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Schreckliches. Schönes. Und noch mehr.

Man muss die Tage feiern, an denen kein Schnee fällt. Raus also auf die 5th Avenue und erstmal hinauf zur 75th Ecke Madison zum Whitney Museum http://www.whitney.org/ . Dort biennalisiert man gerade. Leider manchmal auch sehr banal. Und manchmal schockierend offen –  gerade für das politisch doch so korrekte Amerika recht ungewöhnlich. An zwei Sälen also werden die Kinder von ihren Eltern vorbeigezerrt:  einmal sind es die ehrlichen Fotos vom Leben des im Irakkrieg bis zur Unendlichkeit entstellten Tyler kurz vor seiner Hochzeit, die schockieren. Und die aus der Zeit nach seiner Scheidung. Wenn man die Hochzeitsfotos sieht, diesen ängstlichen, ja leeren Blick seiner Braut, dann verwundert es nicht, dass die Ehe nur drei Monate hielt. Dann die schonungslosen Bilder junger afghanischer Frauen, ebenfalls entstellt durch schwerste Verbrennungen, die sie sich selbst beigebracht haben. Aus Verzweifelung, aus Angst. Bilder, die schmerzen. Die Fragen aufwerfen und zugleich beantworten. Kunst? Kann diese Dokumentation Kunst sein? Ich hab mir die Frage noch nicht beantworten können. Wichtig sind sie – keine Frage. Aber Kunst? Dann: Eine Klanginstallation, die die Museumwächter an die Grenzen …

Das Arm-Gefühl.

Wir kennen uns nicht lange, wir sehen uns kaum. Und doch ist dieser Freund eben das, was ich einen Freund nenne. Einen guten Freund, einen wahren Freund. Letzte Woche, als ich den vorfreudig geplanten Ratschabend aufgrund des überaus unerquicklichen Norovirusbefalls per Mail absagte, rief er sofort an: „Mensch Mädel – meld dir doch, wenn so wat is! Und wenn’s nachts um halb drei is und ick dir nur die Haare beim Kotzen aus’m Jesicht halten kann.“ Ich würd’s wohl nie tun. Weil: gschbiebn ist doch schneller als hergefahren von jwd. Außerdem ist’s ja doch eher etwas… na ja, macht man eh ungern, dieses Mageninhalts-Upside-Down-Spiel. Und wenn schon ungern, dann eben auch besser allein. Auch wenn in so ner Nacht aus allein plötzlich so richtig allein wird. Was sich aber tief in die geschwächte Seele einbrannte – so tief wie die Farbpigmente der Tattoos in seiner Haut – war seine Abschlussfrage: „Willste uffn Arm?“ Klar – das ist gerade ein wenig en vogue, das sagen zurzeit viele. Gerne auch mal auf 140 Zeichen gedehnt. Ich weiß …

You & me. And a cup of tea.

Ein halbes Jahr, ein dreiviertel Jahr ist sie her, unsere letzte In-Echt-Begegnung. Aber hier sind wir: Du auf dem Sofa – dort, wo ich sonst sitze. Eine Kanne Assam Tea. The Earl of Non-Grey und Lady Freckles. In dieser wunderbaren Version alter Vertrautheit, die es ermöglicht, uns so watteweich in die Untiefen unserer Seelenthemen fallen zu lassen. Und die gibt’s immer noch. Neben all den Anekdoten und Aufregerchen aus dem Alltag, neben Deinen und meinen Beziehungstralalageschichtchen. Neben dem ganz normalen Tragödienstadel also, der um so vieles ertragbarer wird, wenn wir ihn mit unserer Art von Farbe bemalen. Eintauchen in die Skurilität des Alltags. Was hatten wir schon für Pläne entwickelt! Geschäftsmodelle aus Abstrusien und für Absurdistronien. Eckig, sperrig und doch perfide genial in ihrer überaus brauchbaren Überflüssigkeit. Diesmal just a few cups of tea. Und die Freilegung der verklemmten Seelenfürze des vergangenen Vierteljahres. Gepaart mit dem Wissen, dass man aus der Hoffnung auf Besserung auch was machen muss. Nun bist Du wieder mal im Zug nach Non-Communicatio. Was bleibt: Der Geruch von Kerzen, uns und …