Alle unter Absurdes verschlagworteten Beiträge

Der Mann, der die Flaschen umlegte. Und schließlich sich.

Ein Abend Rom. Eine kleine Osteria in der Nähe der Fontana di Trevi. Angeregte Mattigkeit nach einem Tag voller Eindrücke, Erhabenheit, Lärm, bunter Bilder unterschiedlichster Art. Verdura alla griglia. Danach ein Primo. Und dünne Grissini. I Torinesi. Ein Stück Lieblingsitalien im Mund. Am Tisch gegenüber sitzt ein Mann. Anfangsvierziger, wie es scheint. Ganz sympathisch. Vor sich eine Flasche Syrah (warum auch immer ausgerechnet Syrah im Latium), dazu Wasser. Im Ohr Musik – für die anderen Gäste glücklicherweise unhörbar. Gut gebeatet beendet er seine Antipasti, um sich dann durch ein Steak zu grooven. Als der Padrone ihn fragt, ob alles in Ordnung sei, lüpft er kurz den Kopfhörer, nickt und lächelt. Kurz darauf holt mich ein Rascheln aus meiner Antipasto-Versunkenheit. Der Blick nach oben verrät: Don Earplug erkannte offensichtlich meine Leidenschaft für Grissini und bietet mir aus der geöffnete Tüte seine an. Supernette Geste! Danke – grazie – thank you! Lächeln, lachen. Beidseitiges Blickesenken. Meiner streift dabei die Syrahflasche. Olala – der Pegel steht tief. Aspettando il Primo. Wandscreening. Raumscreening. Die Flasche Syrah ruht nun sanft. …

Reingefallen. Von der Chance, zum Case zu werden.

Willkommen in der Fremdlink-Wüste des Tages. Botland genannt – oder so ähnlich. Wer nun ein „G*rl“ erwartet, den muss ich enttäuschen. Ab 40 dürfte man diese Zeiteinheit dann wirklich mal überschritten haben. „Foirig“ – nun ja: zu übersehen war meine Haarfarbe nie. Aber die war wohl auch nicht wirklich gemeint. Teil 3 des hinterlistigen Links erübrigt sich auch – uns hat wohl ein Bot zusammengeführt. Überaus unfreiwillig. Für mich ist’s wohl meine ganz spezielle, weil ein wenig homemade Social Media-Erfahrung. Wieder mal war ein externer und unbekannter Besucher auf meinem X!ng-Profil – seit einigen Monaten ist das schon fast zur Normalität geworden. Diesmal war’s jedoch eine Suchanfrage, die von einer Website kam, die die drei besagten Worten enthielt. Und mein (zu) fixer Gedanke lautete: „willst Du mich foppen, so irrste Dich – ich thematisiere den Schmarrn jetzt bei Twitter“. Gedacht – getweetet – vergessen. Stunden später habe ich dann einen Blogpost verfasst. Der erste in Mundart, weil’s ein so herrlich bairischer Tag war, der – oh Klischee – auch noch den Besuch einer dekorativ recht überladenen Wallfahrtskirche beinhaltete. …

Süßer Senf. Heimat auf der Zunge.

So schmeckt Heimat. Süß und scharf zugleich. Ein bissl nach zuviel – nach kaum erträglich. Und gerade deshalb heute auch so richtig. Scheiß Tag. Tränen. Weil zwei aus ihren Streitthemen kaum noch raus finden. Und das einfach richtig weh tut. Scheiß Tag. Weil es wieder mal zu lang wurde. Und trotzdem kein Ende nimmt. Scheiß Tag. Weil die Wärme draußen so gut tut. Und innen keinen Einzug finden will. Scheiß Tag. Weil zum xten Mal das gleiche Problem wieder behandelt wird. Und ich nur noch lachen kann, wenn ich ihm begegne. Scheiß Tag. Weil ich soviel zu sagen hätte zu dem Thema. Und weiß, dass es kein Gehör fände. Scheiß Tag. Weil er mir die Muster meiner Ohnmachten wieder vor Auge gehalten hat. Guter Abend. Weil der Blick in den Kühlschrank auf Händlmaier’s Süßen Hausmacher Senf fiel. Weil die Textur dieser Händlmaierschen Körnigkeit Heimat schmecken läßt. Weil die Süße und die Schärfe dieses Senfs diesen Tag so perfekt in seinem perfide-absurden Zusammenspiel zeigen. Händlmaier Senf statt Arm. Herr Lohse hatte Recht, eine ganze Palette Senfgläser einzukaufen.