Schreckliches. Schönes. Und noch mehr.
Man muss die Tage feiern, an denen kein Schnee fällt. Raus also auf die 5th Avenue und erstmal hinauf zur 75th Ecke Madison zum Whitney Museum http://www.whitney.org/ . Dort biennalisiert man gerade. Leider manchmal auch sehr banal. Und manchmal schockierend offen – gerade für das politisch doch so korrekte Amerika recht ungewöhnlich. An zwei Sälen also werden die Kinder von ihren Eltern vorbeigezerrt: einmal sind es die ehrlichen Fotos vom Leben des im Irakkrieg bis zur Unendlichkeit entstellten Tyler kurz vor seiner Hochzeit, die schockieren. Und die aus der Zeit nach seiner Scheidung. Wenn man die Hochzeitsfotos sieht, diesen ängstlichen, ja leeren Blick seiner Braut, dann verwundert es nicht, dass die Ehe nur drei Monate hielt. Dann die schonungslosen Bilder junger afghanischer Frauen, ebenfalls entstellt durch schwerste Verbrennungen, die sie sich selbst beigebracht haben. Aus Verzweifelung, aus Angst. Bilder, die schmerzen. Die Fragen aufwerfen und zugleich beantworten. Kunst? Kann diese Dokumentation Kunst sein? Ich hab mir die Frage noch nicht beantworten können. Wichtig sind sie – keine Frage. Aber Kunst? Dann: Eine Klanginstallation, die die Museumwächter an die Grenzen …
