Bio, Food, genuss, kultur, Natur, reise, Rezepte
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Das spanische Bio-Schlaraffenland liegt in Katalonien

Bio-Lebensmittel sind nicht unbedingt die erste Assoziation, die man zu Spanien haben dürfte. Im Mas Salagros sind sie jedoch unabdingbarer Bestandteil des Gesamtkonzepts, denn schließlich ist das aktuell einzige spanische Mitglied der Bio Hotels-Familie ein Ecoresort aus Überzeugung. In den Vereinsstatuten von Bio Hotels ist folgendes verankert: „Grundsätzlich stammen die in einem Bio Hotel verwendeten Produkte aus zertifizierter, biologischer Landwirtschaft. Die Verarbeitung unterliegt der lückenlosen Bio-Kontrolle von der Erzeugung bis zum Verzehr. Regionale Produkte, insbesondere in Bioland-Qualität, werden bevorzugt. Die Speisen werden handwerklich und natürlich zubereitet, deshalb werden auch keine Mikrowellengeräte eingesetzt.  Alle Bio Hotels bieten darüber hinaus zumindest ein vegetarisches Menü.“

So ist es auch stimmig, dass die 2002 gegründete katalonische Bio-Supermarktkette Veritas als Projektpartner einen Laden im Hotel Maus Salagros betreibt, Granja genannt. Neben frischem und verarbeitetem Gemüse und Obst gibt es Milchprodukte, Süßwaren und Snacks ebenso wie Getränke oder Müsli-Mischungen. Vieles also, was das urlaubende Biofan-Herz erfreuen und insbesondere den kleinen Mittagshunger der Halbpensionsgäste stillen dürfte.

Granja Mas Salagros

Marmelade veritas

Weiße Auberginen Mas Salagros casowi

Suppen Veritas

Wer jedoch einfach mal nur genießen möchte, sollte Halb- oder sogar Vollpension wählen. Denn die Chefköchin versteht es, regionale Zutaten auch mal neu zusammen zu bringen und hat meinen Gaumen einige Male überaus angenehm überrascht. Schon ihre Amuses gueules und Snacks waren himmlisch: Ziegenkäse auf Mini-Blink, geeiste Caipirinha-Melone, „Chupa Chups“ mit Ziegenkäse oder einfach nur Iberico-Schinken auf einer hauchdünnen Knusperscheibe Nussbrot.

Ziegenkäse Blini Mas Salagros

Caipirinha-Melone Mas Salagros casowi

Antipasto Mas Salagros

Jamon Iberico Mas Salagros casowi

Bei den Vorspeisen war ich mit dem ersten Bissen in das Thunfisch-Tartar, die Parmentiere-Kartoffeln mit dem langsam gegarten Ei und Oktopus sowie die Kartoffel-Karotten-Nocke mit Roter Beete und Sardelle verliebt. Wilde Zusammenstellungen sind das manchmal aufs erste Lesen – am Gaumen überzeugen sie aber umgehend. Zumindest mich – und ich gebe zu: ich probiere gerne mal scheinbar ungewöhnliche Kombinationen.

Thunfisch-Tartar Mas Salagros

Ei Parmentiere Mas Salagros casowi

Rote Beete mit Anchovis Nockerl Mas Salagros

Bei den Hauptspeisen war ich von ihren Fleischgerichten begeistert – lustigerweise ist’s in Spanien bzw. Katalonien wohl ähnlich wie in Italien: Kaum ist man fünf bis zehn Kilometer von der Küste entfernt, schon geraten Fische und Meerestiere sowie deren Zubereitungsarten in Vergessenheit. Aber mit einem mit Iberico-Schinken umwickelten Hühnchen, einer Rinderbacke mit Gemüse oder gegrilltem Iberico-Schwein kann man sich auch in mein Gaumenherz kochen.

