Alle unter Deutschland verschlagworteten Beiträge

Die kleine Wohltat zwischendurch.

Der bayerische 2014er August war ein gefühlter Apriloktober. Eine meiner Lieblings-Sommerbeschäftigungen, das „Barfuß-auf-einer-Wiese-den-dort-heimischen-Insekten-ausweichen“ war nur an wenigen Tagen machbar. Umso mehr giert meine Seele nach jedem Sonnenstrahl. Ich plädiere für einen sofortigen und bis Mitte November anhaltenden Traum-Altweibersommer! Nur: Er hat davon offensichtlich noch keine Kenntnis genommen. Also trüben wir uns weiter durch die Freuden der kleinen Zweisteller auf dem Außenthermometer. Heute mal am Starnberger See. Der in einem fröhlichem Nirwanagrau endete und nicht wie sonst um diese Jahreszeit mit einem Prachtsblick auf die Alpenkette, der den Betrachter umgehend wissen lässt, warum der liebe Gott einst das Jodeln und den Juchzer erfinden ließ. Und doch ist es grün. Und doch bringt die äußere auch die innere Ruhe. Und doch entfaltet sich nach prallgefüllten Arbeitswochen dieses kleine Urlaubsgefühl in mir. Das Trübe schaffte neue Klarheit und polierte nach und nach seine Farben zu frischem Glanz auf. Wie wohltuend ein einzelner Nachmittag doch sein kann.  

Die Löwen vor der Feldherrnhalle. Weil’s a so is.

Im Bayerischen Fernsehen wird gerade das Klassik am Odeonsplatz-Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons übertragen. Natürlich sind auch die beiden Löwen am Fuße der Feldherrnhalle mehrfach im Bild. Und bei Twitter kamen wird gerade auf deren doch eher unbekannte Geschichte, die ich sehr liebe und jedem meiner Besucher gerne erzähle. Hier daher einen Beitrag, den ich vor einigen Jahren in einer zweisprachigen Xing-Gruppe dazu schrub. Oiso – auf geht’s: Habt’s es Eich scho amoi die beiden Löwen an da Treppn von der Feldherrnhoin ogschaugt??? Und??? Is Eich ebbas aufgfoin? Naaa? Ja, is aba scho aso, ass die beidn Buam ned gleich ausschaugn. Da oane (wannsd davor stehst: da rechte) hod as Mai gschlossn, da ander (oiso der linke, wannsd davor stehst) hod’s offen. Warum jetza nachad des, werd’s es sogn! Der rechte Löwe schaugt zur Kirch nüba – und dera gegnüba muasst as Mai hoitn! Und da linke – der schaugt zur Regierung nüba. Und dera gegenüba muasst as ja braggdisch aufreissn! Oiwei wida. Oiso – jetza wisst’s es. Schaugt’s fei des nächste …

Mein Park – mein Castle. Eine Liebeserklärung.

Ich empfinde es immer wieder so: Der Park von Schloss Nymphenburg ist ein großes kleines Stück Heimat für mich. Egal zu welcher Jahreszeit: Hier lustwandelt es sich immer vortrefflich. Wasser, Wiesen, Wunderbauten − Weite, Wonnen, Wohlgefühl. Da wird’s fast zur Versuchung, mich einmal durchs Alphabet zu alliterieren. Gestern also entlang friedlich grasender oder schwimmender Schwäne und Gänsen nebst ihrer Bruterfolge, die – noch niedlich befellt hinter den Ohren – brav ihre Eltern kopieren und sich in ersten Grundelversuchen üben. Die Algen von der Kaskadenkante sind letztlich dann doch leichter zu erreichen und abzugrasen, aber immerhin: ein bissl Köpfchen-unters-Wasser-Schwänzchen-in-die-Höh geht allerweil. Kennt man ja aus München schon… Meine Lieblingsroute durch den Park startet am Schloss Nymphenburg, dessen Vorläuferchen dereinst Kurfürstin Henriette Adelaide als Sommerresidenz auf dem Grundstückerl erbauen ließ. Ihr Gatte Kurfürst Ferdinand Maria hatte es ihr die gut 200 Hektar Land anlässlich der Geburt des Thronfolgers Max Emanuel dediziert. Heute dürfte eine „Geburtsprämie“ dieser Größenordnung wohl nur mehr in Oligarchen-Kreisen üblich sein. Das Schloss selbst beherbergt die Sammlung der wunderbaren „Schönen Münchnerinnen“ von Ludwig I. und war Geburtsort des Inbegriffs bayerischen Monarchiewahns, …