(un)sinniges, genuss, Innenreise, kultur
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Staade Zeit. Plötzlich da.

Ein Rutsch, ein Sturz, anhaltender Schmerz, ein Arztbesuch und eine Diagnose.

Bänderriss.
Ob nun einfach oder zweifach spielt letztlich auch keine Rolle mehr.

Denn nun ist sie plötzlich zwangsweise da: die immer so genannte und bisher nie so erfahrene staade Zeit.

Sofort fallen mir 1000 Gründe ein, warum sie überflüssig ist. Richtig überflüssig! Noch nicht ein Geschenk ist verpackt, nicht eine Karte geschrieben, alle Utensilien sind wunderbar über zwei Wohnsitze verteilt, im Job passt Krankheit ohnehin nie wirklich ins Konzept, die Tollwood- und Christkindlmarktbesuche wollten diese Woche endlich zelebriert werden, Freunde wollte ich besuchen und bescheren, der most herzenswärmende Vorweihnachtsbesuch aller Vorweihnachtsbesuche erhöhte meine Vorfreude auf innere Wärme und Wohlgefühl par excellance, der heimische Kühlschrank ist leer, da wurden noch drei Päckchen für die Heimadresse angekündigt, die feiertäglich nun das Postamt belagern werden,  ich wollte doch noch, ich sollte doch noch, ich muss doch noch…

Ich kann aber nicht. Weil ich nicht darf. Und nicht kann.
Haxen in die Höhe, Schiene tags wie nachts tragen, nur die wichtigsten Schritte laufen, nicht autofahren, nicht arbeiten.

Ruhe geben.
Ruhe geben?
Ruhe geben.
Zur Ruhe kommen.

Nun muss es sein. Ich komme der Ruhe nicht mehr aus. Sie hat mich eingeholt, ich bin nicht zu ihr gekommen.

Gut. Sei’s drum.
All die Bücher lesen, die ich lesen wollte in diesem Jahr.
All die DVDs anschauen, die noch jungfräulich in ihren Zellophanhüllen um Betrachtung heischen.
Gespräche führen, zu denen sonst die Muße gefehlt hätte.
Vielmehr: Gespräche führen, für die ich mir die Muße sonst nicht genommen hätte.

Gedanken schneien lassen.
Gefühlen lauschen.
Den Blick schweifen lassen über’s vergehende Jahr.
Und auf die Felder von morgen einen hoffnungsfrohen Ausblick wagen.

Zur Ruhe kommen.
Der Staadheit der Zeit lauschen.
Einkehren bei mir.

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