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Winterkurzurlaub, die Zweite: Ein halber Tag am Tegernsee.

Erstmals (zumindest gefühlt) in diesem Jahr verhieß der Wetterbericht zweistellige Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein. Grund genug, die für heute geplanten Punkte auf der To-do-Liste aufs Wochenende zu verschieben und mittags raus zu düsen an den Tegernsee. Bad Wiessee war das Ziel − nach jahrezehntelanger Abstinenz war ich diese Woche erstmals anlässlich eines Locationchecks wieder dort gewesen und empfand die Seepromenade als überaus angenehm, um einen halbwegs eisplattenfreien Spaziergang am See in der Sonne zu genießen. Bei Wärmeprickeln im Gesicht und leisem Wellenschlag spaziert es sich frühlingsahnend hoffnungsfroh entlang der Seepromenade, vorbei an geschlossenen Hotels, besetzten Parkbänken und mehr oder minder alten Bauernhöfen, meist mit Blick auf den Wallberg und all seine Nachbarn. Im Fischerei-Bistro genießen wir wunderbare Variationen vom Saibling mit Blick auf den Ort Tegernsee am gegenüber liegenden Ufer. Bayern hat schon Glück gehabt bei der Vergabe von Natur. Unterwegs begegnen wir Entenpärchen voller Zuversicht auf Gründelerfolge und Frischgrasfreuden, einzelgängerischen Duckantn (außerhalb Bayerns als Blässhühner bekannt), dem erwarteten Posten Möwen auf einem Steg, zwei Dackeln, 150 Labradore(ttine)n und erstaunlich wenigen Freitagnachmittagsspaziergängern. Das Klischee vom überparfümierten, best-agenden Touristen aus dem Rheinland, der sich in all …

Palma de Mallorca: Eine kleine Winterflucht

Ich habe ein zweispältiges Verhältnis zu Winter und Schnee: An Strahletagen öffnet sich mein Herz und juchzt bei einem Spaziergang auf frischem, vor Kälte knirschenden Schnee, am besten entlang eines zugefrorenen Weihers oder anfrierenden Sees. An ekelpseudokalten Grauesgrau-Tagen mit Rumgeniesel und Spritzmatschgepfütze in der Stadt trübt sich jedoch auch meine Sommerkind-Seele rasch ein. Umso schöner also, dass ich Mitte Januar für einige Tage von der Fundación Turismo Palma de Mallorca eingeladen war, die Inselhauptstadt kennenzulernen. Vor zwölf Jahren hatte ich Mallorca erstmals besucht − damals eher als Verlegenheitslösung, weil ich einen geplanten Taiwan-Besuch bei Freunden aufgrund der damaligen SARS-Epidemie kurzfristig absagen, dennoch aber im März meinen Resturlaub abfeiern musste. Damals wohnte ich auf der Bio-Finca Son Pons in Búger in der Inselmitte und verbrachte bei meinen Erkundungstouren über die Insel nur einen Nachmittag in Palma. Die Insel verfügt über wunderschöne Städtchen und Landschaften. Schwer verliebt hatte ich mich damals in den jahreszeitlich bedingt leeren Strand von Formentor − schockiert war ich von den Ferienvollzugsanstalten, die im März noch verwaist auf ihre sommerlichen Sangria-Klischee-Gäste warteten. #Palma365 lautete das Motto der Reise, die nun über …

In der Kargheit liegt Bereicherung.

Ich hatte unmittelbar vor Weihnachten eine Woche Zeit und wollte Wärme und Ruhe, um Erholung und Klarheit zu finden. Und deshalb wählte ich Lanzarote. Die nördlichste der kanarischen Inseln ist in etwa vier Stunden von München aus erreichbar, die Tagestemperaturen betragen im Dezember um die 20 Grad und zudem scheint die Sonne nicht nur verlässlicher, sondern aufgrund der Lage auch einige Stunden länger als in Grauwinterdeutschland. Die Insel ist karg, denn es gibt kein Grundwasser. Pflanzen wachsen nur durch Bewässerung oder durch den spärlichen Tau, der durch Lapilli, etwa daumennagelgroße Lava-Steinchen, aufgefangen und an die Wurzeln weitergeleitet wird. Immerhin sind so Landwirtschaft und sogar Weinbau möglich. Tomaten oder auch Rebstöcke werden jedoch aufgrund des starken Windes nicht nach oben gezogen, sondern wachsen liegend in kleinen, mauergeschützten Kuhlen. Im 18. Jahrhundert gab es katastrophale Vulkanausbrüche, die noch heute weite Teile der Insel charakterisieren. So dominieren Schwarz, Grau und Braun neben den Meeresblauschattierungen die Farbwelt der Insel. Und weiß mit etwas grün − so zeigen sich nahezu alle Häuser der Insel. Wenigen Stunden nach der Ankunft beginnt mein Gehirn, den Reichtum des Farbspiels in …