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Ein Blogpost bricht die Contenance.

Sachar schreibt hier, dass und warum ihn ein Buch berührt. Und meine Tränenschleusen öffnen sich beim Lesen. Alles, was  in diesen Jahr berührt hat, drängt sich in Form von Tränenflüssigkeit ans Tageslicht. In dieser vermaledeiten ohnehin so rührseligen Zeit des Vorweihnachtskommerzes. Wie wichtig mir diese Zeit ist und wie sehr ich sie zugleich verabscheue! Weil sie mich erneut konfrontiert mit meinen Themen dieses Jahres. Die beiden Todesfälle in nächster Nähe, die nicht unterschiedlicher hätten sein können und beide immer wieder überfallsartig schmerzen. Die Sorgen um diejenigen, die mir Sorgen bereiten. Die Ohnmacht über die mich manchmal befallende Handlungsunfähigkeit – wenn’s um Entscheidungen für mich geht. Das Wissen um das Glück, dass ich in vielen wenigen Stunden dieses Jahres erfahren durfte und das mit der Gewissheit verbunden ist, dass es nicht von Dauer sein kann. Die Dankbarkeit dafür, es überhaupt erlebt zu haben. Der Ärger über all das, was ich bewegen wollte in diesen vergangenen Monaten und die beschämende Erkenntnis, dass ich es nicht getan habe. Das innere Wissen um die Veränderungen, die kommen werden. Weil …

So einfach. So Leben.

Reduktion auf Wesentliches. Auf Gespräche, auf’s Zuhören, Beobachten, Aufsaugen. Fragen gestellt zu bekommen, die ich mir noch nie gestellt habe – auf deren Antwort ich nun selbst neugierig geworden bin. Und dankbar dafür sein. In Schwarz, Grau und Braun unendlich viele Schattierungen und Farbtöne entdecken. Die Vielfalt der Geschmacksnuancen von Rot und Grün auf den Papillen fühlen. Die Weite des Meers fühlen und wirken lassen. Die Kraft, Ruhe und Unberechenbarkeit der Vulkane spüren. Nachts dem Atem des Zauberwesens und zugleich dem des Meeres zu lauschen. Begeisterung für die Schönheit des Einfachen. Die Wiederentdeckung von Ausatmen, Ruhe und Demut. Die Augen zu öffnen heißt auch die Seele zu öffnen. Einfach leben.

Deine Kerze. Erloschen.

Ich hatte sie entzündet, als sie mir sagte, Du würdest vermisst werden. Zu Deinen Ehren – damit sie Dir helfen möge. Sie wusste, was sie schon zu diesem Zeitpunkt war. Und ganz leise hat sie’s mir vermittelt. So leise, wie jetzt die Tränen fließen. So unfassbar leise. So unfassbar. Erloschen. Ein großes Stück Kindheit. Und doch wird was bleiben. Mehr als „ein Luft“. Grüß mir den Dritten in unserem Bunde. Ihr fehlt. Ich bin sehr traurig.