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Wo galoppiert mein Mammut hin? Anders essen als bisher.

Im vergangenen Sommer las ich vermehrt über die sogenannte Steinzeit-Ernährung und deren mögliche oder auch offensichtliche Wirkungen. Andreas Naurath, den ich vom Sehen auf der re:publica kannte, bloggte über seine persönlichen Erfahrungen und Felix Olschewksi veröffentlicht auf Urgeschmack informative Videos und zeigefingerfreie Posts zu den unterschiedlichsten Fragen. Als mich im Juli ein Filmmusik-Symposium nach Berlin führte und ich auf der Frühstückskarte von Spreegold einige Paleo-Gerichte entdeckte und auch als wohlschmeckend empfand, war meine Neugierde endgültig putzmunter und ich beschloss den kulinarischen Perspektivwechsel. Und so strich ich ab August testhalber Getreide- und Milchprodukte, Hülsenfrüchte und vor allem Zucker von meinem Speiseplan. Einerseits sah ich darin die Chance, mich endlich mal von all dem Süßkram zu befreien, der mich seit Jahrzehnten in Phasen des Wohl- als auch Unwohlbefindens viel zu eng begleitet und immer wieder Anlass für die Veränderung des Bundweiten bot. Dieses Zu- und Abnehmen hatte und habe ich einfach rundum satt. Ich bin schließlich nicht der Mond und möchte diesen Teufelskreis gerne durchbrechen. Den zweiten Grund lieferte mir mein Arzt, der mit Besorgnis meine seit gut drei Jahrzehnten erhöhten Entzündungsparameter …

Altstadt. Neustadt. Dresden hat was.

Wie in früheren Dresden-Posts erwähnt, gibt es familiäre Bindung an Dresden. Sie liegen lange zurück: Mein Ururgroßvater Ferdinand Böckmann war von 1861 bis 1911 Solo-Cellist der damaligen Königlichen Musikalischen Kapelle (heute Staatskapelle Dresden). Der junge Richard Strauss wohnte während seines Dresden-Aufenthalts 1883 bei Böckmann − die beiden führten auch gemeinsam Strauss‘ Cellosonate op. 6 auf. Dass noch heute sein Foto auf der Homepage der Staatskapelle Dresden zu finden ist, erfüllt mich schon mit latentem (wenn auch völlig unbegründeten) Stolz. Böckmanns Töchter feierten eine Doppelhochzeit − die Einladungen und Menükarten haben irrwitzigerweise beide Weltkriege überstanden und so hielt ich sie vor kurzem in den Händen. Marie, genannt Mimi, heiratete Alexander Wilhelm, meinen Urgroßvater und zog mit ihm nach München, wo sie 1949 starb. Ihren akribischen Aufzeichnungen zu 61 Jahren Theater-, Oper- und Konzertbesuchen von 1881 bis 1942 kann ich allerdings entnehmen, dass „die O“ (wie mein Vater und Onkel sie liebevoll sächselnd nannten) immer wieder die Familie in Dresden besuchte. Ich kann’s verstehen, die Stadt hat einfach einen unglaublichen Charme. Dieses alte Foto (leider nicht datiert) ist sicherlich auch aus …

Winterkurzurlaub, die Zweite: Ein halber Tag am Tegernsee.

Erstmals (zumindest gefühlt) in diesem Jahr verhieß der Wetterbericht zweistellige Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein. Grund genug, die für heute geplanten Punkte auf der To-do-Liste aufs Wochenende zu verschieben und mittags raus zu düsen an den Tegernsee. Bad Wiessee war das Ziel − nach jahrezehntelanger Abstinenz war ich diese Woche erstmals anlässlich eines Locationchecks wieder dort gewesen und empfand die Seepromenade als überaus angenehm, um einen halbwegs eisplattenfreien Spaziergang am See in der Sonne zu genießen. Bei Wärmeprickeln im Gesicht und leisem Wellenschlag spaziert es sich frühlingsahnend hoffnungsfroh entlang der Seepromenade, vorbei an geschlossenen Hotels, besetzten Parkbänken und mehr oder minder alten Bauernhöfen, meist mit Blick auf den Wallberg und all seine Nachbarn. Im Fischerei-Bistro genießen wir wunderbare Variationen vom Saibling mit Blick auf den Ort Tegernsee am gegenüber liegenden Ufer. Bayern hat schon Glück gehabt bei der Vergabe von Natur. Unterwegs begegnen wir Entenpärchen voller Zuversicht auf Gründelerfolge und Frischgrasfreuden, einzelgängerischen Duckantn (außerhalb Bayerns als Blässhühner bekannt), dem erwarteten Posten Möwen auf einem Steg, zwei Dackeln, 150 Labradore(ttine)n und erstaunlich wenigen Freitagnachmittagsspaziergängern. Das Klischee vom überparfümierten, best-agenden Touristen aus dem Rheinland, der sich in all …