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Gereinigt. Gestärkt.

14 Tage sind es geworden. 14 Tage mit Tee, Wasser, mittäglichem Gemüsesaftteegelöffel, abendlichem Gemüsebrühengroßgelöffel, drei Teelöffeln Honig pro Tag und erfrischenden Auszutzelbissen in Zitronenschnitze. Dazu die Erkenntnis, wie unendlich viel Zeit ich sonst im Alltag mit Gedanken an „was esse ich – was habe ich Kühlschrank – was muss ich einkaufen – kalt oder warm – wann esse ich – wohin gehen wir essen – boah, habe zuviel gegessen – hätte jetzt ja schon Lust auf whatever – was koche ich für wen“ verbringe. Und der Genuss dieser Leichtigkeit, die sich schon nach wenigen Tagen einstellte. Dazu der Stolz, es geschafft zu haben – ohne großen Mühen. Der Schrecken, der sich einstellt, wenn ich nun lese von „Genießen Sie unser 4 Gänge-Menü!“ – unvorstellbar im Moment. Eine Zumutung für meinen Magen, die ich hoffentlich noch lange genau so wahrnehmen werde. Gestern morgen gab es also den vielgerühmten Fastenbrechen-Apfel. Und ich schlich um ihn herum, als sei er eine der wirklich unangenehmen Aufgaben, von denen man doch immer hofft, sie erledigten sich einfach von selbst. Ich …

Stelen. Wahr. Nehmen.

Irgendwo im Nirgendwo der Woche 11. Noch regiert dieser dauerstumpfe Schmerz. Weckt mich viel zu früh und gibt Alberich und seinen perfiden Kumpels Gelegenheit, meinen Brustkorb von innen wund zu tanzen und die Gedankenräume auszukleiden mit ätzendem Übelgut. Die sommerliche Unbeschwertheit des Flip-Flop-Zehengefühls scheint noch nahezu unerreichbar. Kapitän Ahab beharrt auf seinen Kampf gegen Mobby Dick, obwohl er ihn doch längst verloren weiß. Irgendwo, auf dem Weg in den September, der erste Schmerzfreiheit verheißen soll, stehen große Worte. Die Stelen des Durchhaltens. Zufriedenheit.
Erfolg.
Zeit.
Selbstgefühl.Lebensfreude.
Wohlbefinden.
Authentizität.Strahlkraft.Glück.

Here comes the Sun. Big darling!

Liegt’s vielleicht doch am Älterwerden, dass ich ihm mehr Bedeutung beimesse? Egal – wichtig ist, dass es passiert und dass ich es wahrnehme als das, was es ist. Jeder Sonnenstrahl, der sich’s durchs Wintergrau bohrt, weckt neue Lebensfreude. Jeder Wärmebogen, der die Eiseskälte schwächt, fördert das Wiedererwachen der Säfte. Jeder Vogelzwitscherino weist den Weg zum Reset der Natur auf „going green again“. Endlich wieder Fliegen, Mücken und sonstige Lästig-Insekten. Und bald berechtigte Hoffnung auf mehr Grün als die ersten zaghaften Grünspitzen in den Beeten. Liebe Beatles, it’s nicht nur alright. It’s magic!