Alle Beiträge, die unter Konzert gespeichert wurden

L’amore non si spiega. Das gilt auch für Musik.

Wann, wo und wie genau es begann – ich kann es selten benennen. Bei der Liebe nicht und ebenso bei der Musik. In diesem Falle gibt es allerdings doch ein paar klitzekleine Einstiegserinnerungen. Es war 2003 und ich wohnte in Haidhausen. In einer wunderschönen, lichten Wohnung mit Blick über die Dächer einiger dort so typischer Herbergshäuser. Und mit Kabelfernsehen, in dem auch RAI 1 für den kleinen Italienurlaub nach dem Arbeitstag sorgte. Ähnlich wie später hierzulande #USFO sorgt in Italien Jahr für Jahr das Festival di San Remo für entsprechende mediale Mehr- oder Minderbegeisterung. Den 3. Preis im offiziellen Ranking belegte damals ein bis dato unbekannter Künstler aus Kalabrien: Sergio Cammariere. „Alles, wovon ein Mann träumen kann“ lautete sein Lied, für das er auch den Kritikerpreis des Festivals erhielt. Ein herrlich italodramatisch frauenherzbetörender Text wie „Alles, was ein Mann machen kann – für Dich werde ich es tun“ oder „Ohne Dich lebe ich nicht – denn mir fehlt die Luft zum Atmen, wenn Du gehst“ und auch „Es gibt eine Zeit für die Liebe – …

Jahreswechsel. Perspektivwechsel.

So vieles in diesem Jahr ging oft so nahe ans Unerträgliche. Und manchmal auch darüber hinaus. Die Erinnerung an diese Pein wird wohl noch eine Weile wach bleiben – und vermutlich soll sie es auch. Es ist an der Zeit für mich, dampfende Scheißehaufen nicht länger hübsch zu formen, mit Edelschokolade zu überziehen und Goldblättchen zu verzieren, um sie dann freundlich – den Basisgeschmack überlächelnd – zu verzehren. Es war und ist an der Zeit, Schrecken als solche zu benennen. Auch laut. Auch deutlich. Dieses Jahr 2011 hat mich gefordert wie sonst keines. Alte Wunden aufgerissen, neue hinzugefügt, kaum Zeit gelassen, dass sich etwas Narbengewebe bilden konnte. Wieder und wieder und wieder hat es mich niedergestreckt. Vom Anfang bis zum Schluss. Schmerzen verursacht, Tränenschleusen geöffnet, innerste Fassadenteile ins Bröckeln gebracht. Schwierige und deshalb wichtige Fragen aufgeworfen, die noch lange nicht alle Antworten gefunden haben – und vielleicht auch nicht so schnell finden lassen. Und deshalb ist mir wichtig, all das Positive des Jahres zu benennen, dass mir zu Inseln der Kraft und des Wohlgefühls wurde. …

Budapest. Stadt mit Stil.

„Hausmeister“. Ungarisch. Was für eine Sprache! Sie hört sich hinreißend an – und sie liest sich, als sei das Buch der berühmten sieben Siegel eine Aufwärmübung, um Ungarisch sprechen zu lernen. Vielleicht läßt sie sich auch deshalb etwas schwerer übersetzen und verursacht gelegentlich heftiges Stirnrunzeln wie hier im Parkhaus. In dem das Auto übrigens einfach im Boden verschwindet. Und erstaunlicherweise auch wieder auftaucht. Das wäre mal einen Beitrag in der „Sendung mit der Maus“ wert. Deshalb ist die Wochenendtouristin dankbar, wenn sie auf ein Pictogrammwunder trifft, Budapest verführt zum Staunen und Schwärmen: Jugenstil, Art Deco, Plattenbau. Mondänes neben Gewöhnlichem. Prunk neben Einkaufspassagen. Renoviertes neben Abgewracktem. Charmantes neben Abzockenden. Ungarische Küche ist deftig. Oft köstlich wie das Kürbisgemüse mit Fleischbällchen im Cafe Kör am ersten Abend. Oder wie das Huhn-Pörkölt und die Topfenknödel im Cafe Zentral. Aber eben auch häufig extrem fetthaltig. Schweine-Grammeln, Entenhautfriedhöfe, Gänseleber, Salami mit und ohne Paprika. Wenig Fisch. Viel eingelegtes Gemüse. Paprika und Sauerkraut. Das Bäckerparadies Daubner lockt mit Pogácsas – und mit deliziösen Nussbeugerln. Es gab zwei Orte der Ruhe für …