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In der Kargheit liegt Bereicherung.

Ich hatte unmittelbar vor Weihnachten eine Woche Zeit und wollte Wärme und Ruhe, um Erholung und Klarheit zu finden. Und deshalb wählte ich Lanzarote. Die nördlichste der kanarischen Inseln ist in etwa vier Stunden von München aus erreichbar, die Tagestemperaturen betragen im Dezember um die 20 Grad und zudem scheint die Sonne nicht nur verlässlicher, sondern aufgrund der Lage auch einige Stunden länger als in Grauwinterdeutschland. Die Insel ist karg, denn es gibt kein Grundwasser. Pflanzen wachsen nur durch Bewässerung oder durch den spärlichen Tau, der durch Lapilli, etwa daumennagelgroße Lava-Steinchen, aufgefangen und an die Wurzeln weitergeleitet wird. Immerhin sind so Landwirtschaft und sogar Weinbau möglich. Tomaten oder auch Rebstöcke werden jedoch aufgrund des starken Windes nicht nach oben gezogen, sondern wachsen liegend in kleinen, mauergeschützten Kuhlen. Im 18. Jahrhundert gab es katastrophale Vulkanausbrüche, die noch heute weite Teile der Insel charakterisieren. So dominieren Schwarz, Grau und Braun neben den Meeresblauschattierungen die Farbwelt der Insel. Und weiß mit etwas grün − so zeigen sich nahezu alle Häuser der Insel. Wenigen Stunden nach der Ankunft beginnt mein Gehirn, den Reichtum des Farbspiels in …

Barcelona schmeckt. Molt bé!

Irgendwann ist’s bei mir Usus geworden, Reisen mit einer Abschieds-Brezn nebst zugehörigem Foto am Flughafen einzuleiten. Als ich in Hamburg lebte, wurde ich mir dieser wohl einzigen wirklichen kulinarischen Liebesbeziehung klar. Denn woran auch immer mein Gaumen sich woanders erfreut – eine Brezn beinhaltet einfach Heimat und Geborgenheit für mich. Umso überraschter war ich, als wir in Barcelona bereits in den ersten Stunden eine ganze Auslage voller Brezeln erblickten. Eine Bäckerei namens Pretiola hat dort eröffnet und bietet ein umfangreiches Sortiment an Brezeln (auch belegte zahlreiche Modelle), die zumindest so aussehen, als könnten sie schmecken (wir haben auf den Test verzichtet, weil wir einfach zu sehr nach den Lokalhelden gierten). Auf alle Fälle ist’s eine tolle und mutige Geschäftsidee – klasse! Mein Slow-Food-Herz schlug dann richtig hoch, als ich wahrnahm, dass es im Gotischen Viertel und El Ravel immer noch hübsche alte Patisserien oder auch Bombonerias gibt. Allein die Auslagen sind ein Genuss: Holzleisten, Porzellantabletts für die Ware, Gläser voller handgefertigter Bonbons in unzähligen Geschmacksrichtungen. Himmlisch betuliche Verkäuferinnen, geduldig anstehende Kunden. Unmengen an Varianten von Meringuen. Daneben Bio-Schokolade in …

Wenn Verstand, Wissen, Herz, Gewissen und Genuss zusammentreffen.

„Sinnvoll genießen“. Ein Thema, das mich inhaltlich schon lange Jahre begleitet – insbesondere bei Lebensmitteln und Wein. Gute Qualität beinhaltet für mich Wertschätzung für die Natur, ihr Angebot, dessen Veredelung und die Menschen, die das Produkt von seinem Urzustand bis hin zu mir begleiten. Meine frühere PR-Arbeit für Winzer und Lebensmittelhersteller lehrte mich das Wort und auch das Gefühl der Demut wieder. Wieder, weil es uns mitteleuropäischen Erfolgsstädtern leider ein wenig verloren ging. Ich bin überzeugter Bio-Lebensmittel-Käufer und empfinde die Bio-Schienen der Discounter als  Schmierenkomödie. Zu viele Details habe ich im Laufe der vergangenen 20 Jahre vernommen und erlebt, als dass ich urteilslos diese Me-too-Entwicklung akzeptieren könnte. Und so fühlte ich mich angesprochen, als hessnatur mit seinen Kooperationspartnern Sonnentor, Delinat und Naturhotel Mohren ein Langwochenende unter dem Motto „Sinnvoll genießen“ ausschrieb und bewarb mich. 4.000 weitere Bio-Öko-Nachhaltigkeitsinteressierte füllten die umfangreichen Unterlagen um die 15 Plätze ebenfalls aus – ein schöner Erfolg für die Initiatoren dieses Projekts der hessnatur-Insider. Am Palmwochenende reisten also Frauen und Männer aus drei Lebensjahrzehnten und drei Ländern (D-A-CH) ins beschauliche Deggenhausental nördlich des …