(un)sinniges, genuss, Kino, Kommunikation
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Das beste Kino-Date ever. Bisher.

Er organisierte sich meine Telefonnummer.
Er rief gestern Abend an, um sich zu vergewissern, ob unsere Verabredung für heute noch aktuell sei.
Er wählte heute morgen seinen Lieblingspulli aus. Und die neuen Chucks mussten es sein.
Er verließ als Erster das Schulgebäude. Coolen Schritts, aber  doch bestimmt.
Lächelnd. Zunehmend strahlend. Heute also mal keine Mittagsbetreuung.
Die Frage, ob ein Bussi erlaubt oder vielleicht doch eher unerwünscht sei, beantwortete er mit einem Innigschmatzer.
Die Pizza vorher war willkommen, vor allem, weil sie die Wartezeit bis zur Kino-Öffnung verkürzte.
Endlich! Wir sind die ersten Ticketkäufer heute. Vielleicht auch die einzigen im Kino? Fast. Nur eine weitere Besucherin. Mitte Dreißig, vermutlich. Alleine. Alleine? Merkwürdig – es ist doch ein Kinderfilm.

Ein klassisches „Fünf-Freunde“-Abenteuer. Ich bin plötzlich selbst wieder acht Jahre alt und sehe mich in meinem Kinderzimmer, die Bücher von Enid Blyton verschlingend. Jeden Geburtstag, jedes Weihnachten standen sie auf der Wunschliste. Und auch das großelterliche Zeugnisgeld und elterliche Taschengeld wurde peu à peu in die Hardcover-Abenteuer investiert.

Heute ist diese Welt der Inseln, Leuchttürme, Höhlen, Geheimnisse, Gefahren, Bösewichte und Schlaumeier immer noch klasse. Eintauchen in ein Stück Kindheitsphantasie. Und mein Erwachsenengemüt freut sich, dass es so unterhaltsame und rundum gut gemachte deutsche Kinderfilm-Produktionen gibt. „Hexe Lilli“ gehörte auch dazu, ebenso „Tom Sawyer“. Und nun haben wir es also doch noch in die „Fünf Freunde“ geschafft – Mr. Charming und ich. Nicht mal der Presslufthammer hinter der Wand irritiert uns – so gut werden wir unterhalten. Dann vibriert das Kino eben ein wenig, auch in Ordnung.

Nach 93 Minuten Nachmittagsdunkelheit blinzeln wir uns wieder in die Frühlingssonne zurück. Bestens unterhalten.

Nein, keine weiteren Aktivitäten. Weder Isarkieseln noch Eisessen. Mr. Charming setzt andere Prioritäten: er möchte mir zuhause unbedingt noch zeigen, wie die Stärkeunterschiede seiner beiden Füller sind. Denn Füllerschreiben ist neu.
Und abgesehen davon: Füller-verfasste Kurznachrichten haben ne Menge Charme.

Die Einladung zum nächsten Kinobesuch schreiben wir bestimmt mit Zaubertinte. Oder Zitronensaft.
Denn: Acht sein macht auch Jahrzehnte später jede Menge Spaß!

 

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