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Wo Münchens neues Konzerthaus wächst: Einblicke auf die Ausblicke des Werksviertels

Seit Jahren insistiert Mariss Jansons, Chefdirigent des wunderbaren Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (abgekürzt BRSO), es müsse endlich ein eigenes Zuhause für sein Orchester geben. Und es stimmt: Die Philharmonie im Gasteig, Heimat der Münchner Philharmoniker und somit des städtischen Orchesters, ist mit ihren 30 Jahren zwar fast noch jung zu nennen – die Akustik ließ jedoch schon immer wünschen übrig. Und das Sitzvergnügen … nun ja: auf vielen Plätzen sitzt man schräg verdreht und eine stundenlange Dauertorsion ist nicht wirklich etwas, das den Kunstgenuss erhöht. Ich kenne die meisten der Sitzplatzblocks: manche sind einfach nur zum Heulen schlecht, andere haben ihre Vorzüge – brillant für die Werke von Albinoni bis Zemlinsky ist vermutlich keiner. Ein Hin und ein Her gab es also, das Thema wurde politisch und wirtschaftlich rauf- und runterdiskutiert. Es gibt Gegner, die einen weiteren Kulturtempel in München für reichlich überflüssig halten und die benötigten Gelder anderweitig investieren würden (ja – da gibt’s es sicherlich viele Ecken und Enden, die mal angepackt werden sollten!). Und es gibt die Befürworter. Nicht, weil es chic wäre, eine …

Begegnung mit vergessenen Frauen

Der Alte Münchner Südfriedhof ist per se ja schon interessant: Liegen dort doch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten und Normalbürger längst vergangener Zeiten in meist beeindruckenden Gräbern, die meist längst vom Verfall gekennzeichnet sind. Auch Vorfahren unserer Familie fanden dort ihre letzte Ruhestätte. Seit etwa einem Jahr schenkt Adelheid Schmidt-Thomé nun den Vergessenen Münchnerinnen die Aufmerksamkeit, die diese Frauen auch heute noch verdienen. Sie brachte einen sehr schönen Kalender für das aktuelle Jahr heraus (ein paar Restexemplare der 2. Auflage gibt es wohl noch), in dem sie Monat für Monat je eine Protagonistin vorstellt. Und nun bietet sie auch Führungen an – aktuell noch als Privatführung, später werden öffentliche folgen. So kam ich jüngst in den Genuss, beeindruckende und bewegende Schicksale einiger Damen kennen zu lernen, darunter Felicitas von Klenze, Ilka von Wrede (nach der die Ilka-Höhe bei Tutzing benannt ist), Caroline Pfeffel, Luise Roeckl aus der Dynastie der Lederhandschuhexperten, die Schauspielerin und Erfinderin des Schneeballsystems, Adele Spitzeder sowie Clara Ziegler, Starschauspielerin und Gründerin des Deutschen Theatermuseums. Auch das recht zart anmutende Grab der von König Ludwig I. zur „Schönen Münchnerin“ erhobenen Helene Miller, geb. Sedlmayr, kann man besuchen. …

Die aufregende Ruhe der Mumien und Sarkophage.

Ein Regentag. Und vor allem: Ein Geburtstag. Ein Ausflug aufs Brauneck hätte es werden sollen — dort hätten uns aber nur das unfreundliche Grau der Nebelsuppe und einstellige Temperaturen erwartet. Nichts, was uns Mitte Juni frohlocken lassen würde. Also flugs den Plan geändert in „endlich das neue Ägyptische Museum in Münchens Gabelsberger Straße besuchen“. Das so neu schließlich auch nicht mehr ist — hatte es doch bereits 2013 seine tiefliegende Pforte in die Katakomben der Plastiken, Sarkophage, Stelen und Mumien geöffnet. Als Jugendliche zog mich Ägypten so sehr in seinen Bann, dass ich sicherlich einmal jährlich den sehr beengt in einem Seitenflügel der Münchner Residenz untergebrachten Vorgänger besuchte — für Schüler damals wie heute ein kostenfreies Vergnügen. Und bei der ersten Selbstständigkeit zu Beginn der 1990er Jahre zierte der Falke Horus den Firmennamen und somit auch das Logo unserer Agentur für Neue Kommunikation. Nun also hinein in die neue Alte Welt. Was sofort angenehm auffällt: Das schlichte und hohe Gebäude lässt mich eintauchen in die Ruhe der Mystik Ägypten und bietet den Exponaten aus fünf Jahrtausenden viel Raum und somit letztlich Würde. Ein …