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Cache 1.0 leeren. Runterfahren aufs Ich.

Erholung war vonnöten. Und nach all der Kommunikation nach außen und mit vielen nun mal wieder der Mono-Dialog mit mir. Fragen und Antworten kommen lassen – von sich aus. Ohne Zeitnot, ohne Vorgaben von außen. Kein Internet, keine Tageszeitung, kein Radio. Schlafen, lesen, wenig sprechen. Reduktion.

Heilfasten. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass es mir ab und an gut tut, geleert in den Alltag zurück zu gehen. Dieser Verzicht auf vieles bringt mich wohl wieder ein Stück näher zu mir. Alle drei Male war das Erleben bisher unterschiedlich und auch bei diesem vierten Mal bewies sich, dass jede dieser Innenreinigungen ihren ganz eigenen Verlauf nimmt.

Der Start war verdächtig selbstverständlich: das letzte, schon vorbereitend schonende Abendessen the day before. Die beim ersten Mal schier unmöglich erscheinende Aufgabe, um 5 Uhr früh die Zitronensaft-Glaubersalz-Mischung mit einem Liter Wasser zu trinken – diesmal fiel’s mir leicht. Macht man eben.
Die Anwendungen, die Massagen, die mittäglichen Leberwickel mit Heu… hat man eben. Tun gut. Fünf bis sechs Liter Wasser und Kräutertee. Trinkt man eben – diesmal auch ohne Aggressionsentwicklung bei Betrachtung des stets gut gefüllten Wasserkrugs. Der frisch zubereitete Gemüsesaft, an dessen Viertelliter man mittels eines Teelöffels bis zu 40 Minuten hinlöffeln kann. Abends dann die wärmende Basenbrühe. Zwischendurch Schlaf. Und Schlaf. Und Schlaf. Oder ein Nickerchen zwischen ein paar Kapiteln. Ja – auch bekannt, zumindest für die ersten drei Tage. Dann folgen im Normalfall Kraft und Energieschübe. Diesmal nicht. Nichts. Gar nichts. Verfalle ich einer Fasten-Routine?

Müdigkeit. Erschöpfung. Schlafbedürfnis.
Und statt wohliger Träume die Leerung des inneren Caches – allerdings unter offensichtlicher Kurzbetrachtung jeder einzelnen Datei, sei sie gefällig oder abscheulich. Die Gespenster toben durchs Traumgebälk und führen ihren hexensabbatgleichen Tanz durch mein Unterbewusstsein so ungeniert und lautstark auf, dass ich immer wieder mit einem dezidierten „Nein! Raus!“ hochschrecke. Die Körpergifte entwinden sich ihrer Kraft über alle Organe.
Beständiger und massiver als bisher.

Also gut, den Kampf nehme ich auf. Es geht in die Verlängerung. Diesmal kein Fastenbrechen an Tag sechs – nein, werte Peiniger! Dann war das eben nur die Halbzeit. So faste ich zuhause weiter. Ohne Massagen, ohne Besaftung und Bebrühung. Ohne die liebevoll gewählten Aphorismen und Gedichte, die manchmal an den Tassenrand dekoriert sind. Dafür mit Eigeneinkauf, Eigenschnibbelei, Eigensaftpressenreinigung nebst zierender Rote Beete-Flecken auf der Lieblingsbluse, Eigenalles. Garniert von Internetzugangsärger und jeder Menge Termine. Und im Handumdrehen sinkt der Flüssigkeitszufuhrpegel auf 3 Liter und verschieben sich Mittag- und Abendtrinken auch mal um zwei Stunden. Ackern und Dinge erledigen bis hin zum Sternchensehen am Firmament des Augenhintergrunds.

Nein! Raus mit alten Gewohnheiten, weg mit den kräftezehrenden Überflüssigkeitsdaten meines Tuns und Denkens. Entrümpeln. Atmen. Durchatmen. Ankommen bei mir. Es hat länger gedauert, diesmal, und es war anstrengender. Ein Kampf eben. Mit mir und gegen mich. Mit Punkteverlust auf beiden Seiten. Aber diese Runde geht an mich.

Nun ist Tag 11.
Morgen früh gibt es einen Apfel.
Aromenexplosion.
Und dann zurück zum Berg des Alltags.

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