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Aus dem Alltag eines Durchlauferhitzers. Oder: Public Fasting 1.

2013/0: Das Posting der Heifasten-Ankündigung gibt Halt, wo diesmal dunkle andere Gefühle vorherrschen. Ich weiß ja: ich muss gar nix – ich kann nur. Und ich will ja auch. Und dennoch scheint das Abführen zur Fasteneinleitung diesmal einen gigantisch großen Hemmschuh darzustellen. Ich kenne den Zusammenhang. Er tut weh. Er führt mich an eine Grenze, der ich mich nicht gerne stellen möchte. Und doch weiß ich, wie wichtig es ist, an sie heran zu gehen, um sie letztlich auch zu überwinden. 
So ist mir also übel in dieser Nacht. Ich fühle mich benommen, finde dennoch keinen Schlaf. Halbschlaf. Dann das 5 Uhr-Klingeln. Jetzt. Jetzt. Jetzt. Oder doch nicht? 
Doch. 5:15 Uhr. 
Ich hab’s geschafft. Es hat nur mit mir zu tun. Nicht mit Dir. Denn das war eine ganz andere Geschichte. 2013/1: Bis 11:30 Uhr geschlafen. Was für ein Luxus. 
Nun also ran an Wasserkrug und Teekanne. Wie immer werden es die Tees von Sonnentor sein, die mich in dieser Zeit begleiten und meinem Gaumen ein wenig Abwechslung bereiten können. Der Waldviertler Fastentee allen voran. Und …

Wenn Verstand, Wissen, Herz, Gewissen und Genuss zusammentreffen.

„Sinnvoll genießen“. Ein Thema, das mich inhaltlich schon lange Jahre begleitet – insbesondere bei Lebensmitteln und Wein. Gute Qualität beinhaltet für mich Wertschätzung für die Natur, ihr Angebot, dessen Veredelung und die Menschen, die das Produkt von seinem Urzustand bis hin zu mir begleiten. Meine frühere PR-Arbeit für Winzer und Lebensmittelhersteller lehrte mich das Wort und auch das Gefühl der Demut wieder. Wieder, weil es uns mitteleuropäischen Erfolgsstädtern leider ein wenig verloren ging. Ich bin überzeugter Bio-Lebensmittel-Käufer und empfinde die Bio-Schienen der Discounter als  Schmierenkomödie. Zu viele Details habe ich im Laufe der vergangenen 20 Jahre vernommen und erlebt, als dass ich urteilslos diese Me-too-Entwicklung akzeptieren könnte. Und so fühlte ich mich angesprochen, als hessnatur mit seinen Kooperationspartnern Sonnentor, Delinat und Naturhotel Mohren ein Langwochenende unter dem Motto „Sinnvoll genießen“ ausschrieb und bewarb mich. 4.000 weitere Bio-Öko-Nachhaltigkeitsinteressierte füllten die umfangreichen Unterlagen um die 15 Plätze ebenfalls aus – ein schöner Erfolg für die Initiatoren dieses Projekts der hessnatur-Insider. Am Palmwochenende reisten also Frauen und Männer aus drei Lebensjahrzehnten und drei Ländern (D-A-CH) ins beschauliche Deggenhausental nördlich des …

Weniger geht auch. Gut sogar.

40 Tage Fastenzeit gehen allmählich zu Ende. 40 Tage Versuchsballon für mich selbst. Kein Zwang, kein Auftrag, nur innerliches Bedürfnis gepaart mit der mir innewohnenden Neugier auf Eigenentdeckung. Kein Fleisch. Keine Schwierigkeit. Auch wenn Worte wie „Schweinebraten“ oder auch „Weißwürscht“ durchaus klar machten, dass der dauerhafte Verzicht auf Fleisch aktuell nichts für mich wäre. Kein Alkohol. Gar kein Problem. Dann eben mal kein Wein. Wobei mir wieder einmal unangenehm auffiel, dass die Prowein und auch die Vinitaly in die Fastenzeit fallen – wie jedes Jahr. Auf sicherlich nachvollziehbaren Gründen. Dennoch war mir dieses Jahr der Verzicht auf alle Fälle wichtiger als der Besuch dieser Messen. Kein Süßkram. Klappte erstaunlich gut und leicht.  Zu Beginn überspielte ich Süßgelüste noch mit zugekniffenen Augen und Cashewkern- und Cranberry-Genuss. Irgendwann war auch das nicht mehr nötig. Wobei… das Rom-Wochenende. Nun ja, bei Giolitti musste es doch ein Eis sein. Ich gehe einfach davon aus, dass Sünden dieser Art erstens verständlich sind und zudem ein in unmittelbarer Nähe befindlicher Papst bairischen Ursprungs solche Fehltritte sowieso umgehend annulliert. Aus Verständnis. Und ich …