Bio, Führung, genuss, Innenreise, kultur, Natur, reise
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Katalonische Erholsamereien

Das Mas Salagros ist so nahe am quirligen Barcelona – und doch so weit weg von Hektik und Betriebsamkeit. Rückwirkend betrachtet ist das für mich wohl der größte Erholungsfaktor dieses aktuell einzigen spanischen Mitglieds der Bio-Hotels-Vereinigung. Im Vorfeld der Reise stand einen tüchtige Portion Tatendrang bei mir ganz groß im Vordergrund. „Ich muss unbedingt diesmal den Park Guëll sehen, ich will unbedingt noch mal in die zauberhafte Casa Batlló und auf den Markt und und und.“ Diese inneren Sätze wichen bereits nach dem ersten Aufenthalt im chicen Aire-Spa dem Gefühl des Könnens. Die römisch inspirierte Badelandschaft ließ mich mit ihrer reduzierten Einrichtung, besänftigenden Lichteffekten und abwechslungsreichen Badebecken schnell zur Ruhe kommen. Hotelgäste können die Bäderlandschaft übrigens täglich 90 Minuten kostenfrei nutzen, müssen jedoch vorher an der Rezeption einen Termin vereinbaren. Denn gerade an Wochenenden und Feiertagen nutzen viele Städter die Möglichkeit, sich im Aire Vallromanes auch recht kurzfristig ein paar Stunden zu entspannen (die Wartezeit für das Aire Barcelona soll aktuell etwa drei Monate betragen). Geräumig-kuschelige Bademäntel, Handtücher und hygienische Badeschuhe, die auch im Wasser zu tragen sind, werden übrigens gratis zur Verfügung gestellt.

Mas Salagros Aire

Aire Mas Salagros

Mas Salagros Aire Spa Meerwasser

Mas Salagros Aire Bubblebath

Aire Vallromanes

Aire Spa Lights Mas SalagrosIch musste also gar nichts mehr – ich durfte vielmehr einfach in mich horchen, wonach mir denn nun wirklich war. Und nach einem anstrengenden Jahr mit viel Lernerei, dem Verfassen einer Qigong-Ausbildungsabschlussarbeit bei großer Sommerhitze und anschließender Prüfungsvorbereitung war es dann doch Ruhe, die ich ersehnte.
Und so erkundete ich am ersten Tag zu Fuß die Gegend rund um das Mas Salagros und folgte dem Holperweg hinein in die Hügel und Wälder zu versteckt liegenden Höfen und Häusern, vorbei an einer Quelle und abwechslungsreicher Vegetation. Manchmal wünschte ich mir einen Botaniker an die Seite, denn hier wachsen unendlich viele Wildkräuter und Sträucher und bekanntermaßen liegt die Grenze zwischen „gesund“ und „giftig“ da gerne mal recht nahe beieinander. So bleibt die Frage, ob der Rote-Beeren-Träger vielleicht doch ein Aronia-Strauch war, leider offen. So gerne ich querfeldein gehe, so sehr nehme ich übrigens den Warnhinweis auf ein Jagdgebiet gerade im Herbst ernst (obwohl der Weg schon sehr verlockend aussah).

Mas Salagros Walk2

Mas Salagros Walk

Aronia

Jagdgebiet Läuft oder fährt man – das Hotel stellt gegen Voranmeldung Mountain- oder E-Bikes zur Verfügung – durch den Ort Vallromanes in die entgegengesetzte Richtung, so trifft man auf zivilisiertes Grün: Den Golfclub Vallromanes. Ja, man kann durchaus Golf für einen snobistischen Reiche-Altherren-Sport halten und viele Vorurteile darüber pflegen („Gentlemen only – Ladies forbidden“ – „Haben Sie noch GV oder spielen Sie schon Golf?“ – „Und das bisschen Spaziergang nennen Sie Sport?“ und so weiter). Ich habe einen anderen Blickwinkel darauf, vor allem, seit ich vor einigen Jahren in Irland und Schottland gespielt habe. Dort ist es ein herrlich unpretentiöser Volkssport: So bringt der lokale Bäcker seine Brotlieferung ins Clubhaus und zieht dann unten aus dem Lieferwagen sein Golfbag raus, um in der Mittagspause einfach mal neun Loch zu spielen. Ganz ohne ChíChí und Tralala, sondern einfach aus der Freude und Lust, sich ein paar Kilometer durch schönste und ruhige Natur zu bewegen, sich und seinen Grenzen dabei selbst zu begegnen und ein bissl Spaß mit den Mitgolfern zu haben.
Und so juckte es mich angesichts der schön eingewachsenen Spielbahnen des Clubs Vallromanes schon sehr in den Fingern, mal wieder den inneren Kampf des Wollens und des Könnens aufzunehmen. Dazu vielleicht einmal an  anderer Stelle mehr und hier jetzt einfach nur ein paar Bilder.

Clubhouse Vallromanes Golf

Golfclub Vallromanes

Golfclub Vallromanes 2

Jenseits der Serpentinenstraße liegt der hübsche Weinort Alella, der durchaus einen Besuch wert ist. In der 560 Hektar umfassenden gleichnamigen D.O. werden in erster Linie weiße, zum Glück insbesondere regionale Rebsorten angebaut, die zu Cava und auch stillen Weinen ausgebaut werden. Sicherlich nichts wirklich Aufregendes für versierte Weinkenner, aber ehrliche und solide Weine und somit sehr angenehme Essensbegleiter. Ein Spaziergang durch den an den Hügel geschmiegten Ort belegt, dass der An- und Ausbau von Wein hier lange Tradition hat und den leiblichen Genüssen gerne ausgiebig in vielen Restaurants und Kneipen entsprochen wird.

Alella Infobuero

Alella House

Alella Restaurant

Alella Genussplatz

Alella KircheZurück ins Hotel. Denn dort gibt es zahlreiche Angebote für Action- und auch Entspannungswillige, die die charmante Susana zusammenstellt und gemeinsam mit ihrem Fitness-Kollegen Alfi und anderen durchführt. Besonders genossen habe ich Susanas Pranayama-Stunde – eine Art Atem-Yoga – in der Morgensonne auf der Terrasse.

Susana Mas Salagros

Pranayama Terrasse Mas Salagros

Große Klasse war auch die zweistündige Einführung in die Kunst und Historie des Flamenco, für die Andrea aus dem Studio Casa Candela aus Barcelona zu uns kam. Im Handumdrehen brachte sie uns die Grundschritte und ein paar Handbewegungen bei und wir spanierten gefühlt überaus  einheimisch vor uns hin. Nun ja: Wie komplex die Facetten tatsächlich sind, zeigte uns abschließend anhand zweier Tänze.

Flamenco Kurs Mas Salagros

Our Flamenco-teacher! Wow!#visitmassalagros #biohotels #ecoexperience #flamenco

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Auch für Kinder gibt es im Hotel Aktivitäten – passend vor Halloween wurden gerade papierene Schädel origamisiert (eine echte Herausforderung, der sich auch die Eltern stellten). An dieser Stelle noch mal eine herzlichen Dank und viele Grüße an die nette Familie, deren Basteleien ich folgen durfte – ich hoffe, die Schädel haben den Weg nach Hause gut überstanden!

Origami Schädel

Mit der Zeit steigt ja dann doch wieder das Energielevel und mit ihm der Tatendrang und Barcelona ist ja nun wirklich nur 20 bis 30 Minuten entfernt … mehr dazu demnächst 😉

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Ich bedanke mich für die Einladung beim Hotel Mas Salagros und den Bio Hotels.

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