Alle Beiträge, die unter Musik gespeichert wurden

Spalten und Kerne. Innenbetrachtungen eines großen Apfels.

  Hot. Crazy. Trendy. Fashionable. Der Big Apple. Einblicke in Teile seines Gehäuses. 50 cm Neuschnee im Central Park – da muss man doch nen Schneekratzer bauen. Mr. Snowman muss in New York ein bisschen größer sein. Und vor allem ein Gemeinschaftswerk mehrerer Zettelinhaber. Melting Pot, irgendwie immer. Für Aktionskünstler: Ceci n’est pas un Magritte. Und immer very fashionable! Auch 2010 wieder im Trend: Hosen in perfekter Passform. Neu: Kleider im Serviettenlook. Und formschöne Hausschuhe für den Herrn von Geld. Für die Gespielin dürfen es ruhig ein paar Reißzwecke mehr sein. Wer was auf sich hält, lebt ohnehin möglichst weit oben. Sollte die Dame umknicken, keine Sorge – bis sie es merkt und um Hilfe bittet, sind auch diese Fahrzeuge wieder schneebefreit. Außerdem kann mn die Zeit bis zum Abtauen auch mit der duften(den) Darreichung einer Essenz der Marke „No making Scents“ überbrücken. Ein wirksames Riechsalz findet bei Millionärstöchterchen übrigens auch im kleinsten Abendhandtäschlein seinen Platz. Tipp: während der Revitalisierungsphase platziere man die gefallene Dame auf einem stilvoll friedvollem Sitzmöbel. Aber bitte nicht gegenüber einem Porzellangeschäft – Dekorationen wie diese könnten ihren Puls …

Vom Bruttokulturprodukt. Eine Geburtstagsfeier anderer Art.

Ich hatte das, was der Bayer „Boin“ nennt. Keine wirklich Angst, eher eine Kombination aus Respekt vor etwas und Befürchtungen. „Boin“ also davor, dass an diesem Abend der sich gerade bildende Schorf über der sich langsam schließenden Wunde abgeknubbelt werden würde. Und es wieder näßen und bluten könnte. Heute. An seinem Geburtstag. Und nur zehn Wochen nach seinem Tod. Ich fand es auch ein bisschen überflüssig. Mit 86 darf man sterben. Einfach tot sein. Natürlich mit Erinnerungen behaftet werden. Mit Lachen und auch mal mit Tränchen. Aber eben tot sein. Und dann wurde alles ganz anders. Aus einer geplanten Stunde im Münchner Künstlerhaus wurden über zwei. Mit Reden vieler Wegbegleiter, die humorvoll beleuchteten, wieviel Neugierde, Mut, Chuzpe, Vision und Tatkraft er besessen hatte. Und was alles er damit auf die Beine gestellt hat. Er: Kurt Wilhelm. Autor und Regisseur. Und mein Onkel. Der Kulturreferent von München sprach vom Wert seiner Arbeiten für München und Bayern und die Ehre, nun seinen künstlerischen Nachlass in der Monacensia begrüßen zu dürfen. Sigmund Gottlieb berichtete von den Nachkriegs-Anfängen des Bayerischen Rundfunks (zunächst Radio München), die Kurt maßgeblich geprägt …

Dresden. Zum allerersten Mal.

Ein bisschen Schamgefühl ist schon dabei, dass wir erst jetzt hingefahren sind. Es wird diskret bedeckt von Schnee und Eis. Grimmig ist’s an dem Wochenende – allerdings nur im Freien. Ganz tief in uns ist nur Wärme. Immerwährende Wärme. Dankbarkeit für’s Miteinander, das so wichtig ist und so viel Kraft gibt. Kraft, Vergangenes zu bewältigen, sich an anderem Vergangenen zu laben und auch Kraft, auf etwas mehr gemeinsame Zukunft zu hoffen. Zukunft, die nicht selbstverständlich ist. Ebenso wenig wie die Basiswärme – unser kleines gemeinsames Seelenheizkraftwerk. Momente, die sich einprägten: Die Rotbacken-Spaziergänge durch die Altstadt. „Gurke meets Mandarine“ nach dem Besuch im Kreutzkamm. Das Wohlgefühl während unseres Abends im „Alte Meister“. Die nächtliche Suche nach dem verlorenen Knopf. Dein Aufbäumen gegen das keifende Weib vor der Stadtrundfahrt. Deine Rührung, die Semperoper zu betreten – das Haus, an dem Dein Urgroßvater Solo-Cellist war. Die Selbstverständlichkeit, mit der Du Deinen Koffer am Terminal stehen lassen wolltest. Dein Kampf mit der unöffenbaren Mini-Dose im Flugzeug. Das alles war Dresden. Und unser leises Gelöbnis, wiederzukommen. Ich versprech’s Dir. Und wenn’s allein …