Alle Beiträge, die unter Musik gespeichert wurden

Unvergessen. Der unbequeme Maestro.

Sergiu Celibidache hätte am 11. Juli seinen 100. Geburtstag gefeiert. Die letzten 17 Jahre seines Schaffens widmete er den Münchner Philharmonikern. Nach Rudolf Kempe und vor James Levine. Kempe war Kempe und dieser immer etwas hölzern wirkende Kempe war der erste GMD, unter dessen Leitung ich die Abokonzerte der MPhils erlebte. Ab dem zehnten Lebensjahr also gut und gerne 8 Konzerte pro Saison. Zunächst nicht wirklich immer willig. Aber dann eben doch mit wachsender Begeisterung. Die Philharmonie im Gasteig gab es noch nicht – der Herkulessaal war das Zuhause der beiden großen Orchester meiner Heimatstadt. Und daneben gab es noch den Kongresssaal im Deutschen Museum, aus dem später ein IMAX-Kino und schließlich ein Nichts wurde. Für mich bleibt’s dennoch ein Saal wunderbarster musikalischer Erlebnisse. Seien es Abende mit Karl Böhm, Alfred Brendel, David Oistrach, Arturo Benedetti-Michelangeli, Maurizio Pollini, Sir Georg Solti, dem hochverehrten Leonard „Lennie“ Bernstein oder Gidon Kremer (Andi, verzeih bitte: was für ein deppertes Untiming für den Abgesang auf unsere Jugendliebe). Und eben die Jugendkonzerte der Münchner Philharmoniker. Hoch begehrt – nicht immer bekam …

Six days in Berlin. Genial.

Ich mag die Stadt. Ich mag ihre prunkvollen Seiten, ihre abgeranzten Ecken und Kanten, ihre Originale, ihre Hackfressen, das Zuwanderwirrwarr, ihre Undurchschaubarkeit, ihre Wichtigkeit und ihre Scheißegal-Mentalität. Ich mag die Größe der gefühlten 523 Stadtteile, die Unberechenbarkeit der Straßenführung, die Kaputtgehwege und Edelanlagen, die Zufallskneipen und Bio-Läden. Berlin ist übrigens die einzige Stadt, in der die Anreise IMMER länger dauert als die Abreise. Warum auch immer. Nun also endlich mal nicht nur eine Dreitages-Stippvisite mit festem Programm. Diesmal also buntes Allerlei. Meine Berlin Sixdays. Gestartet mit einer wirklich einzigartigen Geburtstagsfeier, bei der der Gastgeber seine Gäste und sich mit einem Konzert beschenkte. Es wurden ausschließlich Eigenkompositionen gespielt, stilistisch und thematisch von hier nach da vom Eigenliebelied bis hin zum Grillmeister. Ja, genau zu dem Grillmeister. Happy Birthday, young chap! Und danke für einen unvergesslichen Abend, lieber Jonny! Dann der 1. Mai. Ein Strahletag von A bis Z. Ein Tag des Mich-Treiben-Lassens. Schlangestehen macht bei gutem Wetter auch mehr Spaß. Und für die Gerhard Richter-Ausstellung ist’s gut machbar. Mein Eindruck nach dem Besuch der Neuen Nationalgalerie: …

L’amore non si spiega. Das gilt auch für Musik.

Wann, wo und wie genau es begann – ich kann es selten benennen. Bei der Liebe nicht und ebenso bei der Musik. In diesem Falle gibt es allerdings doch ein paar klitzekleine Einstiegserinnerungen. Es war 2003 und ich wohnte in Haidhausen. In einer wunderschönen, lichten Wohnung mit Blick über die Dächer einiger dort so typischer Herbergshäuser. Und mit Kabelfernsehen, in dem auch RAI 1 für den kleinen Italienurlaub nach dem Arbeitstag sorgte. Ähnlich wie später hierzulande #USFO sorgt in Italien Jahr für Jahr das Festival di San Remo für entsprechende mediale Mehr- oder Minderbegeisterung. Den 3. Preis im offiziellen Ranking belegte damals ein bis dato unbekannter Künstler aus Kalabrien: Sergio Cammariere. „Alles, wovon ein Mann träumen kann“ lautete sein Lied, für das er auch den Kritikerpreis des Festivals erhielt. Ein herrlich italodramatisch frauenherzbetörender Text wie „Alles, was ein Mann machen kann – für Dich werde ich es tun“ oder „Ohne Dich lebe ich nicht – denn mir fehlt die Luft zum Atmen, wenn Du gehst“ und auch „Es gibt eine Zeit für die Liebe – …