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Wenn es knirscht.

Nun ist’s also endlich Winter. So, wie ich ihn mir vorstelle und wie ich ihn mag: Wenn das Nasentröpferl gefrierfließt und die Fingerspitzen adhoc erröten, sobald man sie der Geborgenheit des Handschuhs entreißt. Wenn das Grau und der Passantenspritzmatsch einem satten Azzurro und dem Unterschuhgeknirsche weichen. Wenn Schnee weiß bleibt und unter den Schuhen knirscht. Und wenn die Zentimeterologen dem rutschwilligen Volke Freibrief für den Gang auf’s Eis erteilen. Denn Eisstockschießen und Eislauf in historischer Kulisse sind so herrlich altmodisch und heutzeitig zugleich.   Ich liebe Schloss Nymphenburg – im Sommer lässt es sich prächtig besonnt und auch ausreichend beschattet durch den Schlossgarten zu Amalienburg, Badenburg und weiteren Schönheiten lustwandeln. Und im Winter bringt die Weißheit und Klarheit der Natur die Schönheit der Anlagen noch deutlicher zur Geltung. Schloss Nymphenburg ist ein großes kleines Stück Heimat für mich. Denn es bringt jede Menge Weite in die Enge dieser Stadt.

Einfach da. Der Rücken im Rücken.

Aufgewacht nach viel zu vielen Träumen in viel zu wenig Schlaf. Aufgewacht und im Halbwachzustand vollwach gewesen wie lange nicht mehr. Aufgewacht und aufgestanden. Augenringe beim Blick in den Spiegel bedauert. Wärmende Kleidung gewählt. Scheiß auf chic – warm musste es sein. Genau heute. In attesa del uragano. Meinen Moment der absoluten Ruhe zugelassen. Und dadurch die innere Ruhe gespürt. Dieses Wissen um die ureigene Stärke – ein saugutes Gefühl. Mit beiden Beinen fest im Boden verankert. Aufrecht, weil gebückt nicht  zum Tagesthema passen würde. Tief durchatmend, um nicht vor Wut über diese Unfairness zu platzen. Die Ruhe vor dem Sturm konservierend, um sie bei Bedarf in kleinen Dosen abrufen zu können. Beim morgendlichen Screening des vergessbaren Gestrigen dann Überraschung pur. Du bist präsent. Hier. Da. Und sogar dort. Hast Stellung bezogen. Eine Aussage gemacht, die mich kräftigt. Da. Einfach nur da. Der Rücken in meinem Rücken. Uragano – vaffanculo!

140 Tage Sommerpause. Mein Twabbatical.

Ich nehm mir mal ne @casowi-Auszeit. Danke zunächst an alle, die den Hinweis auf meine Sommerpause nicht als Aprilscherz deuteten und nun nachfragen, was mich dazu bewogen hat. Dahinter steckt kein Drama, noch nicht mal ein Melodrama – es ist nur die nunmehr beschlossene Umsetzung eines Gedankens, der mich schon eine Weile beschäftigt hat. Der Gedanke, dass ich mir mal 140 Tage ohne meinen privaten Twitter-Account  gönnen sollte. Nur für mich, für meine Ressourcen, mit denen ich nicht immer nur gut umgehe. Irgendwie ist’s auch ein ziemliches Eigentor, dieser Entschluss. Der Entschluss auf Verzicht. Antizyklisch, da ausgerechnet zum Ende der Fastenzeit. Aber so ist’s nun mal, wenn man auf die innere Stimme hört – sie läuft selten synchron mit äußeren Gegebenheiten. Ein Jahr @casowi birgt für mich viele tolle Erfahrungen, die ich keinesfalls missen möchte und so wird es mir sicherlich immer wieder schwer fallen, eine ganze Weile darauf zu verzichten. Aber diese Erkenntnis liegt gerade mal vor mir. Im Moment blicke ich zunächst mal zurück auf den Austausch und das Aufsaugen von Informationen. Zur Entwicklung und den Themen einzelner …