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Entschleunigung, Dein Name ist Mas Salagros

Ooooh dieses Hotel! Erst vor wenigen Monaten hat es eröffnet und so wird an der ein oder anderen Ecke auch noch ein bisschen gepflanzt und fertig gestellt. Seelenbalsam bietet es jedoch bereits jetzt, das Mas Salagros Ecoresort & Ancient Baths. Das 5-Sterne-Hotel liegt am Rande des Naturparks Seralada Litoral, etwa eine halbe Stunde vom quirligen Barcelona entfernt, am Ende einer unbefestigten Holperstraße, die mich gleich mal entschleunigt. Die Kurzanreise vom Flughafen Barcelona hat irgendwie eine besondere Note: Mit dem Mietwagen geht’s in einer halben Stunde vom modernen Chic-Shopping-Flughafen El Prat erstmal durch formhässliche Industriegebiet-Architektur (wenn man die überhaupt so nennen darf) entlang des Hafens nach Barcelona, wo das Herz beim Blick auf die Columbus-Statue gleich ein bisschen höher schlägt. Dann folgen ein paar Minuten des Grauens erlesen grässlicher Hochhauslandschaft namens Badalona — und nach dem Verlassen der Autobahn (die Maut ab Flughafen kostet sensationelle 0,37 Euro) liebkost zum Trost der Weinort Alella das Auge mit seinen Herrschaftshäusern und Weinkellereien. Nur noch ein paar Serpentinen mit ein bisschen Meerblickpracht  hinauf und wieder hinunter bis zum verschlafen wirkenden Straßendorf Vallromanes. An dessen Ende empfängt …

Barcelona schmeckt. Molt bé!

Irgendwann ist’s bei mir Usus geworden, Reisen mit einer Abschieds-Brezn nebst zugehörigem Foto am Flughafen einzuleiten. Als ich in Hamburg lebte, wurde ich mir dieser wohl einzigen wirklichen kulinarischen Liebesbeziehung klar. Denn woran auch immer mein Gaumen sich woanders erfreut – eine Brezn beinhaltet einfach Heimat und Geborgenheit für mich. Umso überraschter war ich, als wir in Barcelona bereits in den ersten Stunden eine ganze Auslage voller Brezeln erblickten. Eine Bäckerei namens Pretiola hat dort eröffnet und bietet ein umfangreiches Sortiment an Brezeln (auch belegte zahlreiche Modelle), die zumindest so aussehen, als könnten sie schmecken (wir haben auf den Test verzichtet, weil wir einfach zu sehr nach den Lokalhelden gierten). Auf alle Fälle ist’s eine tolle und mutige Geschäftsidee – klasse! Mein Slow-Food-Herz schlug dann richtig hoch, als ich wahrnahm, dass es im Gotischen Viertel und El Ravel immer noch hübsche alte Patisserien oder auch Bombonerias gibt. Allein die Auslagen sind ein Genuss: Holzleisten, Porzellantabletts für die Ware, Gläser voller handgefertigter Bonbons in unzähligen Geschmacksrichtungen. Himmlisch betuliche Verkäuferinnen, geduldig anstehende Kunden. Unmengen an Varianten von Meringuen. Daneben Bio-Schokolade in …

Alles eine Frage des Blickwinkels. Richtig.

Ich gebe es offen zu: Ich bin kein Bergaufläufer. Ist sicher auch eine Konditionssache, aber per se: es ist einfach nicht meines, Hügel oder Berge zu besteigen. Ich laufe gerne, durch Landschaften und durch Städte. Zum Genuss und um diese zu erkunden. Nur dieses „hinauf“ überlasse ich gerne anderen Menschen. Nun waren wir jüngst in Barcelona. Und wir sind viel gelaufen. Sehr viel. Und dann war da dieser Abend. Und er wollte nun also unbedingt an diesem Abend noch prüfen, ob die Seilbahn fährt. Sicherlich war das auch der perfekte Zeitpunkt, denn nach Regentagen zeigte sich nun endlich das, was man auch von Barcelona erwarten würde: Sonne. Nennen wir es eher „vereinzelte Sonnenstrahlen“. Jedenfalls war es eine traumhafte Stimmung. Und so machten wir uns auf, um die Seilbahn zu finden. Nun haben ja Seilbahnen eine Voraussetzung. Und die heißt: Berg. Und: Tal. Taliger als auf Meereshöhe kann man kaum sein. Schön, dachte ich mir: dann wird nun nahe der entsprechenden U-Bahnstation auch die Talstation liegen. Weit gefehlt: eine Zahnradbahn führt nun also erst den Berg hinauf. Und von dort …