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Das beste Kino-Date ever. Bisher.

Er organisierte sich meine Telefonnummer. Er rief gestern Abend an, um sich zu vergewissern, ob unsere Verabredung für heute noch aktuell sei. Er wählte heute morgen seinen Lieblingspulli aus. Und die neuen Chucks mussten es sein. Er verließ als Erster das Schulgebäude. Coolen Schritts, aber  doch bestimmt. Lächelnd. Zunehmend strahlend. Heute also mal keine Mittagsbetreuung. Die Frage, ob ein Bussi erlaubt oder vielleicht doch eher unerwünscht sei, beantwortete er mit einem Innigschmatzer. Die Pizza vorher war willkommen, vor allem, weil sie die Wartezeit bis zur Kino-Öffnung verkürzte. Endlich! Wir sind die ersten Ticketkäufer heute. Vielleicht auch die einzigen im Kino? Fast. Nur eine weitere Besucherin. Mitte Dreißig, vermutlich. Alleine. Alleine? Merkwürdig – es ist doch ein Kinderfilm. Ein klassisches „Fünf-Freunde“-Abenteuer. Ich bin plötzlich selbst wieder acht Jahre alt und sehe mich in meinem Kinderzimmer, die Bücher von Enid Blyton verschlingend. Jeden Geburtstag, jedes Weihnachten standen sie auf der Wunschliste. Und auch das großelterliche Zeugnisgeld und elterliche Taschengeld wurde peu à peu in die Hardcover-Abenteuer investiert. Heute ist diese Welt der Inseln, Leuchttürme, Höhlen, Geheimnisse, Gefahren, …

Der Mann, der die Flaschen umlegte. Und schließlich sich.

Ein Abend Rom. Eine kleine Osteria in der Nähe der Fontana di Trevi. Angeregte Mattigkeit nach einem Tag voller Eindrücke, Erhabenheit, Lärm, bunter Bilder unterschiedlichster Art. Verdura alla griglia. Danach ein Primo. Und dünne Grissini. I Torinesi. Ein Stück Lieblingsitalien im Mund. Am Tisch gegenüber sitzt ein Mann. Anfangsvierziger, wie es scheint. Ganz sympathisch. Vor sich eine Flasche Syrah (warum auch immer ausgerechnet Syrah im Latium), dazu Wasser. Im Ohr Musik – für die anderen Gäste glücklicherweise unhörbar. Gut gebeatet beendet er seine Antipasti, um sich dann durch ein Steak zu grooven. Als der Padrone ihn fragt, ob alles in Ordnung sei, lüpft er kurz den Kopfhörer, nickt und lächelt. Kurz darauf holt mich ein Rascheln aus meiner Antipasto-Versunkenheit. Der Blick nach oben verrät: Don Earplug erkannte offensichtlich meine Leidenschaft für Grissini und bietet mir aus der geöffnete Tüte seine an. Supernette Geste! Danke – grazie – thank you! Lächeln, lachen. Beidseitiges Blickesenken. Meiner streift dabei die Syrahflasche. Olala – der Pegel steht tief. Aspettando il Primo. Wandscreening. Raumscreening. Die Flasche Syrah ruht nun sanft. …

Und wie kommunzieren wir morgen?

Schön war’s auf dem Kommunikationskongress 2011 – denn ja, es gab sie wieder: gute Gespräche mit Neu- und Wiederbegegnungen, interessante Vorträge, unterhaltsame Diskussionen und polarisierende Beiträge. Natürlich auch dabei: die kleinen Redunanzen des Kongress-Erlebens wie verschobene Panels, die den Zeitplan durcheinander bringen. Insgesamt aber einfach eine tolle und sehr gut organisierte Veranstaltung zu einem fairen Preis – Kompliment und großes Danke also an die Organisatoren beim BdP! Dazu eine unterhaltsame Speakersnight – „ganz ohne Bierbänke“, auch wenn das Niveau ab und an auch mal akuten Volksfestverdacht aufkommen ließ. Aber auch all das gehört dazu. I love it! Und ja: ich finde es richtig, dass eine Branche, der außer steter Schönfärberei, gemächlicher Zeitugslektüre und bepradatem Proseccoglashalten kaum noch mehr zugetraut wird, einen Abend lang sich selbst feiert. Eine Branche, die durch den Bockmist einiger weniger ethikloser Profilneurotiker hinsichtlich ihres Rufes in Schräglage gekommen ist. Sicherlich gab’s da die ein oder andere Beinahe-Havarie – auch in den vergangenen Monaten. Dass bei der Speakersnight allerdings gefühlte 70% der Anwesenden kommunikative Schwerstarbeiter gewesen sein dürften, deren Überstundenkonten keine Tariflichkeiten kennen, das wollen …