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Leidenschaftlich, genussvoll und lebensfroh: Die Pfalz

[Werbung | Kooperation] Es gab vor ein paar Jahrzehnten mal einen Bundeskanzler, der seinen Gästen und Gastgebern aus und in aller Welt stets Pfälzer Saumagen dedizierte. Als gäbe es keine andere deutsche Spezialität, dachte ich mir damals, und: „Wer will denn schon den Magen einer Sau essen?“ Heute weiß ich: Man nimmt die befremdlich anmutende Innerei gar nicht zu sich – der Magen dient allein dazu, die Zutaten des Gerichts (Schweinefleisch, Brät, Kartoffeln und Gewürze) beim Garvorgang in seinem Inneren zu formen und fixieren. Anschließend wird die Masse in Scheiben geschnitten, meist leicht angebraten und schließlich mit Sauerkraut und Brot serviert. Nachdem ich diese Spezialität mittlerweile einige Mal genossen habe – an unterschiedlichen Orten und in verschiedener Zubereitungsart (im Original ebenso wie als Carpaccio) – kann ich meine kulinarischen Vorurteile von damals revidieren. Und sage (nicht nur deshalb) überzeugt: Warum entdecke ich die Pfalz denn eigentlich erst jetzt? So vieles, was man der Region nachsagt, ist wunderbar richtig: Die Landschaft erinnert an die Toskana, das Klima lässt wunderbare Weine gedeihen, ja sogar Feigenbäume tragen Früchte. …

Ein Kochbuch voller Sinn & Sinnlichkeit

27 Hotels sowie die Highlights ihrer kulinarischen Angebote zwischen zwei Buchdeckeln zu fixieren, ist keine leichte Aufgabe. Überhaupt: Kochbücher zu konzipieren und produzieren, ist harte Arbeit – auch wenn sie durchaus ihre genussreichen Seiten hat. Ich spreche aus Erfahrung, habe ich doch einige Jahre beim Verlag Gräfe und Unzer Kochbuchkonzepte entwickelt und viele als Autorin oder Redakteurin umgesetzt. Die Bio Hotels stellten nun ihr drittes Werk aus der Reihe Kochlust Pur vor und haben es mit „Sinn und Sinnlichkeit“ untertitelt. Unterteilt ist es in die Kapitel Frühstück, Vorspeise, Suppe, Vegetarisch & Vegan, Fisch, Fleisch, Desserts und Spirits, die gefolgt werden von Kurzportraits der im Buch vertretenen Betriebe. Und ja: es ist drin, was drauf steht. Vor einigen Monaten hatten einige Blogger sowie Slow Fooderianer zwei Tage lang die Möglichkeit, dem Bio Hotels-Kochbuchteam bei der Arbeit im Alten Wirt in Grünwald über die Schulter zu schauen und die Rezepte des Hauses gleich auf ihre Nachkochtauglichkeit zu prüfen. Schon damals war klar: Die beteiligten Häuser und ihre Köche verbinden regionale, saisonale und soziale Aspekte mit purer Sinnlichkeit …

Breda – lebendig, liebenswert und (er)lebenswert

Breda beweist mit seinen gut 180.000 Einwohnern auf vielfältige Art einmal mehr, dass man als Kleinstadt keineswegs verschlafen und überaltert sein muss. Die Stadt liegt im niederländischen Nord-Brabant am Zusammenfluss der Flüsse „Breeden Aa“ und „Mark“ und erhielt im Jahr 1252 das Stadtrecht. Historisch ist hier einiges passiert: Mal handelte man Friedensabkommen oder Deklarationen mit Engländern oder Spaniern aus, dann war die Stadt wieder belagert von selbigen. Heute zeigen sich die Bewohner lebensfroh und weltoffen: Breda ist bekannt für seine DJ-Szene, das frühsommerliche Jazz-Festival und elf Jahre lang auch den Redhead Days, der zuletzt mehrere tausend Rothaarige aus etwa 80 Ländern anzog und vereinte in ihrem Anderssein. Auch ich besuchte die Stadt aufgrund meines Interesses am Austausch mit anderen Rothaarigen. Mehr dazu gibt’s im Blogpost zu den Redhead Days. Als Unterkunft hatte ich mir das Boutique Hotel Het Scheepshuis auserkoren – ein charmant-alter Backsteinbau, gekrönt von einem güldenen Segelschiff, etwas außerhalb des Stadtzentrums gelegen und recht persönlich geführt. So sprang der Freund der Besitzerin charmant und professionell als Frühstückszelebrator ein, als sie überraschend erkrankt war – und …