(un)sinniges, Kommunikation, kultur, reise
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Und wie kommunzieren wir morgen?

Schön war’s auf dem Kommunikationskongress 2011 – denn ja, es gab sie wieder: gute Gespräche mit Neu- und Wiederbegegnungen, interessante Vorträge, unterhaltsame Diskussionen und polarisierende Beiträge. Natürlich auch dabei: die kleinen Redunanzen des Kongress-Erlebens wie verschobene Panels, die den Zeitplan durcheinander bringen. Insgesamt aber einfach eine tolle und sehr gut organisierte Veranstaltung zu einem fairen Preis – Kompliment und großes Danke also an die Organisatoren beim BdP!

Dazu eine unterhaltsame Speakersnight – „ganz ohne Bierbänke“, auch wenn das Niveau ab und an auch mal akuten Volksfestverdacht aufkommen ließ. Aber auch all das gehört dazu. I love it!


Und ja: ich finde es richtig, dass eine Branche, der außer steter Schönfärberei, gemächlicher Zeitugslektüre und bepradatem Proseccoglashalten kaum noch mehr zugetraut wird, einen Abend lang sich selbst feiert. Eine Branche, die durch den Bockmist einiger weniger ethikloser Profilneurotiker hinsichtlich ihres Rufes in Schräglage gekommen ist. Sicherlich gab’s da die ein oder andere Beinahe-Havarie – auch in den vergangenen Monaten. Dass bei der Speakersnight allerdings gefühlte 70% der Anwesenden kommunikative Schwerstarbeiter gewesen sein dürften, deren Überstundenkonten keine Tariflichkeiten kennen, das wollen zumeist weder Arbeitgeber noch Zielgruppen wahrnehmen. Ein Knochenjob ist’s meistens – und das beschränkt sich heute auch nicht mehr auf die Agentur-Szene.

Aber zurück zum Kongress: Mein innigster Referenten-Dank gilt noch immer Sascha Lobo, der gleich im Eröffnungspanel einen Vergleich nannte, der es auch dem letzten meiner Kollegen klar machen dürfte, dass Digital Communications nicht reines Teufelswerk sind und dass der „Meine Daten“-Kontrollwahn ein wenig übertrieben ist.  Die Damen und Herren PRler hätten ja ihr Geld auch nicht unter der Matratze  versteckt – es läge doch vielmehr virtuell bei ihrer Bank auf ihrem Konto, meinte die Public Gallionsfigur der Kommunikationsnation. Brillant, Mr. Lobo.

Ja, Social Media waren auch in diesem Jahr wieder das beherrschende Thema. Neben CSR und Krisen und Change Communications. Zum dritten Mal. Immerhin dieses Jahr endlich anhand vieler Beispiele aus der Praxis. Zumeist übrigens durchaus positiver Beispiele. Na also, es mag Überwindung gekostet haben und zugegebenermaßen kneift es auch ab und an, aber so richtig weh tut es doch nicht, oder? Die vielfach vorgestellten Evaluationsmöglichkeiten der Agenturen und Medienbeoachtungsdienste zeigten wunderbare Belege dafür, dass es viele überaus helle Grautöne gibt, wo landläufig eher Tiefschwarz vermutet wird.

Nur: was kommt danach? Was wird in Sachen Kommunikation the next big thing? Vergessen wir nicht: das ist keine Social Media-Tagung – das ist der Kommunikationskongress. Und wir reden bevorzugt über das, was vorgestern von einigen Nerds gestartet wurde, gestern von Early Adoptern angenommen wurde und heute den Mainstream erreicht hat.

Und morgen? Wie kommunizieren wir morgen? Wann reden wir zumindest darüber?

Liebe PR-Kollegen – warum blicken wir nicht nach vorne? Gerne auch mit Designern oder Entwicklern. Wollen wir beim kommunikativen Minirock stehen bleiben oder gibt’s da nicht doch noch etwas anderes? Wären wir auf einer Wanderung – würden wir wirklich unseren Rucksack wieder und wieder absetzen, öffnen und den Inhalt betrachten? Oder würden wir nicht vielleicht doch einfach mal mit geschultertem Rucksack aufbrechen und loslaufen, um zu sehen, welcher Blick sich hinter der nächsten Biegung verbirgt?

Noch mal: Ich liebe den Kommunikationskongress. Ich brauche ihn.
Ich freue mich schon jetzt auf #kk2012.
Und auf die Blicke auf neue Kommunikationsperspektiven.

2 Kommentare

  1. Es ist ganz einfach nicht hervorzusehen, wie wir in einigen Jahren kommunizieren werden. In anderen Branchen wie der Automobilbranche, etc. ist das deutlich einfacher.

  2. Johnk341 sagt

    I really like your writing style, fantastic information, thanks for putting up ebgcdefeeckd

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