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Brötchen? Semmeln?

Wie auch immer man nun welche Kleinbackwaren wo auch immer bezeichnet, ist schlicht und ergreifend regionenspezifisch. Nichts spricht dagegen, nichts wirklich dafür – es ist nun einfach so. Und doch geben Semmeln und Brötchen immer wieder Anlass, sich gewaltig zu mokieren. Ich bin nahe München geboren, mit Semmeln (und vor allem Brezn) aufgewachsen und hatte in meiner Kindheit und Jugend ein weiteres Standbein in Norditalien. Vielleicht lag’s ja an der frühcasowischen Erfahrung mit Panini und Rosette, dass ich nie etwas dabei fand, mich sprachlich (und kulinarisch) meiner regionalen Umgebung anzupassen. Als ich jedenfalls in Innsbruck studierte, kaufte ich ganz nach Gusto und Budget Hand- oder Maschinensemmeln und belegte sie mit zwei dag (gesprochen: deka) Extrawurst. Denn so nennen die Tiroler 20g Fleischwurst. Mir brach kein Zacken aus der Krone, mich  ihrer Diktion anzupassen. Warum auch – ich fand ja dort mein neues Zuhause. Also gab’s auch Paradeiser statt Tomaten, Karfiol statt Blumenkohl, Vogerl- statt Feldsalat, Schlagobers statt Schlagrahm alias Süßer Sahne und im Frühherbst Marillenknödel, die anderswo Aprikosenklöße oder -knödel genannt werden würden. Das tat gar nicht …

Ode an ein Lebenswerk: Die leisen Töne des Rolf Alexander Wilhelm.

313 Tage nach Dir, geliebter Vater, hat auch Dein Werk Dein Haus für immer verlassen. Es schneite – wie am Tag Deines letzten Atemzugs im Januar. Und seit gestern haben Deine Gedanken, Ideen und deren Umsetzung nun im Deutschen Komponistenarchiv  im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau in Dresden ihr Zuhause gefunden. Es war Dein Wille. Du selbst hattest bereits die vorbereitenden Gespräche mit Frau Landsberg, der Leiterin des Archivs, geführt. Und seit 2010 hatten bereits einige Tonbänder und auch Partituren den Weg nach Dresden gefunden. Ich bewundere bis heute, dass Du den Mut hattest, Dir Gedanken über das „Danach“ zu machen, einige Notizen anzufertigen, ein bisschen vorzusortieren und das ein oder andere mit mir zu besprechen. Und vor allem: Dir und uns einzugestehen, dass es Dir doch auch schwer fiel, Dich vom Gros Deiner Werke noch zu Lebzeiten zu trennen. Ich fand es immer verständlich. Du hattest ein schlechtes Gewissen, uns „die Arbeit“ zuzumuten. Ja – es gab einige wenige Momente in den vergangenen Wochen und Monaten, wo ich ratlos vor den Bergen an Tonbändern und Partituren, …