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Six days in Berlin. Genial.

Ich mag die Stadt. Ich mag ihre prunkvollen Seiten, ihre abgeranzten Ecken und Kanten, ihre Originale, ihre Hackfressen, das Zuwanderwirrwarr, ihre Undurchschaubarkeit, ihre Wichtigkeit und ihre Scheißegal-Mentalität. Ich mag die Größe der gefühlten 523 Stadtteile, die Unberechenbarkeit der Straßenführung, die Kaputtgehwege und Edelanlagen, die Zufallskneipen und Bio-Läden. Berlin ist übrigens die einzige Stadt, in der die Anreise IMMER länger dauert als die Abreise. Warum auch immer. Nun also endlich mal nicht nur eine Dreitages-Stippvisite mit festem Programm. Diesmal also buntes Allerlei. Meine Berlin Sixdays. Gestartet mit einer wirklich einzigartigen Geburtstagsfeier, bei der der Gastgeber seine Gäste und sich mit einem Konzert beschenkte. Es wurden ausschließlich Eigenkompositionen gespielt, stilistisch und thematisch von hier nach da vom Eigenliebelied bis hin zum Grillmeister. Ja, genau zu dem Grillmeister. Happy Birthday, young chap! Und danke für einen unvergesslichen Abend, lieber Jonny! Dann der 1. Mai. Ein Strahletag von A bis Z. Ein Tag des Mich-Treiben-Lassens. Schlangestehen macht bei gutem Wetter auch mehr Spaß. Und für die Gerhard Richter-Ausstellung ist’s gut machbar. Mein Eindruck nach dem Besuch der Neuen Nationalgalerie: …

Arty April. The First.

In der eigenen Stadt. Drei Ausstellungen. An einem Strahletag. Wir sind wohl doch verrückt.  Aber es musste sein – uns war danach. Start also bei den Frauen in der Pinakothek der Moderne. Picasso – Beckmann – De Kooning. Rund 90 Frauenbildnisse. Sanfte, wilde, zarte, kraftvolle, aufgelöste, lockende, laute, in sich ruhende, provokante, wilde Frauen. Die viele Menschen anziehen – zu viele. Ich werde also an einem Wochentag wiederkommen, um die Bilder noch mal in Ruhe auf mich wirken lassen zu können. Und vorher sicher einen ausgiebigen Blick auf die in gut zwei Wochen erscheinende App werfen. Beckmanns Schwarztöne bereiten mir immer wieder Schmerzen, de Kooning ist mir hier der Frischegeber. Und Picasso wirkt diesmal wie ein langjährig vertrauter Onkel – die früheren Fragezeichen sind längst gewichen. Vorbritische Zäsur mit beloved Ayurveda Tea im Café Klenze – der letzten Fastenzeitwoche geschuldet leider ohne Köstlichkuchen. Dennoch: ausatmen. Denn mit George Stubbs in der Neuen Pinakothek wechseln wir abrupt Thema und Jahrhundert. Ein Zeichner und Portraitist, der seine Nische entdeckte und sie erfolgreich besetzte. Fferde. Horses. Die Anatomie des Pferdes – sehr beeindruckend, gerade auch …

Und dann bist Du plötzlich erwachsen.

Gerade eben erst kam doch der Anruf. Endlich da. Gesund. Ein Mädchen. Und wie ich denn „Clara“ finden würde? Hinreißend, natürlich. Der Name stand doch auch auf meiner Namenswunschliste für all die Kinder, die ich nie bekommen habe. Dann – wenig später  – ein erneuter Anruf: nach wie vor gesund, auch immer noch weiblichen Genoms. Allerdings: der Name. Den gäbe es ja im Münchner Telefonbuch ganze neun Mal – das wäre doch nix. Meinte la Nonna. Und was ich denn von „Chiara“ halten würde? Schon schlug der gefühlten Halbitalienerin in mir das Herz noch ein bissl höher. Chiaro – Chiara! Dann unsere ersten gemeinsamen Stunden auf dem Balkon: Dein Köpfchen an meiner Brust, Dein leise schnurpselnder Atem an mir, Dein Minikörper in meinen Händen und Armen. Pure Seligkeit. Und dann folgen viele Erinnerungen: die Taufe mit einer Rede voller Eiweiß und Eiklar im unfarbigen Adler. Dein Jahrhunderte überstrahlendes morgendliches „DaDa!“ aus dem Reisebett in der Duna. Die ersten Schritte dort. Die Frage bei der Ankündigung, ich müsse noch in die Bank, ob ich dort Geld …