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Weniger geht auch. Gut sogar.

40 Tage Fastenzeit gehen allmählich zu Ende. 40 Tage Versuchsballon für mich selbst. Kein Zwang, kein Auftrag, nur innerliches Bedürfnis gepaart mit der mir innewohnenden Neugier auf Eigenentdeckung. Kein Fleisch. Keine Schwierigkeit. Auch wenn Worte wie „Schweinebraten“ oder auch „Weißwürscht“ durchaus klar machten, dass der dauerhafte Verzicht auf Fleisch aktuell nichts für mich wäre. Kein Alkohol. Gar kein Problem. Dann eben mal kein Wein. Wobei mir wieder einmal unangenehm auffiel, dass die Prowein und auch die Vinitaly in die Fastenzeit fallen – wie jedes Jahr. Auf sicherlich nachvollziehbaren Gründen. Dennoch war mir dieses Jahr der Verzicht auf alle Fälle wichtiger als der Besuch dieser Messen. Kein Süßkram. Klappte erstaunlich gut und leicht.  Zu Beginn überspielte ich Süßgelüste noch mit zugekniffenen Augen und Cashewkern- und Cranberry-Genuss. Irgendwann war auch das nicht mehr nötig. Wobei… das Rom-Wochenende. Nun ja, bei Giolitti musste es doch ein Eis sein. Ich gehe einfach davon aus, dass Sünden dieser Art erstens verständlich sind und zudem ein in unmittelbarer Nähe befindlicher Papst bairischen Ursprungs solche Fehltritte sowieso umgehend annulliert. Aus Verständnis. Und ich …

Und dann bist Du plötzlich erwachsen.

Gerade eben erst kam doch der Anruf. Endlich da. Gesund. Ein Mädchen. Und wie ich denn „Clara“ finden würde? Hinreißend, natürlich. Der Name stand doch auch auf meiner Namenswunschliste für all die Kinder, die ich nie bekommen habe. Dann – wenig später  – ein erneuter Anruf: nach wie vor gesund, auch immer noch weiblichen Genoms. Allerdings: der Name. Den gäbe es ja im Münchner Telefonbuch ganze neun Mal – das wäre doch nix. Meinte la Nonna. Und was ich denn von „Chiara“ halten würde? Schon schlug der gefühlten Halbitalienerin in mir das Herz noch ein bissl höher. Chiaro – Chiara! Dann unsere ersten gemeinsamen Stunden auf dem Balkon: Dein Köpfchen an meiner Brust, Dein leise schnurpselnder Atem an mir, Dein Minikörper in meinen Händen und Armen. Pure Seligkeit. Und dann folgen viele Erinnerungen: die Taufe mit einer Rede voller Eiweiß und Eiklar im unfarbigen Adler. Dein Jahrhunderte überstrahlendes morgendliches „DaDa!“ aus dem Reisebett in der Duna. Die ersten Schritte dort. Die Frage bei der Ankündigung, ich müsse noch in die Bank, ob ich dort Geld …