieder dann ausgerechnet… na gut, die ein oder andere darf noch mal bleiben.
Ihr Zeitungsauschnitte mit Ausflugstipps, Hotelempfehlungen, Rezepten, guten Artikeln – brauch ich Euch wirklich noch? I’am afraid – nicht wirklich alle. Es sei Euch also fröhliches Recycling gegönnt!
Ran an die heimtückisch sich versteckenden Brösel, Fusel und Kräuterchen in den Küchenschränken und Schubladen und raus mit ihnen.
Weg mit dem Oll-Senf aus dem Kühlschrank und der prähistorisch anmutenden Soja-Sauce.
Danke noch mal für so manche Karte mit Weihnachtsgrüßen, Urlaubsgedanken oder Glückwünschen – und nach erneuter Verinnerlichung dann ab die Post ins Altpapier mit der anderen Papierflut.
Ciao an die Schuhe, denen ich seit dem letzten Umzug nur Herberge war und nicht Weggefährtin.
Byebye, Ihr gemütlichen ollen Sport- und Gammel-T-Shirts.

So, langsam ist wieder Platz in der Bude.

Platz für Neues?
Sicherlich auch. Ich kenn mich doch.
Platz vor allem aber für mich!

Dafür schon mal danke, Frühling.

1 Kommentar

  1. Matthias Noortwijck sagt

    Einfach nur schön!!!
    Verleitet mich doch dazu, den Blick schweifen zu lassen und siehe da, hier gibt es auch einiges für’s Outmisting 😉
    Also ran und weg damit!
    In diesem Sinn: Vieni Primavera!!!

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