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Ein Foto, das verändern kann.

Es ist das Foto des dreijährigen ertrunkenen Jungen am Strand von Bodrum. Ich zeige es hier nicht. Ich habe es vor dem inneren Auge und ich bin mir sicher, so geht es vielen. Selten habe ich meine Timeline bei Twitter und Facebook so gespalten und dabei so dezidiert in ihrem Urteil erlebt wie gestern, als das Foto verbreitet wurde. Ja, ich kann beide Seiten verstehen: Diejenigen, die Bilder wie dieses nicht sehen wollen. Weil sie sie nicht ertragen − aus unterschiedlichen Beweggründen. Und ich verstehe auch jene, die davon überzeugt sind, dass ausschließlich Fotos wie das von Aylan Kurdi in der Lage sind, aufzurütteln, um den wahren Irrsinn der Lage begreifen zu können. Dieser Auffassung bin ich auch. Seit Monaten beobachten wir in mehr oder minder großer Seelenruhe aus den TV- oder Websesseln heraus, dass Menschen − vor allem aus Syrien − fliehen. Und wie sie das tun. Wir sind medial zu Gast in ihren Lagern, in ihren Essensausgabeschlangen, auf den Booten ihrer Schlepper und bei ihrer Ankunft auf den Mittelmeerinseln. Wir lesen und wir sehen. Aber …

Begegnungen mit Masken. Ein „Eigentlich“ wandelt sich.

Eigentlich mag ich weder Masken noch bin ich generell Fan von Kostümierungen. Fasching ist nicht so mein Ding und Karneval schon gar nicht. Das feiere gerne, wer mag − ich suche in diesen Tagen lieber Ruhe oder genieße ungestörtes Arbeiten. Auch die heidnischen Bräuche der Tiroler Bergwelt haben mir während der Studienzeit in Innsbruck offen gestanden durchaus ein wenig mehr als Respekt eingeflößt − nur ungern lasse ich das Gefühl, im Dunklen bei Schnee und Eis auf dem Weg nach Götzens von den Perchten aufgehalten zu werden, Revue passieren. Auch im Trentiner Val di Fassa gibt es eine Begegnung mit dem Krampus, dem hier so haarigen Zottelmonster, das am 6. Dezember den Hl. Nikolaus und den Gaben tragenden Engel begleitet. Nix für zarte Kinderseelen. Nun stand ich also im Ladinischen Museum in Vigo di Fassa plötzlich in einem Saal voller hölzener Masken. Und war amüsiert und fasziniert. Es war, als würde ich Menschen begegnen, die ich längst von irgendwoher kenne. Zunächst waren da Papageno und Papagena (okay: Fabelwesen aus Mozarts Zauberflöte und keine Echt-Menschen). Als nächstes bemerkte ich den zahnluckerten Alten aus …

Der Berg groovt! Ein Konzert für die Seele.

Es gibt zwei Dinge, die bislang nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehörten: Frühes Aufstehen und Bergwandern. Und gibt es Herzensangelegenheiten wie Konzertbesuche, Reisen und Naturgenuss. Tja, und dann entdeckte ich vor Monaten bei Twitter das Ankündigungsvideo zu I Suoni delle Dolomiti, auch The Sounds of Dolomites oder ganz brav Klänge der Dolomiten genannt. Wow! Das wäre doch mal was. Tja − und nun stand ich plötzlich kurz nach drei Uhr morgens im Mehrlagenllook mit Funktionshose, Wanderstiefeln, Rucksack und Teleskopstöcken im Hotel Catinaccio Rosengarten in Moena auf dem Balkon meines Zimmers und dachte mir leicht gefrustet: „So ein Mist – es regnet!“ Am Vorabend hatte es ein prächtiges Gewitter gegeben − nun tropfte glücklicherweise nur ein Blumenkasten auf mich herab. Für alle, die nur die Kurzfassung erfahren wollen: genau so verlief der Tag weiter. Ich durfte mit vielen „Mag ich nicht – kann ich nicht – ist nix-für-mich“-Vorurteilen aufräumen. Was für ein Luxus, was für ein Tag, welche Farbenspiele und Augenfreuden! Um 5 Uhr nahmen wir gemeinsam mit den bestens gelaunten, im wahrsten Sinne taufrischen Musikern die Seilbahn von San Pellegrino hinauf auf Col …