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Gereinigt. Gestärkt.

14 Tage sind es geworden. 14 Tage mit Tee, Wasser, mittäglichem Gemüsesaftteegelöffel, abendlichem Gemüsebrühengroßgelöffel, drei Teelöffeln Honig pro Tag und erfrischenden Auszutzelbissen in Zitronenschnitze. Dazu die Erkenntnis, wie unendlich viel Zeit ich sonst im Alltag mit Gedanken an „was esse ich – was habe ich Kühlschrank – was muss ich einkaufen – kalt oder warm – wann esse ich – wohin gehen wir essen – boah, habe zuviel gegessen – hätte jetzt ja schon Lust auf whatever – was koche ich für wen“ verbringe. Und der Genuss dieser Leichtigkeit, die sich schon nach wenigen Tagen einstellte. Dazu der Stolz, es geschafft zu haben – ohne großen Mühen. Der Schrecken, der sich einstellt, wenn ich nun lese von „Genießen Sie unser 4 Gänge-Menü!“ – unvorstellbar im Moment. Eine Zumutung für meinen Magen, die ich hoffentlich noch lange genau so wahrnehmen werde. Gestern morgen gab es also den vielgerühmten Fastenbrechen-Apfel. Und ich schlich um ihn herum, als sei er eine der wirklich unangenehmen Aufgaben, von denen man doch immer hofft, sie erledigten sich einfach von selbst. Ich …

Leichter. Freier.

Tag 8 des Heilfastens. Die Haut prickelt an Händen und Armen. Die Augen sind klarer – was weiß gedacht war, ist wieder weiß und nicht mehr taxifarben. Die geliebten Jeans der Erinnerung an Boston und New York beginnen wieder zu passen – der Kleiderschrank eröffnet mir sein Universum. Ich habe deutlich mehr Schlaf gefunden in dieser Woche, Träume waren bunter und abwechslungsreicher. Was diesmal fehlt, sind die manchen Traum durchkrabbelnden Gespenster des Fiesen. Was dafür kommt, ist Stolz, es trotz des Alltagsdrucks und der beruflichen Hochtempothematik dran geblieben zu sein. Anstatt mich wie geplant komplett zurück zu ziehen, habe ich relevante Abende erleben können. Ja, es ist anstrengender, mich zu konzentrieren: ich schreibe „Hegirn“ statt „Gehirn“ und so fühlt es sich dann auch mal kurz an. So what. Manches regt mich weniger auf, Gelassenheit und Zuversicht wachsen. Ich fühle mich gerader, aufrechter, klarer. Ich komme wieder zu mir. Entgiften. Ausatmen. Loslassen. Genießen. Ankommen.

Neuer Sommer, neue Erfahrung.

Es wird zum Ritual, mein sommerliches Heilfasten. Und auch wenn die Überlegungen immer wieder in Richtung „Fasten am Meer“ gehen, so lande ich letztlich doch immer wieder im Salzburgischen in meinem kleinen, liebenswürdigen Biohotel. So war’s auch dieses Jahr geplant. Pläne werden manchmal durchkreuzt – diesmal joblich bedingt. Ein Wichtigprojekt verschob sich um einen Monat, das nächste folgt stante pede. Und obendrein gibt’s nun noch ein paar Zusatzaufgaben. Also wird aus dem Augusturlaub wohl eher eine fröhliche Adventszeit. Solange kann aber das Entgiften und Entschlacken nicht mehr warten. Gefühlt. Und so stand ich heute tapfer um 5 Uhr auf, um 3 TL Glaubersalz vermengt mit dem Saft dreier Zitronen leicht komatös zu mir zu nehmen und einen Liter Wasser folgen zu lassen. Ja, auch diesmal  verheißt der Start,  der härteste Teil zu sein. Wer trinkt schon freiwillig gerne um 5 Uhr früh einen Liter Wasser. Das Fasten-Erlebnis per se wird anders sein. Diesmal knetet niemand meinen Bauch, streicht die Lymphe aus den Beinen, packt mich in Meersalz-getränkte Tücher oder senkt mich Ziegenbuttergefatscht in die Wärme der …