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Mutande rosse. Y uvas de la suerte.

Same procedure as every year?  Well, somehow. Immer wieder stelle ich mir die Frage nach der Sinnhaftigkeit von datumsbezogener Fröhlichkeit. Aber sei’s drum – warum eigentlich nicht? Bekanntermaßen soll man die Feste feiern… Und irgendwie mag ich sie, diese wenigen Silvesterbräuche, die ich kenne. In Italien verheißt das Tragen roter Unterwäsche Glück  – nicht wirklich verwunderlich…  Auf Lanzarote und vermutlich in ganz Spanien gibt’s die „uvas de la suerte“ – mit jedem mitternächtlichen Glockenschlag verzehrt man eine kleine, süße und freundlicherweise kernlos spezialgezüchtete Traube. Wer dabei nicht debil zu sabbern beginnt, hat wohl wirklich Glück. Bei uns dahoam hat natürlich wie in vielen anderen Familien „Dinner for one“ seit langen Jahren Einzug gehalten. Es gibt Jahre, da wurde nur auf die Mimik von Master Freddy geachtet, dann dem Tigerfell und insbesondere dem Kopf Achtung geschenkt, gerne genommen ist auch die sekundiziöse Vorankündigung besonders hysterischer Lacher der im Publikum anwesenden Damen. Inzwischen kennt man auch die Version op Platt und dankt anderen Herausforderungen, wenn man doch mal wider Erwarten dieses Jahres-TV-Must verpassen konnte. Offizielle TV-Ansprachen sind so gar nichtscasowisches …

Demut. Der erste Tag.

Ich lese viel Gemeckere, Genörgle und sogar etwas Gezicke in meiner Twitter-Timeline. Nehme Wünsche wahr, die in ihren Ursprüngen sicherlich alle ihre Berechtigung haben. Und merke, wie leise meine wahren Wünsche geworden sind. Es muss für mich nicht das rauschende Silvesterfest, der perfekte Job, die Fähigkeit zu komponieren, die wunderbarste Handtasche der Welt, das neueste Technikgadget oder anderes sein. Ich wäre im Moment einfach glücklich, das Vertrauen in meinen linken Fuß wieder zu erlangen, laufen zu können, ohne fiese Schmerzen zu ertragen und somit jeden Schritt mit äußerstem Bedacht setzen zu müssen. Als ich neulich Meryl Streep in Mammamia auf dem Bett springen sah, schossen mir Tränen in die Augen. Was für ein Luxus! Einfach hüpfen – weil man es kann! Wie lange wird das dauern, bis ich das wieder können werde? Und wie viel Zeit wird vergehen, bis ich völlig unbeschwert hüpfen, springen, laufen werde! Irgendwann wird es soweit sein – das weiß ich. Diese Zuversicht trägt mich im Moment. Denn jetzt geht seit 11 Tagen gar nichts bzw. nur ein Minimum. Und die Aussicht …

Staade Zeit. Plötzlich da.

Ein Rutsch, ein Sturz, anhaltender Schmerz, ein Arztbesuch und eine Diagnose. Bänderriss. Ob nun einfach oder zweifach spielt letztlich auch keine Rolle mehr. Denn nun ist sie plötzlich zwangsweise da: die immer so genannte und bisher nie so erfahrene staade Zeit. Sofort fallen mir 1000 Gründe ein, warum sie überflüssig ist. Richtig überflüssig! Noch nicht ein Geschenk ist verpackt, nicht eine Karte geschrieben, alle Utensilien sind wunderbar über zwei Wohnsitze verteilt, im Job passt Krankheit ohnehin nie wirklich ins Konzept, die Tollwood- und Christkindlmarktbesuche wollten diese Woche endlich zelebriert werden, Freunde wollte ich besuchen und bescheren, der most herzenswärmende Vorweihnachtsbesuch aller Vorweihnachtsbesuche erhöhte meine Vorfreude auf innere Wärme und Wohlgefühl par excellance, der heimische Kühlschrank ist leer, da wurden noch drei Päckchen für die Heimadresse angekündigt, die feiertäglich nun das Postamt belagern werden,  ich wollte doch noch, ich sollte doch noch, ich muss doch noch… Ich kann aber nicht. Weil ich nicht darf. Und nicht kann. Haxen in die Höhe, Schiene tags wie nachts tragen, nur die wichtigsten Schritte laufen, nicht autofahren, nicht arbeiten. Ruhe …