Iberico mit Apfel Mas Salagros casowi

Huhn mit Iberico Mas Salagros

Iberico gegrillt Mas Salagros

Mit den Desserts ist das ja so ne Sache bei mir, denn seit gut 14 Monaten finden ja Zucker, Milchprodukte und Getreide keine Heimat mehr in meiner Küche. Die uns dargebotenen Dessertkreationen sahen jedoch so verlockend aus, dass ich alle „Cheating-Days“ dieses Jahres zusammengelegt habe und schließlich doch in Brot mit Schokoladencreme und Fleur de Sel, Kaffeeeis mit/an/um Birne und Vanilleschaum, Feigentartelette und sogar einer (hüft)goldenen Crema Catalana schwelgte. Und ja: sie alle waren es wert. Und ich bin nicht davon explodiert (ich war nur völlig übersatt).

Schokobrot Mas Salagros casowi

Kaffeeeis mit Birnen Mas Salagros casowi

Feigentartelett Mas Salagros

Creme brulee Mas SalagrosBeim Frühstück paleote ich wieder fröhlich vor mich hin, denn so sehr auch die vielfältigen Brot- und Brötchensorten von den Mitreisenden ebenso wie das Käseangebot gelobt wurden, so perfekt waren für mich Tomaten mit Serrano-Schinken und Hühnerbrust sowie ein paar Mandeln. Und natürlich der göttliche frisch gepresste Orangensaft, den ich jetzt sehrsehrsehr vermisse …

Paleofrühstück Mas Salagros

Orangensaft Mas Salagros

Viele der verwendeten Produkte stammen aus Eigenproduktion. Aktuell wird noch in der etwa eine Stunde entfernten Cal Tudela angebaut, Stück für Stück wird jedoch auch auf dem Gelände von Mas Salagros eine Farm geschaffen. Die ersten Bewohner sind Hühner, Ziegen und eine trächtige Kuh. Und auch die Felder werden allmählich angelegt – so durfte auch ich einen Kohl-Setzling auf einen Acker beim Hotel pflanzen. Bei der kleinen Führung nebst Pflanzaktion waren zwei liebenswürdige ältere britische Ehepaare dabei, die unbedingt wissen wollten, um welche Hühnersorte es sich denn nun handele – sie kannten und nannten einige bei ihnen beheimatete Arten, mussten sich aber schließlich doch mit der Bezeichnung „black chicken“ zufrieden geben. Na, stimmt ja auch. Irgendwie. Sehr britisch und auch spanisch und deswegen sehr sehr nett …

Mein Kohl

Ziegen und Kind Mas Salagros casowi

HuhnHenneEi Mas Salagros

Zurück zu Cal Tudela: Dort gibt es neben allerlei Tomaten- und Paprikasorten auch die weißen Auberginen (siehe Foto aus dem Hofladen) und neben allen Kräutern dieser Jahreszeit auch Kohlgewächse unterschiedlichster Couleur. Mir war nicht wirklich bewusst, dass Kohl ein in Nordspanien geschätztes Gewächs ist – er kommt aber noch mal vor, wenn ich über unseren Kochkurs berichten werde. Der Quittenbaum ist recht einsam und muss noch ein bisschen wachsen, trägt aber ordentlich. Und für größte Begeisterung sorgte die Erstbegegnung mancher Besucher mit frischem Fenchel sowie Artischoken in freier Wildbahn. Sie sehen ja auch beeindruckend aus.

Ochsenherzen Tomaten Cal Tudela

Feld Cal Tudela

Quitten Cal Tudela

Fenchel Cal Tudela

Artischoken

Und erstmals in diesem Blog gibt es auch CATCONTENT!!!
Sie war jung und einfach hinreißend …

Cal Tudela Cat

Im nächsten Beitrag wird es um einen Kochkurs und um das vermeintliche und doch irgendwie tatsächliche spanische Nationalgericht, die Paella, gehen. Denn jetzt habe ich Hunger und muss was essen 😉
Hasta luego!

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Ich bedanke mich für die Einladung beim Hotel Mas Salagros und den Bio Hotels.

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