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10 kleine Reisen für zwischendurch

Ich reise gerne. Am liebsten sogar jeden Tag. Denn auch der kleinste Ausflug in eine andere Ebene bringt mir Entspannung, neue Frische und einen erweiterten Blick auf das Tagesgeschehen. Und so begebe ich mich an leicht erreichbare Erfrischungsorte, von denen ich hier einige vorstellen möchte. 1. Gerhard Richter bietet auf seiner Homepage immer wieder neue Kurzvideos zu einigen seiner Werke an. Ich genieße diese kleinen Spaziergänge zu Betty und Co. 2. Itzhak Perlman ist nicht nur einer der brillantesten Violinisten unserer Zeit, er verfügt auch über einen hinreißenden Humor. Ab und an entlockt er seinem Küchenmixer bislang ungeahnte Melodien und erfreut mein Herz damit sehr sehr sehr. 3. Wellenschlag und Möwengeschrei − das bietet DoNothingFor2Minutes. Lautsprecher an, Augen zu, zurücklehnen und wahrnehmen, wie sich der Salzgehalt der Luft verändert. 4. Ist die Laune mal durch einen Blödian im A… und der Tag scheinbar völlig versaut, dann hilft mir kurzes Hineinlesen in ein wahrhaft großes Werk… Und schon geht’s beschwingt weiter mit dem Alltag. 5. Einfach mal nachschauen, wer wohin unterwegs ist? Oder prüfen, ob Flug XY schon gelandet ist? …

Die Lagune. Einfach mal ausatmen.

Früher fiel es mir nicht so auf. Vielleicht war das Bild einer Lagune, insbesondere derer rund um Venedig, einfach zu geläufig für mich. Nichts besonderes. Ja, wirklich nichts besonderes − langweilig, eintönig sogar. Diesmal war es anders. Stille. Schönheit. Geborgenheit. Ruhe. Dankbarkeit. Und sogar Demut spüre ich. Unser Tourguide von Atlantide ist Biologe und führt uns durch die Pialassa Baiona, eine gut 11 ha große Brackwasserlagune nahe des oberitalienischen Städtchens Ravenna. Brackwasser − das klingt immer so nach schmutzig, dreckig, irgendwie bäh. Falsch: Brackwasser nennt man schlicht und ergreifend die Zonen, in denen Salz- und Süßwasser sich vermengen. Für viele Fische und Vogelarten ein Paradies, für manche Pflanzen ein harter Kampf ums Überleben, da die Salzkonzentration sich gemäß der Gezeiten entsprechend verschiebt. Unser Boot gleitet zunächst an kleinen Fischhütten vorbei, die meist auf Stelzen gebaut sind. Vor ihnen werden große, quadratische Fangnetze ins Wasser gelassen, in deren Mitte ein Loch ist, durch das der Fang in einen Behälter aufgenommen werden kann. Die Lizenzen für die Hütten und Netze sind teuer, daher teilen sich meist mehrere Familien deren Benutzung an den unterschiedlichen Wochentagen. …

Alles eine Frage des Blickwinkels. Richtig.

Ich gebe es offen zu: Ich bin kein Bergaufläufer. Ist sicher auch eine Konditionssache, aber per se: es ist einfach nicht meines, Hügel oder Berge zu besteigen. Ich laufe gerne, durch Landschaften und durch Städte. Zum Genuss und um diese zu erkunden. Nur dieses „hinauf“ überlasse ich gerne anderen Menschen. Nun waren wir jüngst in Barcelona. Und wir sind viel gelaufen. Sehr viel. Und dann war da dieser Abend. Und er wollte nun also unbedingt an diesem Abend noch prüfen, ob die Seilbahn fährt. Sicherlich war das auch der perfekte Zeitpunkt, denn nach Regentagen zeigte sich nun endlich das, was man auch von Barcelona erwarten würde: Sonne. Nennen wir es eher „vereinzelte Sonnenstrahlen“. Jedenfalls war es eine traumhafte Stimmung. Und so machten wir uns auf, um die Seilbahn zu finden. Nun haben ja Seilbahnen eine Voraussetzung. Und die heißt: Berg. Und: Tal. Taliger als auf Meereshöhe kann man kaum sein. Schön, dachte ich mir: dann wird nun nahe der entsprechenden U-Bahnstation auch die Talstation liegen. Weit gefehlt: eine Zahnradbahn führt nun also erst den Berg hinauf. Und von dort …