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Es ist, was es ist: Frühlingsbeginn.

Das All-Time-Favourite-Frühlingsgedicht. Aus der Feder der unvergleichlichen Friederike Kempner (1836 – 1904) Wenn der holde Frühling lenzt Und man sich mit Veilchen kränzt Wenn man sich mit frischem Mut Schnittlauch über’s Rührei tut Kreisen durch des Menschens Säfte Neue ungeahnte Kräfte Jegliche Verstopfung weicht Alle Herzen werden leicht Und das meine fragt sich still: „Ob mich dies Jahr einer will?“  

Vom Bruttokulturprodukt. Eine Geburtstagsfeier anderer Art.

Ich hatte das, was der Bayer „Boin“ nennt. Keine wirklich Angst, eher eine Kombination aus Respekt vor etwas und Befürchtungen. „Boin“ also davor, dass an diesem Abend der sich gerade bildende Schorf über der sich langsam schließenden Wunde abgeknubbelt werden würde. Und es wieder näßen und bluten könnte. Heute. An seinem Geburtstag. Und nur zehn Wochen nach seinem Tod. Ich fand es auch ein bisschen überflüssig. Mit 86 darf man sterben. Einfach tot sein. Natürlich mit Erinnerungen behaftet werden. Mit Lachen und auch mal mit Tränchen. Aber eben tot sein. Und dann wurde alles ganz anders. Aus einer geplanten Stunde im Münchner Künstlerhaus wurden über zwei. Mit Reden vieler Wegbegleiter, die humorvoll beleuchteten, wieviel Neugierde, Mut, Chuzpe, Vision und Tatkraft er besessen hatte. Und was alles er damit auf die Beine gestellt hat. Er: Kurt Wilhelm. Autor und Regisseur. Und mein Onkel. Der Kulturreferent von München sprach vom Wert seiner Arbeiten für München und Bayern und die Ehre, nun seinen künstlerischen Nachlass in der Monacensia begrüßen zu dürfen. Sigmund Gottlieb berichtete von den Nachkriegs-Anfängen des Bayerischen Rundfunks (zunächst Radio München), die Kurt maßgeblich geprägt …

Das Arm-Gefühl.

Wir kennen uns nicht lange, wir sehen uns kaum. Und doch ist dieser Freund eben das, was ich einen Freund nenne. Einen guten Freund, einen wahren Freund. Letzte Woche, als ich den vorfreudig geplanten Ratschabend aufgrund des überaus unerquicklichen Norovirusbefalls per Mail absagte, rief er sofort an: „Mensch Mädel – meld dir doch, wenn so wat is! Und wenn’s nachts um halb drei is und ick dir nur die Haare beim Kotzen aus’m Jesicht halten kann.“ Ich würd’s wohl nie tun. Weil: gschbiebn ist doch schneller als hergefahren von jwd. Außerdem ist’s ja doch eher etwas… na ja, macht man eh ungern, dieses Mageninhalts-Upside-Down-Spiel. Und wenn schon ungern, dann eben auch besser allein. Auch wenn in so ner Nacht aus allein plötzlich so richtig allein wird. Was sich aber tief in die geschwächte Seele einbrannte – so tief wie die Farbpigmente der Tattoos in seiner Haut – war seine Abschlussfrage: „Willste uffn Arm?“ Klar – das ist gerade ein wenig en vogue, das sagen zurzeit viele. Gerne auch mal auf 140 Zeichen gedehnt. Ich weiß …