Architektur, Führung, kultur, Kunst, Natur
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Begegnung mit vergessenen Frauen

Der Alte Münchner Südfriedhof ist per se ja schon interessant: Liegen dort doch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten und Normalbürger längst vergangener Zeiten in meist beeindruckenden Gräbern, die meist längst vom Verfall gekennzeichnet sind. Auch Vorfahren unserer Familie fanden dort ihre letzte Ruhestätte.

Grab Franz von Kobell
Seit etwa einem Jahr schenkt Adelheid Schmidt-Thomé nun den Vergessenen Münchnerinnen die Aufmerksamkeit, die diese Frauen auch heute noch verdienen. Sie brachte einen sehr schönen Kalender für das aktuelle Jahr heraus (ein paar Restexemplare der 2. Auflage gibt es wohl noch), in dem sie Monat für Monat je eine Protagonistin vorstellt. Und nun bietet sie auch Führungen an – aktuell noch als Privatführung, später werden öffentliche folgen.

Alter Südfreidhof München

So kam ich jüngst in den Genuss, beeindruckende und bewegende Schicksale einiger Damen kennen zu lernen, darunter Felicitas von Klenze, Ilka von Wrede (nach der die Ilka-Höhe bei Tutzing benannt ist), Caroline Pfeffel, Luise Roeckl aus der Dynastie der Lederhandschuhexperten, die Schauspielerin und Erfinderin des Schneeballsystems, Adele Spitzeder sowie Clara Ziegler, Starschauspielerin und Gründerin des Deutschen Theatermuseums. Auch das recht zart anmutende Grab der von König Ludwig I. zur „Schönen Münchnerin“ erhobenen Helene Miller, geb. Sedlmayr, kann man besuchen.

Von Klenze Grab

Carolina von Pfefferl

Familiengrab Roeckl

Helene Miller

Manche Grabstätten sind aufgelassen oder aufgrund der Verwitterung nicht mehr auffindbar. Dennoch berichtet Adelheid Schmidt-Thomé von den Schicksalen von Frauen wie der  17-jährigen Amazone“ Cula, die gemeinsam mit 23 weiteren Kriegerinnen sowie einer Gruppe Männer aus Benin von einem Briten zunächst nach Paris „angeheuert“ wurde, um schließlich  in ganz Europa zur Schau gestellt zu werden. Sie starb 1892 in München kurz nach dem Auftritt im Gärtnerplatztheater an einer Lungenentzündung – ihre Beisetzung wurde zu einem Spektakel für die Menschenmassen, die zum Friedhof strömten, um ohne Eintrittsgeld einen Blick auf „die Wilden“ werfen zu können.
Ein Interview mit der Erinnerungsbeleberin Schmidt-Thomé zu ihren Beweggründen und dem Weg zum Kalender gibt’s demnächst auf meinem Business-Blog auf Strahlkraft-Coaching.

Grab Alter Südfriedhof

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