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Also sprach Zarathustra. Und casowi weinte.

Es war einer dieser Konzertabende, die die Seele ganz tief berühren. Das erste Abo-Konzert der Saison 2012/13 bei den Münchner Philharmonikern. Meine vierzigste Abo-Saison bei diesem Orchester, by the way. Und sie hätte nicht schöner eröffnet werden können. Lorin Maazel ist nun also Chefdirigent der Philharmoniker. Nach Thielemann – dessen fatzkehafte Eitelkeit ich nicht mochte. Nach Levine – der mich enttäuschte, weil er signalisierte, just another orchestra-job zu machen. Nach Celibidache – den ich verehrte, weil ich von ihm so unendlich viel über Musik lernte. Nach Kempe – dessen an Gerard Hoffnung erinnernde Faschingskonzerte mir damaligen Teenie am besten in Erinnerung blieben. Nun also Lorin Maazel. Der schon das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks geleitet und vor 10 Jahren verlassen hatte. Er war schon öfter als Gast am Pult der Philis gestanden. Und ich erinnere mich an wunderbare Proben mit reinem Tschaikowski-Programm im Steinernen Saal des Schlosses Nymphenburg. Romeo und Julia. Und die Pathetique. Vielleicht noch die 1812er-Overtüre? Könnte sein. Die Proben zu den beiden anderen Stücken dauerten zwei volle Tage – und füllten meine musikhungrige …

Unvergessen. Der unbequeme Maestro.

Sergiu Celibidache hätte am 11. Juli seinen 100. Geburtstag gefeiert. Die letzten 17 Jahre seines Schaffens widmete er den Münchner Philharmonikern. Nach Rudolf Kempe und vor James Levine. Kempe war Kempe und dieser immer etwas hölzern wirkende Kempe war der erste GMD, unter dessen Leitung ich die Abokonzerte der MPhils erlebte. Ab dem zehnten Lebensjahr also gut und gerne 8 Konzerte pro Saison. Zunächst nicht wirklich immer willig. Aber dann eben doch mit wachsender Begeisterung. Die Philharmonie im Gasteig gab es noch nicht – der Herkulessaal war das Zuhause der beiden großen Orchester meiner Heimatstadt. Und daneben gab es noch den Kongresssaal im Deutschen Museum, aus dem später ein IMAX-Kino und schließlich ein Nichts wurde. Für mich bleibt’s dennoch ein Saal wunderbarster musikalischer Erlebnisse. Seien es Abende mit Karl Böhm, Alfred Brendel, David Oistrach, Arturo Benedetti-Michelangeli, Maurizio Pollini, Sir Georg Solti, dem hochverehrten Leonard „Lennie“ Bernstein oder Gidon Kremer (Andi, verzeih bitte: was für ein deppertes Untiming für den Abgesang auf unsere Jugendliebe). Und eben die Jugendkonzerte der Münchner Philharmoniker. Hoch begehrt – nicht immer bekam …

Six days in Berlin. Genial.

Ich mag die Stadt. Ich mag ihre prunkvollen Seiten, ihre abgeranzten Ecken und Kanten, ihre Originale, ihre Hackfressen, das Zuwanderwirrwarr, ihre Undurchschaubarkeit, ihre Wichtigkeit und ihre Scheißegal-Mentalität. Ich mag die Größe der gefühlten 523 Stadtteile, die Unberechenbarkeit der Straßenführung, die Kaputtgehwege und Edelanlagen, die Zufallskneipen und Bio-Läden. Berlin ist übrigens die einzige Stadt, in der die Anreise IMMER länger dauert als die Abreise. Warum auch immer. Nun also endlich mal nicht nur eine Dreitages-Stippvisite mit festem Programm. Diesmal also buntes Allerlei. Meine Berlin Sixdays. Gestartet mit einer wirklich einzigartigen Geburtstagsfeier, bei der der Gastgeber seine Gäste und sich mit einem Konzert beschenkte. Es wurden ausschließlich Eigenkompositionen gespielt, stilistisch und thematisch von hier nach da vom Eigenliebelied bis hin zum Grillmeister. Ja, genau zu dem Grillmeister. Happy Birthday, young chap! Und danke für einen unvergesslichen Abend, lieber Jonny! Dann der 1. Mai. Ein Strahletag von A bis Z. Ein Tag des Mich-Treiben-Lassens. Schlangestehen macht bei gutem Wetter auch mehr Spaß. Und für die Gerhard Richter-Ausstellung ist’s gut machbar. Mein Eindruck nach dem Besuch der Neuen Nationalgalerie: …